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ATOM/1398: AKW Gösgen - Mangelnde Kontrolle im Atomkraftwerk (Axel Mayer)


Mitwelt Stiftung Oberrhein

Veröffentlicht am 11.01.2026 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

AKW Gösgen: Mangelnde Kontrolle im Atomkraftwerk & in der Bar in Crans-Montana


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Aktueller Einschub von BUND-Regionalverband und Mitwelt Stiftung Oberrhein:
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, 79098 Freiburg
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Was ist los im Schweizer AKW Gösgen?
Das Risiko-AKW Gösgen (CH) liegt 21 km von der deutschen Grenze entfernt. Aktuell ist es wegen technischer Probleme abgeschaltet und produziert frühestens Ende Februar wieder Strom - wenn nicht noch neue Probleme hinzukommen ... Die finanziellen Folgen des Ausfalls liegen bei bis zu 500 Millionen Schweizer Franken. Die AXPO gehört zu den Betreibern und hat auf ihrer Homepage einen "nett-manipulativen" Neusprechbegriff für die technischen Probleme hinter der Abschaltung gefunden und spricht von einer Anfahrverzögerung des Kernkraftwerks Gösgen". Sprache ist immer auch Macht.

Stefan Auchter, Geschäftsführer des BUND Regionalverbands: "Konkret war das zunächst eine geplante Abschaltung zur Wartung, die grob 2 Monate dauern sollte, die sich jetzt aber um mindestens ein halbes Jahr verlängert. Das bedeutet, dass bei der Wartung zuvor unerkannte Probleme aufgetaucht sind, die so gravierend sind, dass ein Weiterbetrieb nicht genehmigt werden kann. Gleichzeitig schweigt der Betreiber über die Details und ist nicht Willens oder in der Lage, die Probleme allgemeinverständlich und nachvollziehbar zu beschreiben."

Axel Mayer, Gründer der Mitwelt Stiftung Oberrhein: "Es gibt ein erstaunliches und erschreckendes Phänomen. In der Schweiz wird jetzt viel über die massiven finanziellen Folgen der Abschaltung berichtet. Über die möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt, die Grund für die Abschaltung sein könnten, wird wenig berichtet und diskutiert. Was sagt diese Gewichtung der Debatte über den Zustand der Medien und einer Gesellschaft aus?"

Die extrem atomkraftfreundliche "Aufsichtsbehörde" Ensi macht zu den konkreten technischen Gründen der Abschaltung kaum Angaben. "Der AKW-Betreiber soll allerdings Nachweise zur fehlenden Sicherheit und zur möglichen Überlastung im Speisewassersystem erbringen."

Was bedeuten diese ENSI-Aussage konkret? Sind diese jetzt erkannten Sicherheitsprobleme und technischen Mängel neu aufgetreten oder bestanden sie schon lange? Welche Sicherheits-Risiken bringt die Überlastung im Speisewassersystem für Menschen und Umwelt?

In einem AKW wie Gösgen, in dem in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben im Jahr entsteht, sind diese Fragen nicht unerheblich. Es ist unschön für die Betreiber, wenn sie 500 Millionen Franken verlieren. Doch wesentlich unschöner sind die möglichen Gefahren, die von diesen Problemen ausgehen.

Ein Unfall in einem der grenznahen Atomkraftwerke in der Schweiz könnte nach wissenschaftlichen Einschätzungen auch massive Folgen für Baden-Württemberg haben. Je nach Wetterlage müssten weite Teile des Landes evakuiert werden, heißt es in einer neuen Untersuchung des Trinationalen Atomschutzverbands (TRAS). Betroffen wären unter Umständen Regionen bis in mehreren Hundert Kilometern Entfernung. Die Evakuierungszone könnte nicht nur die Großstadt Freiburg i. Br., sondern auch Städte wie Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Reutlingen, Heilbronn, Ulm, Nürnberg, Augsburg und München umfassen. Auch die gleichzeitige Evakuierung mehrerer Großstädte oder etwa des gesamten Oberrheingrabens könnte erforderlich sein. Darauf ist der Katastrophenschutz nicht ausgelegt.

Selbst bei günstigen Wetterlagen, bei denen der Wind die radioaktive Wolke größtenteils in die Schweiz oder nach Frankreich tragen würde, bekäme das Dreiländereck so große Strahlendosen ab, dass weite Teile der Region zwischen Waldshut-Tiengen, Freiburg und Basel komplett geräumt werden müssten, heißt es in der Untersuchung. Je nach Windrichtung am Katastrophentag wären selbstverständlich auch große Gebiete der Schweiz betroffen.

