Kai Hirdt
Wenn Topsid fällt
Perry-Rhodan-Heft Nr. 3359
Milchstraße, Tetkra-Sektor, Topsid, 8. November 2255 NGZ
Sichu Dorksteiger versucht, einen Zugang zur Halbraumtasche zu schaffen, in der sich Perry Rhodan mit der HELIOS-Zelle 1 auf der Suche nach den Iltmumien befindet. Währenddessen ereignet sich auf Topsid ein Staatsstreich. Chir-Wrem, der Anführer der Despotismus-Partei, hatte ein unersetzliches Kulturgut der Topsider vernichtet, damit die Terraner nicht in dessen Besitz geraten. Der sogenannte Tetkra-Kodex beschrieb eine 14.000 Jahre zurückliegende Schlacht, in der die Topsider ein einziges Mal gegen die arkonidischen Besatzer gesiegt hatten. Sie hatten die Feinde an ganz bestimmten höherdimensionalen Kristallisationspunkten im Tetkra-Sektor in jene Halbraumtasche versetzen können, in der sich nun die HELIOS und das Topsiderschiff KNAH-PET befinden.
Um der Verurteilung wegen der Zerstörung des Tetkra-Kodex zu entgehen, war es Chir-Wrem gelungen, die Sicherheitspolizei auf seine Seite zu ziehen, und den regierenden Gouberneur Trek-Trekr, mit dessen Partei er eine Regierungskoalition bildet, auf perfide Weise zu entmachten. Er beraumte die reguläre Senatssitzung früher an und informierte nur seine eigenen Leute darüber. Dann befahl er Tirst-Draap, dem Leiter der Sicherheitspolizei, den Bereich des Senatsgebäudes, in dem sich die Mitglieder von Trek-Trekrs konservativer Partei befanden, abzuschotten und die gegnerischen Senatoren daran zu hindern, in den Sitzungssaal zu gelangen, wo über ein Misstrauensvotum gegen Trek-Trekr entschieden werden sollte. Ein erfolgreiches Misstrauensvotum, für das eine einfache Mehrheit reicht, ist bei den Topsidern mit der öffentlichen Hinrichtung des abgesetzten Regierungschefs verbunden, der nunmehr als Verräter am topsidischen Stolz gilt. Dieses Gesetz, auf das sich Chir-Wrem beruft, ist seit Jahrtausenden nicht angewendet worden.
Atlan wird von einer topsidischen USO-Agentin über die Geschehnisse informiert und davor gewarnt, dass die HELIOS und die SHIKARI vernichtet werden sollen, sobald Chir-Wrem an der Macht sein wird. Dabei soll es so aussehen, als habe man den beiden Schiffen die Aufenthaltsgenehmigung entzogen, sie hätten sich bei Nichtbefolgung gegen eine Enterung gewehrt und seien im Zuge dessen zerstört worden. Atlan macht sich diesen perfiden Plan selbst zunutze und täuscht die Zerstörung der Schiffe vor. Während die HELIOS im Schutz des Paros-Schattenschirms den Tetkra-Sektor verlässt, versucht Sichu weiterhin mit der SHIKARI - nun aus dem Verborgenen heraus - einen Zugang zur Halbraumtasche zu schaffen.
Atlan berät sich derweil mit Monkey und NATHAN, die zu dem Schluss kommen, dass es eine Katastrophe wäre, wenn ein Mitglied des Galaktikums von einem Despoten beherrscht wird, ohne dass dies angefochten wird. Deshalb soll Atlan Trek-Trekr befreien und von Topsid fortbringen, damit er eine Exilregierung bilden kann. Da das Sternengelege zum Galaktikum gehört, das die elysische Charta ratifiziert hat, erklärt Monkey den Arkoniden, falls er entlarvt werden sollte, für die Dauer seines Befreiungseinsatzes zum Shinobi, einem elysionweit angesehenen Streiter für Recht und Ordnung, der polizeiähnliche Befugnisse übertragen bekommt und Immunität genießt.
Aber auch Trek-Trekrs eigene Leute versuchen, ihn zu retten. Seine Stabschefin Choril-For lässt ihn entführen und in das einzige christliche Kloster des gesamten Sternengeleges bringen, wo sich Bruder Damian, ein alter Mönch, um seine Wunden, die Tirst-Draap ihm nach der Verhaftung beigebracht hat, kümmert.
Trek-Trekr will sein Volk in einer letzten Rede, die ihm als zum Tode Verurteilten zusteht, aufrütteln und hat kein Interesse daran, zu fliehen. Außerdem würde das als Schwäche ausgelegt werden, wodurch er jegliche Autorität verlöre und keine Exilregierung anführen könne. Er will sich stellen, um seine Rede zu halten. Atlan, dem es gelungen war, ihn in dem Kloster aufzuspüren, macht ihm klar, dass es zu einer tatsächlich von ihm gehaltenen Rede nicht kommen wird, weil man ihm sicher ganz andere Worte unterschiebt. Doch Trek-Trekr bleibt hartnäckig. Als sich Bruder Damian in der Maske des abgesetzten Regierungschefs verhaften lässt, um sich an dessen Stelle hinrichten zu lassen, versuchen Atlan (ebenfalls als Topsider maskiert) und Trek-Trekr ihn zu befreien. Doch auch Bruder Damian will lieber einen Märtyrertod sterben, als aufzugeben. Als ihm die letzte Rede gewährt wird, werden Atlan und Trek-Trekr Zeuge, wie dessen Worte von einem eingespielten demütigen Schuldbekenntnis überlagert werden.
Daraufhin entern Atlan und Trek-Trekr den Kontrollcontainer, von dem aus die Hinrichtung eingeleitet und ins ganze Sternengelege übertragen wird und stoppen die falsche Rede, so dass nun Damians eigene Worte zu hören sind. Um das Desaster aufzuhalten, erschießt Tirst-Draap Bruder Damian, woraufhin er von seinen eigenen Untergebenen wegen Tabubruchs drangsaliert wird, denn ein zum Tode verurteilter Gouberneur darf nur auf eine ganz bestimmte Weise hingerichtet werden. Atlan überträgt die Bilder davon - kommentiert von Trek-Trekr, der sozusagen selbst als Toter seine Landsleute daran gemahnt, dass eine dunkle Zeit beginnt, wenn sie nicht aufbegehren. Er prophezeit, dass Chir-Wrems Gier keine Grenzen kennen und er zuerst das eigene Volk ausnehmen wird, um dann einen Krieg gegen andere Völker anzuzetteln, bei dem das Sternengelege jedoch einem geeinten Galaktikum gegenüber stehe.
Als der Kontrollcontainer gestürmt wird, gelingt den beiden die Flucht in Atlans getarnter Space-Jet zur HELIOS, die zum Tetkra-Sektor fliegt, von wo aus Atlan Monkey informiert und seinen Shinobi-Posten wieder abgibt. Und Trek-Trekr erklärt sich bereit, eine Exilregierung Topsids anzuführen, wenn dies nötig sein würde.
16. Januar 2026
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