Mitwelt Stiftung Oberrhein
Veröffentlicht am 11.01.2026 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer
AKW Gösgen: Mangelnde Kontrolle im Atomkraftwerk & in der Bar in Crans-Montana
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Aktueller Einschub von BUND-Regionalverband und Mitwelt Stiftung
Oberrhein:
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein, 79098 Freiburg
Mitwelt Stiftung Oberrhein, Venusberg 4, 79346 Endingen
Was ist los im Schweizer AKW Gösgen?
Das Risiko-AKW Gösgen (CH) liegt 21 km von der deutschen Grenze
entfernt. Aktuell ist es wegen technischer Probleme abgeschaltet und
produziert frühestens Ende Februar wieder Strom - wenn nicht noch neue
Probleme hinzukommen ... Die finanziellen Folgen des Ausfalls liegen
bei bis zu 500 Millionen Schweizer Franken. Die AXPO gehört zu den
Betreibern und hat auf ihrer Homepage einen "nett-manipulativen"
Neusprechbegriff für die technischen Probleme hinter der Abschaltung
gefunden und spricht von einer Anfahrverzögerung des Kernkraftwerks
Gösgen". Sprache ist immer auch Macht.
Stefan Auchter, Geschäftsführer des BUND Regionalverbands: "Konkret
war das zunächst eine geplante Abschaltung zur Wartung, die grob 2
Monate dauern sollte, die sich jetzt aber um mindestens ein halbes
Jahr verlängert. Das bedeutet, dass bei der Wartung zuvor unerkannte
Probleme aufgetaucht sind, die so gravierend sind, dass ein
Weiterbetrieb nicht genehmigt werden kann. Gleichzeitig schweigt der
Betreiber über die Details und ist nicht Willens oder in der Lage, die
Probleme allgemeinverständlich und nachvollziehbar zu beschreiben."
Axel Mayer, Gründer der Mitwelt Stiftung Oberrhein: "Es gibt ein
erstaunliches und erschreckendes Phänomen. In der Schweiz wird jetzt
viel über die massiven finanziellen Folgen der Abschaltung berichtet.
Über die möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt, die Grund für die
Abschaltung sein könnten, wird wenig berichtet und diskutiert. Was
sagt diese Gewichtung der Debatte über den Zustand der Medien und
einer Gesellschaft aus?"
Die extrem atomkraftfreundliche "Aufsichtsbehörde" Ensi macht zu den
konkreten technischen Gründen der Abschaltung kaum Angaben. "Der
AKW-Betreiber soll allerdings Nachweise zur fehlenden Sicherheit und
zur möglichen Überlastung im Speisewassersystem erbringen."
Was bedeuten diese ENSI-Aussage konkret? Sind diese jetzt erkannten
Sicherheitsprobleme und technischen Mängel neu aufgetreten oder
bestanden sie schon lange? Welche Sicherheits-Risiken bringt die
Überlastung im Speisewassersystem für Menschen und Umwelt?
In einem AKW wie Gösgen, in dem in etwa die kurz- und langlebige
Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben im Jahr entsteht, sind
diese Fragen nicht unerheblich. Es ist unschön für die Betreiber, wenn
sie 500 Millionen Franken verlieren. Doch wesentlich unschöner sind
die möglichen Gefahren, die von diesen Problemen ausgehen.
Ein Unfall in einem der grenznahen Atomkraftwerke in der Schweiz
könnte nach wissenschaftlichen Einschätzungen auch massive Folgen für
Baden-Württemberg haben. Je nach Wetterlage müssten weite Teile des
Landes evakuiert werden, heißt es in einer neuen Untersuchung des
Trinationalen Atomschutzverbands (TRAS). Betroffen wären unter
Umständen Regionen bis in mehreren Hundert Kilometern Entfernung. Die
Evakuierungszone könnte nicht nur die Großstadt Freiburg i. Br.,
sondern auch Städte wie Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Heidelberg,
Reutlingen, Heilbronn, Ulm, Nürnberg, Augsburg und München umfassen.