Stefan Auchter, BUND
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
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Die Gefahren des AKW Gösgen kurz zusammengefasst / Welche Risiken birgt die Atomenergie?
  • Massive Gesundheitsgefahren beim Uranabbau und im ganzen Brennstoffkreislauf
  • Krebserzeugende, radioaktive Strahlung im sogenannten Normalbetrieb
  • In jedem AKW wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass im Atomkraftwerk Gösgen, mit 1060 MWMW Leistung, im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben entsteht
  • Unfallgefahr mit verheerenden Folgen
  • Atommüll gefährdet 30.000 Generationen und strahlt eine Million Jahre
  • Mangelhafte Sicherheitskontrollen durch unfähige, parteiische Kontrollorgane (ENSI)
  • Über den "Umweg" der sogenannten "friedlichen" Nutzung der Kernenergie kommen weltweit immer mehr Länder in den Besitz von Atomwaffen
  • Der Bau von neuen Atomkraftwerken und der damit erzeugte Strom ist wesentlich teurer als Strom aus Wind und Sonne
  • Warum sollten wir unter dem Druck von Atom-Lobbyisten auf eine teure Hochrisikotechnologie setzen, wo wir doch umweltfreundliche und kostengünstige Alternativen haben?
Atommüll Gösgen und Schweiz: Unsicherheit für eine Million Jahre?

Im Gebiet Nördlich Lägern und direkt der Grenze gelegen, könnte das Schweizer Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen, denn dieses Gebiet bei Hohentengen ist bisher der "beste" aller geologisch schlechten Standorte in der Schweiz. Der gefährliche Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet 30.000 Generationen. Der hochradioaktive Schweizer Müll soll in Opalinuston gelagert werden, denn Salz und Granit kommen in der Schweiz nicht als Endlagermedium infrage. Das verschwiegene Problem ist die Tatsache, dass die Schweizer Opalinustonschichten im internationalen Vergleich extrem dünn sind und über einem Permokarbontrog liegen. Geschickt haben die Durchsetzungsstrategen des Atomlagers diese zentralen Sicherheitsfragen bisher aus der (veröffentlichten) Diskussion herausgehalten. Meidet die "Killing Fields" der öffentlichen Debatte nennen die PR-Agenturen der Schweizer Atomlobby (Burson Marsteller) eine solche Strategie. Die Durchsetzungsstrategien für ein Endlager sind perfekt, die Geologie der Schweiz ist leider schlecht für ein atomares Endlager geeignet.

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Aktueller Einschub vom 11.01.2026

Was ist los im abgestellten AKW Gösgen?
Mangelhafte Kontrollen in der Bar in Crans-Montana und in den Schweizer AKW

Eine der Ursachen des verheerenden Brandes in der Bar in Crans-Montana waren die fehlenden staatlichen Kontrollen. Doch auch die Überwachung der Schweizer AKW ist mehr als mangelhaft.

Das Risiko-AKW Gösgen in Däniken ist wegen massiver technischer Probleme abgeschaltet und produziert bis auf Weiteres keinen Strom. Eine Sicherheitslücke, wegen der das AKW viele Monate lang ausfällt, besteht seit Inbetriebnahme der Anlage vor 46 Jahren! Die Schwachstelle wurde in den 1990er-Jahren identifiziert, aber nicht behoben. In einem AKW wie Gösgen enteht jährlich in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben.
Die extrem atomfreundliche Aufsichtsbehörde Ensi macht zu den konkreten, technischen Gründen der Abschaltung viel zu wenig Angaben. In der Schweiz wird jetzt viel über die finanziellen Folgen der Abschaltung und wenig über die Gefahren, die Grund für die Abschaltung sind, diskutiert.

Was sagt dies über den Zustand einer Gesellschaft aus?
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Atomkraftwerk AKW Gösgen

Das Schweizer Kernkraftwerk Gösgen (KKG) strahlt an der Aare zwischen den Städten Aarau und Olten, auf dem Gebiet der Gemeinde Däniken. Es nahm im November 1979 den kommerziellen Betrieb auf und ist das erste AKW der 1000-Megawattklasse in der Schweiz.

Wie funktioniert das AKW Gösgen (Druckwasserreaktor)?

