Oliver Fröhlich
Den Tod vor Augen
Perry-Rhodan-Heft Nr. 3362
Galaxis Grasoci, Joorgasystem, Tareen, 26. - 28. November 2255 NGZ
Der lanathanische Wissenschaftler Tuumrath Wyym war bis vor zwanzig Jahren mit dem Auftrag der Legende betraut, eine Möglichkeit zu erforschen, ihr die Sterblichkeit erlebbar zu machen. Nachdem Generationen von Forschern gescheitert waren, ist ihm endlich in der Station Kulia Sieben auf der Insel Laatrung ein Durchbruch gelungen. Die Legende besteht aus vielen Maschinen, die sich ähnlich wie organisches Leben weiterentwickeln können. Wyym hatte einen Virus entwickelt, der das Glasfaserpolymergemisch der Legende in Fleisch verwandelt. Allerdings ereignete sich durch Unachtsamkeit eines Labortechnikers ein Unfall, der dazu führte, dass eine Mutation des Virus entstand, der das Gegenteil des Originals hervorrief: Fleisch verwandelte sich in Kunststoff. Damit wurde der Untergang der gesamten Anlage eingeleitet.
Anzu Gotjian, die bereits mehr als drei Jahre lang im entstofflichten Zustand im Suspensionsalkoven liegt, hat Alpträume, die in verschiedenen Variationen davon handeln, dass sie erwacht und entweder im Alkoven eingesperrt bleibt oder während ihrer verbliebenen Lebenszeit durch ein verwaistes Raumschiff irrt. Als sie dann tatsächlich erwacht, wird sie zumindest von Meg Ontares begrüßt. Doch die hat nicht wie erhofft eine Lösung für Anzus Problem gefunden, dass ihre Zelldusche nur noch 28 Tage anhält und sie danach einen explosiven Zellverfall erleidet, sondern der Suspensionsalkoven wird von Liam Barstow gebraucht, die von dem mutierten Virus infiziert wurde, an dem sie in noch kürzerer Zeit sterben würde.
Anzu schließt sich Reginald Bull und der Legende an, die in das Labor vordringen, in dem Tuumrath Wyym geforscht hat. Sie finden immer mehr tote, nicht infizierte Lanathan in Schutzanzügen. Einige Etagen tiefer werden 56 veränderte Lanathan geortet, die von einem Schutzschirm davon abgehalten werden, sich auf eine Gruppe unveränderter Lanathan zu stürzen. Unter diesen befindet sich Tuumrath Wyym.
Mit Hilfe ihrer technisierten Auswüchse drohen die Infizierten den Schutzschirm zu durchdringen. Das Einsatzteam steht den Unveränderten bei und bekämpft die Infizierten mit Desintegratoren. Bei dem erbitterten Kampf löst sich die Legende immer wieder in Einzelteile auf, um an mehreren Stellen gleichzeitig agieren zu können. Nachdem alle Angreifer vernichtet wurden, wird der Schutzschirm von den überlebenden Lanathan ausgeschaltet und sie begrüßen ihre Retter. Tuumrath Wyym erkennt, dass er in dem Polymerroboter tatsächlich die Legende vor sich hat.
Der Forscher berichtet, wie er und seine Mitarbeiter nach Ausbruch der Katastrophe versucht hatten, ein Gegenmittel herzustellen. Es war ihnen sogar gelungen, einen Antivirus LFV-2 zu entwickeln, allerdings nur in der Simulation. Ihn wirklich herzustellen gelang nicht, weil sie keinen Zugang zu Labors hatten und die Zeit nicht ausgereicht hatte, bevor die Infizierten sie getötet hätten. Das einzige, was sie machen konnten, war, sich in Tiefschlafkammern zu legen, weil Bewusstlose von den Infizierten nicht wahrgenommen wurden. Die Tiefschlafkammern wurden so programmiert, dass sie ihre Schläfer aufwecken, wenn ein Rettungsteam ankommt. Da der Planet jedoch unter Quarantäne gestellt wurde, ist zwanzig Jahre lang niemand mehr aufgetaucht. Die Ankunft der Galaktiker hat nun den Impuls geliefert, der zur Weckung der Wissenschaftler geführt hat.