Auch die gleichzeitige Evakuierung mehrerer Großstädte oder etwa des
gesamten Oberrheingrabens könnte erforderlich sein. Darauf ist der
Katastrophenschutz nicht ausgelegt.
Selbst bei günstigen Wetterlagen, bei denen der Wind die radioaktive
Wolke größtenteils in die Schweiz oder nach Frankreich tragen würde,
bekäme das Dreiländereck so große Strahlendosen ab, dass weite Teile
der Region zwischen Waldshut-Tiengen, Freiburg und Basel komplett
geräumt werden müssten, heißt es in der Untersuchung. Je nach
Windrichtung am Katastrophentag wären selbstverständlich auch große
Gebiete der Schweiz betroffen.
Stefan Auchter, BUND
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Ende Texteinschub
Im Gebiet Nördlich Lägern und direkt der Grenze gelegen, könnte das
Schweizer Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen, denn
dieses Gebiet bei Hohentengen ist bisher der "beste" aller geologisch
schlechten Standorte in der Schweiz. Der gefährliche Atommüll muss
eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet 30.000
Generationen. Der hochradioaktive Schweizer Müll soll in Opalinuston
gelagert werden, denn Salz und Granit kommen in der Schweiz nicht als
Endlagermedium infrage. Das verschwiegene Problem ist die Tatsache,
dass die Schweizer Opalinustonschichten im internationalen Vergleich
extrem dünn sind und über einem Permokarbontrog liegen. Geschickt
haben die Durchsetzungsstrategen des Atomlagers diese zentralen
Sicherheitsfragen bisher aus der (veröffentlichten) Diskussion
herausgehalten. Meidet die "Killing Fields" der öffentlichen Debatte
nennen die PR-Agenturen der Schweizer Atomlobby (Burson Marsteller)
eine solche Strategie. Die Durchsetzungsstrategien für ein Endlager
sind perfekt, die Geologie der Schweiz ist leider schlecht für ein
atomares Endlager geeignet.
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Aktueller Einschub vom 11.01.2026
Was ist los im abgestellten AKW Gösgen?
Mangelhafte Kontrollen in der Bar in Crans-Montana und in den
Schweizer AKW
Eine der Ursachen des verheerenden Brandes in der Bar in Crans-Montana
waren die fehlenden staatlichen Kontrollen. Doch auch die Überwachung
der Schweizer AKW ist mehr als mangelhaft.
Das Risiko-AKW Gösgen in Däniken ist wegen massiver technischer
Probleme abgeschaltet und produziert bis auf Weiteres keinen Strom.
Eine Sicherheitslücke, wegen der das AKW viele Monate lang ausfällt,
besteht seit Inbetriebnahme der Anlage vor 46 Jahren! Die
Schwachstelle wurde in den 1990er-Jahren identifiziert, aber nicht
behoben. In einem AKW wie Gösgen enteht jährlich in etwa die kurz- und
langlebige Radioaktivität von ca. 1060 Hiroshima-Bomben.
Die extrem atomfreundliche Aufsichtsbehörde Ensi macht zu den
konkreten, technischen Gründen der Abschaltung viel zu wenig Angaben.
In der Schweiz wird jetzt viel über die finanziellen Folgen der
Abschaltung und wenig über die Gefahren, die Grund für die Abschaltung
sind, diskutiert.
Was sagt dies über den Zustand einer Gesellschaft aus?
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Das Schweizer Kernkraftwerk Gösgen (KKG) strahlt an der Aare zwischen den Städten Aarau und Olten, auf dem Gebiet der Gemeinde Däniken. Es nahm im November 1979 den kommerziellen Betrieb auf und ist das erste AKW der 1000-Megawattklasse in der Schweiz.