Herzstück des Kraftwerkes Gösgen ist ein Druckwasserreaktor der damaligen deutschen Kraftwerk Union (heute Framatome ANP mit 3002 Megawatt thermischer Leistung. Im Reaktorkern finden sich 177 Brennelemente mit je 205 Brennstäben, die aus angereichertem Uranoxid mit spaltbarem Uran-235 oder MOX-Brennelementen (Uran-Plutonium- Mischoxid-Brennelemente) mit einem Anteil an höchstgefährlichen Plutonium bestehen.
Das AKW Gösgen erhitzt im Gegensatz zu anderen Schweizer Kernkraftwerken nicht direkt die Flüsse Aare und Rhein, sondern über einen 150 Meter hohen Naturzug-Nass-Kühlturm die Atmosphäre.

Eigentümer des Kraftwerkes sind die Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) mit 40 Prozent, die Nordostschweizerischen Kraftwerke mit 25 Prozent, die Centralschweizerischen Kraftwerke mit 12,5 Prozent, die Stadt Zürich (EWZ) mit 15 Prozent und die Stadt Bern mit 7,5 Prozent.

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Schweizer "Heimat-Parteien", die AKW Beznau, Leibstadt und Gösgen und die Laufzeitverlängerung auf 64 Jahre

Auch der Schweiz gibt es dieses erstaunliche Phänomen. Die rechten und konservativen Parteien, die in ihren Wahlkämpfen gerne von Heimat reden, gefährden ebendiese Heimat durch die teure Hochrisikotechnologie Atomkraft. Der politische, giergetriebene Wunsch für eine Gefahrzeitverlängerung der AKW Beznau, Leibstadt und Gösgen ist ein gefährliches Experiment für die Schweiz und ihre Nachbarländer.
Ein schwerer Atomunfall könnte große Teile der Schweiz unbewohnbar machen. Es ist erstaunlich, dass gerade die Atomlobbyisten in der SVP vor diesen Gefahren die Augen verschließen. Die wirtschaftlichen Interessen der Atomindustrie gehen vor Heimatschutz. Konservativ ist dies nicht.

Blackout-Initiative Schweiz: Milliardäre sind das Volk
Auch in der Schweiz nutzt die Atomlobby gezielt geschürte Ängste, um neue AKW politisch durchzusetzen. Die "Blackout stoppen"-Initiative wurde von einer der reichsten Schweizer Familien, von den Milliardären Irene und Simon Aegerter initiiert. Es ist eine "Volksinitiative", die mit Angstkampagnen den Bau neuer Kernkraftwerke (AKW) ermöglichen soll.
Hinter dem Wort Volk, im Begriff "Volksinitiative" stehen Milliardäre, die mit AKW viel Geld verdienen wollen. Es ist immer spannend, wenn sich Superreiche als "das Volk" ausgeben.
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Atomunfälle und Reaktorkatastrophen in Atomkraftwerken: Die große Gefahr

In jedem Atomkraftwerk wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in einem AKW mit 1000 MW Leistung im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1000 Hiroshima-Bomben entsteht. Die atomaren Katastrophen (nicht nur) in Tschernobyl und in Fukushima zeigten: "Die Freisetzung nur eines kleinen Teils dieser Radioaktivität hat verheerende Folgen für die betroffene Region. Große Landstriche müssten für lange Zeiträume evakuiert werden." Alternde AKW vergrößern die Unfallgefahr.

Die Unfälle von Fukushima und Tschernobyl werden sich genau so kein zweites Mal wiederholen.

Die nächste Katastrophe, egal ob in Ost- oder Westeuropa, wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Katastrophenabläufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie verträgt keine Fehler. AKW. Sie ist nicht menschengerecht. Dazu kommt die Gefahr durch jederzeit mögliche Terroranschläge auf Atomanlagen. Wer viele, neue kleine AKW bauen und exportieren will, erhöht diese Gefahr.