Tuumrath Wyym ermöglicht es seinen Befreiern, über einen Visual-Vokal-Transformator an den Ereignissen, die zum Ausbruch des Virus geführt haben, teilzuhaben. So erfahren sie die Geschichte der Virus-Mutation. Das mit der Ankunft der Galaktiker nicht nur die Nicht-Infizierten aus ihren Tiefschlafkammern geweckt wurden, sondern auch die Untoten aus ihrem Überbrückungsschlaf, konnten die Wissenschaftler nicht wissen. Sie hatten gehofft, dass die Infizierten nicht mehr da seien, wenn sie in ihren Tiefschlafkammern erwachten.
Die Legende hilft, die Schutzschirme zu stärken und ein Labor einzurichten, in dem die mutationssichere Virusvariante LFV-2 entwickelt werden kann, die ihr zum einen das Erleben der Sterblichkeit ermöglichen soll und zugleich ein Heilmittel gegen die Infizierten darstellt.
Sky informiert darüber, dass ein fremdes Schiff auf der Insel gelandet ist. Dichte Regenschauer offenbaren den von einem Deflektorschirm getarnten kleinen Raumer. Anzu Gotjian und die Legende machen sich auf den Weg, denn der Fremde, bei dem es sich um den Portuu Driéposch handelt, droht in die Fänge der Infizierten zu geraten. Sie wollen ihn retten. Derweil sind die lanathanischen Wissenschaftler, die von Meghan Ontares unterstützt werden, dabei, an dem Virus zu forschen.
Anzu erhofft sich Hilfe von der Legende für ihr persönliches Problem des nahenden Todes. Aber die will erst eine Aufgabe nach der anderen erledigen, schließt es aber nicht aus, ihr später zu helfen. Sie stoßen auf Driéposch, der jedoch bereits infiziert ist. Diejenigen, die ihn mit dem Virus angesteckt haben, zielen mit ihren körpereigenen Waffen auf Anzus SERUN und können den Schutzschirm durchbrechen. Anzu wird von Driéposch infiziert und von der Legende im Stich gelassen.
Erst später realisiert sie, dass nicht die Infizierten ihren Schutzschirm durchbrochen haben, sondern der Polymerroboter ihn gezielt ausgeschaltet hat. Um die neu entwickelte Virus-Variante zu testen, musste man sie an jemandem ausprobieren, der erst vor kurzem infiziert worden ist, denn wie sich herausgestellt hat, funktioniert sie bei den schon vor zwanzig Jahren infizierten Lanathan, von denen es noch 50.000 über alle Inseln verstreut gibt, nicht. Für die Legende stellte Anzu, die ohnehin nicht mehr lange zu leben habe, die perfekte Testperson dar, was Anzu ausgesprochen verärgert. Sie möchte nicht, dass irgendjemand bei ihr ist, wenn sie stirbt.
Dazu kommt es allerdings nicht. Sie und Liam Barstow können durch die neue Virus-Variante geheilt werden und Anzu kehrt in den Suspensionsalkoven zurück. Anschließend leitet Barstow die Transformation der Legende ein.
Während Tuumrath Wyym auf Tareen weiterhin an der neuen Virus-Variante forscht, um die Infizierten vielleicht doch noch retten zu können, ist der PHOENIX bereits auf der Suche nach dem Sternwürfel. Die Legende kann den Steuerplaneten per Dakkar-Triangulationsverfahren aufspüren, der beim Sprung des Sternwürfels zurückgelassen wurde. Dazu muss der PHOENIX nur einige Koordinaten im Leerraum anfliegen, die erstaunlicherweise nur drei Flugmonate entfernt liegen.
6. Februar 2026
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