Herzstück des Kraftwerkes Gösgen ist ein Druckwasserreaktor der
damaligen deutschen Kraftwerk Union (heute Framatome ANP mit 3002
Megawatt thermischer Leistung. Im Reaktorkern finden sich 177
Brennelemente mit je 205 Brennstäben, die aus angereichertem Uranoxid
mit spaltbarem Uran-235 oder MOX-Brennelementen (Uran-Plutonium-
Mischoxid-Brennelemente) mit einem Anteil an höchstgefährlichen
Plutonium bestehen.
Das AKW Gösgen erhitzt im Gegensatz zu anderen Schweizer
Kernkraftwerken nicht direkt die Flüsse Aare und Rhein, sondern über
einen 150 Meter hohen Naturzug-Nass-Kühlturm die Atmosphäre.
Eigentümer des Kraftwerkes sind die Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) mit 40 Prozent, die Nordostschweizerischen Kraftwerke mit 25 Prozent, die Centralschweizerischen Kraftwerke mit 12,5 Prozent, die Stadt Zürich (EWZ) mit 15 Prozent und die Stadt Bern mit 7,5 Prozent.
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Schweizer "Heimat-Parteien", die AKW Beznau, Leibstadt und Gösgen
und die Laufzeitverlängerung auf 64 Jahre
Auch der Schweiz gibt es dieses erstaunliche Phänomen. Die rechten und
konservativen Parteien, die in ihren Wahlkämpfen gerne von Heimat
reden, gefährden ebendiese Heimat durch die teure
Hochrisikotechnologie Atomkraft. Der politische, giergetriebene Wunsch
für eine Gefahrzeitverlängerung der AKW Beznau, Leibstadt und Gösgen
ist ein gefährliches Experiment für die Schweiz und ihre
Nachbarländer.
Ein schwerer Atomunfall könnte große Teile der Schweiz unbewohnbar
machen. Es ist erstaunlich, dass gerade die Atomlobbyisten in der SVP
vor diesen Gefahren die Augen verschließen. Die wirtschaftlichen
Interessen der Atomindustrie gehen vor Heimatschutz. Konservativ ist
dies nicht.
Blackout-Initiative Schweiz: Milliardäre sind das Volk
Auch in der Schweiz nutzt die Atomlobby gezielt geschürte Ängste, um
neue AKW politisch durchzusetzen. Die "Blackout stoppen"-Initiative
wurde von einer der reichsten Schweizer Familien, von den Milliardären
Irene und Simon Aegerter initiiert. Es ist eine "Volksinitiative", die
mit Angstkampagnen den Bau neuer Kernkraftwerke (AKW) ermöglichen
soll.
Hinter dem Wort Volk, im Begriff "Volksinitiative" stehen Milliardäre,
die mit AKW viel Geld verdienen wollen. Es ist immer spannend, wenn
sich Superreiche als "das Volk" ausgeben.
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In jedem Atomkraftwerk wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in einem AKW mit 1000 MW Leistung im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1000 Hiroshima-Bomben entsteht. Die atomaren Katastrophen (nicht nur) in Tschernobyl und in Fukushima zeigten: "Die Freisetzung nur eines kleinen Teils dieser Radioaktivität hat verheerende Folgen für die betroffene Region. Große Landstriche müssten für lange Zeiträume evakuiert werden." Alternde AKW vergrößern die Unfallgefahr.
Die Unfälle von Fukushima und Tschernobyl werden sich genau so kein zweites Mal wiederholen.
Die nächste Katastrophe, egal ob in Ost- oder Westeuropa, wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Katastrophenabläufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie verträgt keine Fehler. AKW. Sie ist nicht menschengerecht. Dazu kommt die Gefahr durch jederzeit mögliche Terroranschläge auf Atomanlagen. Wer viele, neue kleine AKW bauen und exportieren will, erhöht diese Gefahr.
Die atomare Katastrophe in Fukushima
begann am 11. März 2011 mit einem Erdbeben und lief gleichzeitig in
vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu
Kernschmelzen. Große Mengen an radioaktivem Material entwichen und
verseuchten Menschen, Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel. Ca.