Die atomare Katastrophe in Fukushima
begann am 11. März 2011 mit einem Erdbeben und lief gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen an radioaktivem Material entwichen und verseuchten Menschen, Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel. Ca. 100.000 bis 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Einem gnädigen, menschenfreundlichen Wind hat es Japan zu verdanken, dass im März 2011 die extreme Strahlung der havarierten Reaktoren auf das Meer und nicht in den Großraum Tokio mit seinen bis zu 41 Millionen Menschen geweht wurde. Das japanische "atomare Dorf", die undemokratische Verfilzung von Atomwirtschaft, Politik, Teilen der Medien und Verwaltung gab und gibt es auch in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

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Fukushima, Gier und Unrecht
Über ein Jahrzehnt nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind die Entschädigungen für die Opfer der Katastrophe minimal. Doch ein Gericht in Tokio ordnete die Zahlung von 13 Billionen Yen (94,6 Milliarden Euro) Schadensersatz für die Aktionäre des Atomkonzerns an. (Eine Milliarde sind tausend Millionen). Es gibt wenige Urteile, die besser die "Westlichen Werte" aufzeigen, für die Japan und der Westen stehen.
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Fukushima, Tschernobyl, die Atomlobbyisten der Nuclear Pride Coalition, von Nuklearia, WePlanet und neue AKW?

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomar-fossile Dorf, die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und den Atomparteien AfD und den wirtschaftslibertären Teilen von FDP, CDU und CSU funktionieren noch. Es werden zwar viele alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern, in denen der Markt nicht funktioniert, werden immer noch AKW gebaut. Darum wird gerade jetzt intensiv für neue Atomkraftwerke und Thorium-Reaktoren geworben. Um die Bevölkerung nach Tschernobyl und Fukushima für ihre Interessen zu begeistern, ist AKW-Betreibern kein Preis zu hoch und keine Methode zuwider. In geschickt inszenierten Kampagnen verbreiten sie Halbwahrheiten, verschleiern Tatsachen oder rühmen Selbstverständlichkeiten und lassen von industriegelenkten Klimawandelleugnern und "Bürger"initiativen gegen Windenergie die zukunftsfähigen Energien und insbesondere die Windenergie bekämpfen. Die Atomlobbyisten der Nuclear Pride Coalition, vonNuklearia, und der sogenannten Critical Climate Action spielen Umweltbewegung.

Diese Propaganda hat die Atomwirtschaft dringend nötig. Strom aus neuen AKW wird immer teurer und Ökostrom immer günstiger.

Die Finanzierung des neuen AKW in Hinkley Point C durch staatliche Förderungen ist ein Novum. Der Deal umfasst nicht nur eine Kreditgarantie in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro zur Absicherung der Baukosten. Kräftig zuzahlen will London auch während der geplanten 60-jährigen Betriebszeit. Garantiert wird ein mit elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) vergleichsweise hoher Abnahmepreis für den in Hinkley Point C produzierten Atomstrom. Dies über 35 Jahre, plus Inflationsausgleich. Konservativ hochgerechnet mit einer Inflationsrate von zwei Prozent macht das eine Vergütung von 22 Cent pro kWh im letzten Förderjahr. Zum Vergleich: Das Solarkraftwerk Al Shuaiba PV IP wird künftig seinen Strom für gerade mal 1,04 US-Cent verkaufen.

Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?


Uranabbau tötet

Die letzten großen abbauwürdigen Uranvorkommen liegen in Australien, Russland, Nordamerika, Südafrika und im Kongogebiet. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Das beim Uranabbau verstärkt entweichende Radongas macht die Bergwerksarbeiter und AnwohnerInnen krank. Ein Beispiel war der Uranabbau der "Wismut" in Ostdeutschland. Aufgrund der hohen Strahlenbelastung traten verstärkt Krebserkrankungen auf. Allein rund 7.000 Lungenkrebsfälle sind dokumentiert. Insgesamt gehen Schätzungen von mehr als 20.000 Opfern im deutschen Uranabbau aus. Die Sanierung der deutschen Urangruben der Wismut, hat die SteuerzahlerInnen 6,5 Milliarden Euro gekostet. Die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in den Ländern der Dritten Welt sind verheerend.

"Ökomoderne" Atomlobby: Grüngewaschene Lobbyorganisationen
"Ökomoderne" - Weplanet - Nuklearia - Tech for Future - Partei der Humanisten - Vernunftkraft - Windwahn - Wattenrat

Abluftkamin / Schornstein eines AKW / Radioaktivität im sogenannten Normalbetrieb

In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im sogenannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser ständig radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des (stillgelegten) Atomkraftwerks Fessenheim lagen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Bei Wikipedia heißt der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend "Abluftkamin".

Krebs, Kinderkrebs und das AKW

Aus einer Studie, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Es ist unerklärlich warum einige Politiker von CDU, CSU und FDP vor dieser Tatsache immer noch die Augen verschließen. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten. Die Studie zeigt aber, dass auch im weiteren Radius um AKW die Kinderkrebshäufigkeit zunimmt. Der prozentuale Anteil sinkt zwar, dafür nimmt aber die Anzahl der kranken Kinder zu, denn dort wohnen und leben mehr Kinder als in direkter Nähe des AKW.

