Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. - Pressedienst, 23. Februar 2026
Wolfsjagd: NABU warnt vor neuen Konflikten
Neuwald: Weidetierhaltende mit echten Lösungen unterstützen
Berlin - Anlässlich der heutigen Sachverständigenanhörung zum Bundesjagdgesetz kritisiert der NABU die geplante Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht und somit eine mögliche reguläre Bejagung von Wölfen.
NABU-Wolfsexpertin Marie Neuwald warnt: "Die aktuell vorgesehene Änderung des Bundesjagdgesetzes ist nicht geeignet, um die Debatte um Wölfe zu befrieden. Im Gegenteil: Sie wird neue Probleme und Unsicherheiten schaffen, denn die reguläre Bejagung von Wölfen ist keine wirksame Lösung und kann den Herdenschutz nicht ersetzen."
Neuwald weist darauf hin, dass weniger Wölfe nicht automatisch weniger Risse bedeuten. Daher lenke die Debatte über Jagd von wirksamen Lösungen ab. Statt auf die wirkungslose und rechtlich heikle Bejagung zu setzten, appelliert Neuwald an die zuständigen Parlamentarier*innen, echte Lösungen noch mehr zu unterstützen: "Herdenschutz wirkt nachweislich: Trotz gleichbleibendem Wolfsbestand ging die Zahl der Risse 2024 um ein Viertel zurück - ein hoffnungsvolles Zeichen für das Miteinander von Menschen, Wölfen und Weidetieren."
Der NABU fordert Bund und Länder dazu auf, wirksamen Herdenschutz
konsequent auszubauen und vollständig zu finanzieren. Für den NABU ist
klar: Einzelne Tiere, die Herdenschutz wiederholt überwinden oder
auffälliges Verhalten gegenüber Menschen zeigen, müssen nach klaren
Regeln entnommen werden können. Das sei jedoch heute schon möglich,
die nun geplante Novelle brauche es dafür nicht.
Stellungnahme zum Wolf im Jagdrecht
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/wolf/251203_nabu-stellungnahme_jagdg_wolf.pdf
Juristische Stellungnahme im Auftrag u.a. des NABU
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/wolf/251204-verbaende-rechtliche-stellungnahme-bjagdg-bnatschg.pdf
Policy Brief zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/wolf/251203-nabu_policy-brief_novelle-bundesjagdgesetz.pdf
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Quelle:
NABU Pressedienst, 23.02.2026
Herausgeber:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
E-Mail: presse@NABU.de
Internet: www.NABU.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 27. Februar 2026
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