100.000 bis 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder
dauerhaft verlassen. Einem gnädigen, menschenfreundlichen Wind hat es
Japan zu verdanken, dass im März 2011 die extreme Strahlung der
havarierten Reaktoren auf das Meer und nicht in den Großraum Tokio mit
seinen bis zu 41 Millionen Menschen geweht wurde. Das japanische
"atomare Dorf", die undemokratische Verfilzung von Atomwirtschaft,
Politik, Teilen der Medien und Verwaltung gab und gibt es auch in
Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
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Fukushima, Gier und Unrecht
Über ein Jahrzehnt nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind die
Entschädigungen für die Opfer der Katastrophe minimal. Doch ein
Gericht in Tokio ordnete die Zahlung von 13 Billionen Yen (94,6
Milliarden Euro) Schadensersatz für die Aktionäre des Atomkonzerns an.
(Eine Milliarde sind tausend Millionen). Es gibt wenige Urteile, die
besser die "Westlichen Werte" aufzeigen, für die Japan und der Westen
stehen.
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Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomar-fossile Dorf, die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und den Atomparteien AfD und den wirtschaftslibertären Teilen von FDP, CDU und CSU funktionieren noch. Es werden zwar viele alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern, in denen der Markt nicht funktioniert, werden immer noch AKW gebaut. Darum wird gerade jetzt intensiv für neue Atomkraftwerke und Thorium-Reaktoren geworben. Um die Bevölkerung nach Tschernobyl und Fukushima für ihre Interessen zu begeistern, ist AKW-Betreibern kein Preis zu hoch und keine Methode zuwider. In geschickt inszenierten Kampagnen verbreiten sie Halbwahrheiten, verschleiern Tatsachen oder rühmen Selbstverständlichkeiten und lassen von industriegelenkten Klimawandelleugnern und "Bürger"initiativen gegen Windenergie die zukunftsfähigen Energien und insbesondere die Windenergie bekämpfen. Die Atomlobbyisten der Nuclear Pride Coalition, vonNuklearia, und der sogenannten Critical Climate Action spielen Umweltbewegung.
Diese Propaganda hat die Atomwirtschaft dringend nötig. Strom aus neuen AKW wird immer teurer und Ökostrom immer günstiger.
Die Finanzierung des neuen AKW in Hinkley Point C durch staatliche Förderungen ist ein Novum. Der Deal umfasst nicht nur eine Kreditgarantie in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro zur Absicherung der Baukosten. Kräftig zuzahlen will London auch während der geplanten 60-jährigen Betriebszeit. Garantiert wird ein mit elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) vergleichsweise hoher Abnahmepreis für den in Hinkley Point C produzierten Atomstrom. Dies über 35 Jahre, plus Inflationsausgleich. Konservativ hochgerechnet mit einer Inflationsrate von zwei Prozent macht das eine Vergütung von 22 Cent pro kWh im letzten Förderjahr. Zum Vergleich: Das Solarkraftwerk Al Shuaiba PV IP wird künftig seinen Strom für gerade mal 1,04 US-Cent verkaufen.
Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?
Die letzten großen abbauwürdigen Uranvorkommen liegen in Australien, Russland, Nordamerika, Südafrika und im Kongogebiet. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Das beim Uranabbau verstärkt entweichende Radongas macht die Bergwerksarbeiter und AnwohnerInnen krank. Ein Beispiel war der Uranabbau der "Wismut" in Ostdeutschland. Aufgrund der hohen Strahlenbelastung traten verstärkt Krebserkrankungen auf. Allein rund 7.000 Lungenkrebsfälle sind dokumentiert. Insgesamt gehen Schätzungen von mehr als 20.000 Opfern im deutschen Uranabbau aus. Die Sanierung der deutschen Urangruben der Wismut, hat die SteuerzahlerInnen 6,5 Milliarden Euro gekostet. Die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in den Ländern der Dritten Welt sind verheerend.