Mehr Infos: Krebs, Kinderkrebs und Kernkraftwerk
www.mitwelt.org/krebs-kinderkrebs-atomkraftwerk.html


Die atomare Gefährdung durch Terror und Anschläge
wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Doch die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der Pandora weit geöffnet. Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare Wege:

  • Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertes Uran-235 ...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden
  • Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen
  • Radioaktives Material kann mithilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen (Schmutzige Bombe)
  • Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungsanlage oder sonstige Atomanlage

Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwändig und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Die teuren und gefährlichen Pläne neue, kleine AKW zu bauen und weltweit zu exportieren erhöht das Risiko, dass immer mehr Länder in den Besitz von Atomwaffen kommen. Kleine AKW sind "Diktators Liebling".

Flugzeugabsturz und AKW

Ein Flugzeugabsturz auf ein Atomkraftwerk ist nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ziemlich unrealistisch. Doch die Gesetze der Wahrscheinlichkeit gelten bei diesem Thema leider nicht. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA, bei denen vier Flugzeuge entführt und für Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon genutzt wurden, zeigt die Gefahren. Auch ein erweiterter Suizid ist jederzeit möglich. Ein Pilotensuizid ist ein Suizid, bei dem ein Pilot gezielt einen Flugunfall herbeiführt, um sich selbst, aber auch andere zu töten.

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Eine Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" sagt:
Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den atomaren Super-GAU auszulösen. Wenn nur ein Triebwerk eine Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich". Selbst ein "Treffer des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken. Wird in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war - rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem Brennelementlagerbecken".
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Alte und neue Atomkraftwerke sind schlecht geschützt. Es kann nicht angehen, angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Atomkraftwerksgeneration, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), könnte einen gezielten Anschlag überstehen.

Folgen möglicher Atomunfälle dargestellt am Beispiel des zwischenzeitlich abgestellten AKW Fessenheim

Hintergrund der Studie war ein angenommener schwerer Atomunfall im französischen EDF-/EnBW-Atomkraftwerk Fessenheim: "Bei lebhaftem Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall." (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen.)
Quelle: Ökoinstitut Darmstadt

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Folgen eines schweren Unfalls oder eines Terroranschlages für Sie:
Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300 Kilometer um das nächstgelegene AKW. Wenn Sie in diesem Kreis wohnen und es zu einem schweren Unfall oder Terroranschlag kommt, zu einer Katastrophe, die unwahrscheinlich ist und die dennoch morgen schon eintreten kann, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden Sie diese Ihre Heimat, mit allem, was Sie in Jahrzehnten mühevoll aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein, einfach nur zu überleben.
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4000 Milliarden Franken
kann ein schwerer Atomunfall mit radioaktiver Verseuchung in einem Schweizer AKW kosten. Diese Zahl stammt nicht von AKW-Gegnern, sondern vom Bundesamt für Zivilschutz. Diese Zahl stand schön häufiger in den Medien. Das Problem: Niemand kann sich eine solche Zahl "4 000 000 000 000 Franken" vorstellen. Ein schwerer Atomunfall oder ein Terroranschlag auf ein altes oder neues AKW, bedeutet schlicht das Ende der Schweiz, so wie wir sie bisher kannten.

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Atomkraft, Würenlingen und der Traum von der Schweizer Atombombe

