Deutsche Umwelthilfe e.V.
Pressemitteilung - Donnerstag, 22.01.202
Import von US-Fracking-Gas nach erstem Amtsjahr von Trump auf
Rekordhoch:
Deutsche Umwelthilfe warnt vor neuer Abhängigkeit bei LNG-Importen
• DUH-Analyse zeigt: Deutsche LNG-Importe aus den USA steigen in Trumps erstem Amtsjahr 2025 mit rund 101 Terawattstunden um mehr als 60 Prozent auf neuen Höchstwert
• Rund 96 Prozent der deutschen LNG-Importe stammen aus den USA - mit Kosten von 3,2 Milliarden US-Dollar
• DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner: "Die neue Abhängigkeit von Trump ist fatal. Die Bundesregierung muss neue US-LNG-Verträge umgehend stoppen und konsequent Effizienzprogramme fördern und Erneuerbare ausbauen."
Berlin, 22.1.2026: Die LNG-Lieferungen an deutsche Häfen aus den USA
haben im ersten Amtsjahr von Donald Trump ein Rekordhoch erreicht.
Dies geht aus Daten der US Energy Information Administration hervor,
die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ausgewertet hat. Demnach
importierte Deutschland 2025 rund 101 Terawattstunden (TWh) Gas aus
den USA - ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit entfielen rund 96 Prozent der gesamten LNG-Importe an deutsche
Häfen auf US-Lieferungen. Die Kosten für die Lieferungen beliefen sich
laut US-Angaben auf 3,2 Milliarden US-Dollar und lagen damit deutlich
über dem Niveau von 2024 (damals 1,9 Milliarden US-Dollar). Aus Sicht
der DUH verschärft diese Entwicklung die Abhängigkeit vom zunehmend
unberechenbaren Partner USA. Die DUH fordert, den weiteren Ausbau von
LNG-Terminals an der deutschen Küste umgehend zu stoppen und keine
neuen Importverträge für US-Fracking-Gas abzuschließen.
Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer: "Bei den LNG-Importen geht es längst nicht mehr um die Bewältigung einer kurzfristigen Krise. Donald Trump nutzt die Gaslieferungen gezielt, um Europa und Deutschland in eine fatale fossile Abhängigkeit zu drängen. Die Rekordimporte werden den US-Präsidenten jedoch kaum besänftigen. Die Bundesregierung muss jetzt endlich handeln: Der weitere Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste muss sofort gestoppt werden. Deutschland muss aus den Importen von US-Fracking-Gas aussteigen und gemeinsam mit europäischen Partnern eine Initiative für den Ausstieg aus fossilen US-Importen starten. Versorgungssicherheit erreichen wir nur durch mehr Energieeffizienz und den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien. Das dient nicht nur dem Klima, sondern auch unserer Sicherheit."
Die DUH hat zudem die gesamten LNG-Lieferungen an deutsche Terminals im Jahr 2025 ausgewertet. Demnach wurden in Wilhelmshaven insgesamt 57 TWh Erdgas eingespeist, auf Rügen 27 TWh und in Brunsbüttel 22 TWh. Bei der Auslastung der Anlagen lag das LNG-Terminal Brunsbüttel mit 84 Prozent an der Spitze. Es folgten die beiden Terminalschiffe in Wilhelmshaven mit einer gemeinsamen Auslastung von rund 65 Prozent sowie das Terminal in Rügen mit 48 Prozent. Die Auslastung berechnet die DUH dabei als Verhältnis von technischer Kapazität und tatsächlicher Nutzung auf Grundlage der Angaben des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe.
Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: "Die
Bundesregierung verstetigt ihre fossile Importstrategie und erhöht die
energiepolitische Verwundbarkeit Deutschlands. Donald Trump dürfte das
gefallen. Weil die US-Importe ganz überwiegend Fracking-Gas sind, ist
diese Strategie nicht nur für Versorgungssicherheit, sondern auch für
das Klima fatal. Das Wachstum der LNG-Lieferungen aus den USA zeigt
überdeutlich, dass fossile Energieimporte unweigerlich zu Abhängigkeit
und Umweltzerstörung führen. Die Bundesregierung muss gemeinsam mit
den europäischen Partnern die Notbremse ziehen."
Download:
DUH-Auswertung der LNG-Lieferungen 2025 ( LNG-Bilanz 2025 197 KB)
https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Pressemitteilungen/Energie/LNG/DUH_LNG_Bilanz_2025.pdf
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Quelle:
Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Pressemitteilung, 22.01.2026
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Tel.: 030/25 89 86-0, Fax.: 030/25 89 86-19
Internet: www.duh.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 30. Januar 2026
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