Im Geheimen hatte die Schweizer Regierung schon kurz nach Kriegsende die "Schaffung einer schweizerischen Uran-Bombe" vorangetrieben - die "Studienkommission für Atomenergie" unter Vorsitz des Kernphysikers Paul Scherrer fasste den entsprechenden Auftrag, von dem auch im Parlament niemand wusste. In den Jahren 1953-1955 wurden im Rahmen einer geheimen Vereinbarung zehn Tonnen Uran aus Belgisch-Kongo geliefert. Die Hälfte davon lagerte im Forschungsreaktor Diorit in Würenlingen - dem Sitz des heutigen Paul Scherrer - Institutes - als Rohstoff für die Atomwaffenfertigung. Die Schweiz sei in der Lage, binnen von vier Jahren eine Atombombe zu entwickeln, das Know-how und das Geld seien vorhanden, hieß es damals im Militärkreisen.
Seit den 60er-Jahren waren auf dem Areal des Paul-Scherrer-Instituts "heimlich" 20 Kilogramm Plutonium eingelagert, wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet. Die Schweiz lagerte Plutonium für vier Atombomben. Der Bund war offenbar 50 Jahre lang im Besitz von Atombombenmaterial. Erst Anfang des Jahres 2016 wurde das Material laut Sonntagspresse heimlich abtransportiert. Diese unglaublichen Vorgänge, geheimgehalten vor dem Parlament, zeigen die ungeheure und undemokratische Macht des Atomfilzes in der Schweiz. 1967 entstand durch einen schweren Unfall im Würenlinger Diorit-Reaktor ein angeschmolzenes Brennelement, das die Reaktorhalle kontaminierte. Auch wurden deutlich erhöhte Radioaktivitäts-Abgaben in der Aare registriert. In der Folge des Störfalls musste auch das gesamte primäre Schwerwasser-Kühlsystem durch Ausbeizung dekontaminiert werden.
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SVP, Atomparteien, das "atomare Dorf" und der konservative Atomfilz in der Schweiz

Es ist nicht erklärbar, warum insbesondere die sogenannten Bürgerlichen und Konservativen in der Schweiz die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betreiben wollen und so die Existenz des eigenen Landes und seiner Menschen unverantwortlich aufs Spiel setzen. Mit zunehmendem AKW-Alter wächst auch die Gefahr schwerer, katastrophaler atomarer Unfälle. Bei einem schweren Atomunfall in Deutschland würden sich, ähnlich wie in Japan, zumindest noch Gebiete finden, wohin die Menschen evakuiert werden könnten.
Bei einem Atomunfall in einem kleinen Land wie der Schweiz kämen als Fluchtorte, je nach Schwere des Unfalls und je nach Windrichtung am Katastrophentag, nur die ebenfalls betroffenen Nachbarländer infrage. Haben sich diese Bürgerlichen und Konservativen schon einmal überlegt, in welchem der Nachbarländer sie Asyl beantragen würden?

Die "konservativen" Atomparteien der Schweiz stehen nicht für den Schutz der Heimat.
Sie sind, ähnlich wie die japanischen und französischen Konservativen, Teil des "atomaren Dorfes", eines undemokratischen Netzwerks von Abhängigkeiten und Verfilzungen von Politik, Medien und staatlichen Kontrollorganen mit der Atomindustrie. Die große Atompartei der Schweiz ist trotz Fukushima und Tschernobyl immer noch die rechtspopulistische SVP, (Schweizerische Volkspartei).

Atommüll Schweiz: Ein unsicheres Atommülllager in Planung

Von 1969 bis 1982 hat die Schweiz 5321 Tonnen Atommüll im Nordatlantik versenkt, ein Umweltverbrechen, das von Politik und Medien erst mit der üblichen Verspätung kritisiert wurde. Die Verantwortlichen wurden nie bestraft.
Die Schweiz will das Endlager für Atommüll an der Grenze zu Deutschland im Gebiet Nördlich Lägern, wenige Kilometer südlich der deutschen Gemeinde Hohentengen bauen.
Die jetzige Standortauswahl, für den besten aller schlechten Standorte eines atomaren Endlagers in der Schweiz spricht für eine gewisse Verzweiflung der AKW-Betreiber und der NAGRA und verheißt nichts Gutes. Atommüll, der eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss, braucht eine gute Geologie und nicht gute Worthülsen
Der hoch radioaktive Schweizer Atommüll soll in einer im internationalen Vergleich sehr dünnen Schicht Opalinuston vergraben werden. Unter dem geplanten Endlager liegt ein Permokarbontrog, der die notwendige Sicherheit für eine Million Jahre ausschließt. Wir sind nicht in der Lage, "Atommüll zu denken". Müll der eine Million Jahre strahlt und 33.000 Generationen gefährdet.

Mehr Infos: Atommüll Schweiz
www.mitwelt.org/atom-muell-info-schweiz-nagra.html

Wie gefährlich ist Atommüll?

In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ca. die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, in einem AKW mit 1000 MW entsteht jährlich ca. die Radioaktivität von 1000 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Stoffe ("Isotope") zerfallen in wenigen Jahren (z.B. das klimaschädliche Krypton-85: 10,76 Jahre Halbwertzeit). Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten (z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre). Ins atomare Endlager kommt ein "Cocktail" aus vielen gefährlichen Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten, über mindestens eine Million Jahre(!) geben - über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen. Es ist erschreckend, dass gerade konservative Parteien, die gerne von "Werten" reden, immer noch auf eine zukunftsgefährdende Technologie setzen.

Atommüll, Plutonium, Halbwertszeit und der Pharao

Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 - 250 kg hochgefährliches Plutonium. Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden. Wir brauchen Atommülllager, die eine Million Jahre Sicherheit gewährleisten ...

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Der Israel-Iran-Krieg
zeigt die Gefahren der Weiterverbreitung von Atomwaffen durch den Bau von AKW. Dennoch gibt es weltweit den rechtskonservativen (Alb-)Traum von den kleinen, neuen AKW. Diese sind teuer und gefährlich und werden immer mehr Länder in den Besitz von Atombomben bringen. Das ist ein globales Selbstmordprogramm, passt aber gut in unsere Zeit marktradikaler Gier.
Atomkraftwerk + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
Die größte Gefahr für die Welt sind nicht die Atomkraftwerke, sondern die Atomkraftwaffen. Die weltweite Verbreitung von Atombomben durch den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium gefährdet alles Leben auf der Erde. Wieso haben Länder wie Pakistan, Israel und Nordkorea (zukünftig Iran?) Atomwaffen? Weil sie mithilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und insbesondere neue, kleine AKW und Thorium-Reaktoren vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit/Krieg um das iranische bzw. nordkoreanische Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger in Richtung Nordkorea und Iran gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und Urananreicherungsanlagen stehen.
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Klimawandel, Atomkraft, Laufzeitverlängerung, Atom-Propaganda und neue AKW

Der zeitliche Abstand zu den Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima ist so groß, dass die Atomlobby mit dem gezielt vorgeschobenen Klimaschutz-Argument wieder in die Offensive geht. Marktradikale Parteien wie CDU, CSU, FDP und AfD und die grün gestrichenen "ökomodernen" Tarnorganisationen der Atomkraft machen Werbung für Atomkraft, um ihre Profite zu sichern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie zwischenzeitlich sogar die rechtslibertären Klimawandelleugner von EIKE das Klimaschutz-Argument nutzen, um für Atomkraft und gefährliche neue Thorium Reaktoren zu werben. Die politisch Verantwortlichen für Klimawandel und Atomkatastrophen setzten auf AKW als alte, neue "Wunderwaffe" im verloren gehenden Umwelt-Krieg gegen Mensch und Natur. Doch Atomkraft ist hochriskant, extrem teuer und der Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades, sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist extrem teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom für rund 15 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein Aufschlag für die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich günstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6,1 Eurocent pro kWh und aus neuen großen Solarkraftwerken im Durchschnitt 5,2 Eurocent. In sonnenreichen Ländern sind die Kosten für Solarstrom noch günstiger und liegen unter vier Eurocent. Mit einem Bruchteil des Geldes für neue AKW lässt sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima schützen. Aus diesem Grund werden die zukunftsfähigen Energien und insbesondere die Windenergie, von der Atom- und Kohlelobby und ihren "Schein-Bürgerinitiativen" auch massiv bekämpft.

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Die Energy Watch Group [hat] schon längst vorgerechnet:
"Um mit Atomenergie nur 10% der heutigen globalen CO2-Emissionen bis 2050 zu senken, müssten bis dahin 2184 neue Atomkraftwerke je 1 GW, neu gebaut werden, also jeden Monat etwa 8 neue Atomkraftwerke ans Netz gehen."
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Diese 2184 neuen AKW bräuchten Uran, sie würden die Zahl der schweren Atomunfälle vervielfachen und Atommüll produzieren, der eine Million Jahre strahlt und 33.000 Generationen gefährdet. Der weltweite Neubau von AKW brächte immer mehr Länder in den mörderischen Besitz von Atomkraft-Waffen und sie wären im Gegensatz zu Energie aus Wind & Sonne unbezahlbar teuer.

Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Der menschengemachte Klimawandel muss umweltfreundlich und nachhaltig angegangen werden.
Lösungsansätze sind regenerativen Energien, Energiesparen und eine Änderung unseres nicht nachhaltigen Lebensstils. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Wege für ein gutes Leben aufzuzeigen. Die größten Einschränkungen auf diesem Weg sind die ökonomisch-politischen Widerstände alter Eliten und die Tatsache, dass dieser Weg Vernunft und ein massives Umdenken voraussetzt. Der Versuch, die Probleme des Klimawandels mit neuen Atomkraftwerken und Laufzeitverlängerung zu lösen, ist ein gefährlicher, rückwärtsgewandter Irrweg.

Energiekrise und das Uran
Die weltweiten Energie- und Rohstoffvorräte und das Uran sind endlich!

Langfristig steuert die Erde auf eine gigantische Energie- und Rohstoffkrise mit massiven ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu, wenn der Umstieg auf nachhaltige, regenerative Energien nicht beschleunigt wird. Die Übernahme unseres westlichen Verschwendungs- und Raubbaumodells durch Indien und China beschleunigt die kommende Energiekrise.

Billiger Atomstrom?
Teurer, gefährlicher Atomstrom aus neuen Druckwasserreaktoren, aus Mini-AW und Thoriumreaktoren

Immer noch werben atomare Seilschaften wie WePlanet, marktradikale Medien und Parteien (AfD, FDP, CSU, CDU) für den Bau von "kostengünstigen" neuen Atomkraftwerken.
Doch neue Atomkraftwerke sind teuer und gefährlich. Die Finanzierung des neuen AKW in Hinkley Point C durch staatliche Förderungen ist ein Novum. Der Deal umfasst nicht nur eine Kreditgarantie in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro zur Absicherung der Baukosten. Kräftig zuzahlen will London auch während der geplanten 60-jährigen Betriebszeit. Garantiert wird ein mit elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) vergleichsweise hoher Abnahmepreis für den in Hinkley Point C produzierten Atomstrom. Dies über 35 Jahre, plus Inflationsausgleich. Konservativ hochgerechnet mit einer Inflationsrate von zwei Prozent macht das eine Vergütung von 22 Cent pro kWh im letzten Förderjahr. Zum Vergleich: Das Solarkraftwerk Al Shuaiba PV IP wird künftig seinen Strom für gerade mal 1,04 US-Cent verkaufen. Strom aus englischen Offshore Windanlagen wird für 4- bis 6 Cent eingespeist.
Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Druckwasserreaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

  • Die Kosten für den Solarstrom aus Fotovoltaikanlagen sind in den letzten zwei Jahrzehnten um mehr als 90 Prozent gesunken.
  • Die Kosten für den Windstrom sind im letzten Jahrzehnt auf etwa die Hälfte gesunken.
  • Die Kosten für das Speichern einer Kilowattstunde Strom in Batterien sind im letzten Jahrzehnt um fast 90 Prozent gesunken.
  • Strom aus neuen AKW wird immer teurer und ist nicht mehr konkurrenzfähig.
Das AKW Gösgen und Wikipedia-Manipulation

Wikipedia-Manipulation durch die Atomlobby und PR-Agenturen
Heftig und leider immer noch erfolgreich sind die gut organisierten Einflussversuche (nicht nur) der Atomlobby auf viele Wikipedia - Seiten. Häufig gibt es keinerlei Informationen zur Abgabe von Radioaktivität im "Normalbetrieb", zu Krebrisiken oder zur Unfallgefahr und manchmal sogar Orwellsches Neusprech, wenn beispielsweise aus dem Schornstein zur Abgabe von Radioaktivität der "Abluftkamin" wird.
"Es geht hier nicht um eine generelle Kritik an Wikipedia, das zu den genialsten und wichtigsten demokratischen Projekten unserer Zeit zählt, dessen offene Strukturen aber auch stets gefährdet sind, wenn es um Geld und Macht geht. Im Kampf um Meinungsvielfalt bei Wikipedia versagt die Schwarmintelligenz der Umweltbewegung." Besonders beeindruckend manipuliert sind die Wikipediaseiten zu den Atomkraftwerken in der Schweiz. In der Schweiz haben teilweise die "besten und teuersten" PR-Agenturen der Welt für die Atomlobbygearbeitet. Dies ist auf den Wikipedia-Seiten zu den Schweizer AKW deutlich erkennbar.

Originalbeitrag mit zahlreichen Bildern, Anmerkungen und Links:
https://www.mitwelt.org/akw-kkw-goesgen.html

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Quelle:
Mitwelt Stiftung Oberrhein, 11.01.2026
mit freundlicher Genehmigung des Autors Axel Mayer
Venusberg 4, 79346 Endingen
mitwelt.stiftung(at)gmx.net
https://www.mitwelt.org

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 23. Januar 2026

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