"Ökomoderne" Atomlobby: Grüngewaschene Lobbyorganisationen
"Ökomoderne" - Weplanet - Nuklearia - Tech for Future - Partei der
Humanisten - Vernunftkraft - Windwahn - Wattenrat
In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im sogenannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser ständig radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des (stillgelegten) Atomkraftwerks Fessenheim lagen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Bei Wikipedia heißt der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend "Abluftkamin".
Aus einer Studie, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Es ist unerklärlich warum einige Politiker von CDU, CSU und FDP vor dieser Tatsache immer noch die Augen verschließen. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten. Die Studie zeigt aber, dass auch im weiteren Radius um AKW die Kinderkrebshäufigkeit zunimmt. Der prozentuale Anteil sinkt zwar, dafür nimmt aber die Anzahl der kranken Kinder zu, denn dort wohnen und leben mehr Kinder als in direkter Nähe des AKW.
Mehr Infos: Krebs, Kinderkrebs und Kernkraftwerk
www.mitwelt.org/krebs-kinderkrebs-atomkraftwerk.html
Die atomare Gefährdung durch Terror und Anschläge
wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Doch
die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der
Pandora weit geöffnet. Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare
Wege:
Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwändig und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Die teuren und gefährlichen Pläne neue, kleine AKW zu bauen und weltweit zu exportieren erhöht das Risiko, dass immer mehr Länder in den Besitz von Atomwaffen kommen. Kleine AKW sind "Diktators Liebling".
Ein Flugzeugabsturz auf ein Atomkraftwerk ist nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ziemlich unrealistisch. Doch die Gesetze der Wahrscheinlichkeit gelten bei diesem Thema leider nicht. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA, bei denen vier Flugzeuge entführt und für Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon genutzt wurden, zeigt die Gefahren. Auch ein erweiterter Suizid ist jederzeit möglich. Ein Pilotensuizid ist ein Suizid, bei dem ein Pilot gezielt einen Flugunfall herbeiführt, um sich selbst, aber auch andere zu töten.
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Eine Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und
Reaktorsicherheit" sagt:
Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den
atomaren Super-GAU auszulösen. Wenn nur ein Triebwerk eine
Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die
Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich". Selbst ein "Treffer
des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines
Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten
Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken. Wird
in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein
Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war -
rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem
Brennelementlagerbecken".
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Alte und neue Atomkraftwerke sind schlecht geschützt. Es kann nicht angehen, angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Atomkraftwerksgeneration, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), könnte einen gezielten Anschlag überstehen.
Hintergrund der Studie war ein angenommener schwerer Atomunfall im
französischen EDF-/EnBW-Atomkraftwerk Fessenheim: "Bei lebhaftem
Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange
Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg
erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre
geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung
kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt,
Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall." (Sollte der Wind
am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich
andere Städte und Gemeinden betroffen.)
Quelle: Ökoinstitut Darmstadt
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Folgen eines schweren Unfalls oder eines Terroranschlages für Sie:
Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300
Kilometer um das nächstgelegene AKW. Wenn Sie in diesem Kreis wohnen
und es zu einem schweren Unfall oder Terroranschlag kommt, zu einer
Katastrophe, die unwahrscheinlich ist und die dennoch morgen schon
eintreten kann, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW
austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden
Sie diese Ihre Heimat, mit allem, was Sie in Jahrzehnten mühevoll
aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein,
einfach nur zu überleben.
Ende Texteinschub
4000 Milliarden Franken
kann ein schwerer Atomunfall mit radioaktiver Verseuchung in einem
Schweizer AKW kosten. Diese Zahl stammt nicht von AKW-Gegnern, sondern
vom Bundesamt für Zivilschutz. Diese Zahl stand schön häufiger in den
Medien. Das Problem: Niemand kann sich eine solche Zahl "4 000 000 000
000 Franken" vorstellen. Ein schwerer Atomunfall oder ein
Terroranschlag auf ein altes oder neues AKW, bedeutet schlicht das
Ende der Schweiz, so wie wir sie bisher kannten.
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Atomkraft, Würenlingen und der Traum von der Schweizer Atombombe
Im Geheimen hatte die Schweizer Regierung schon kurz nach Kriegsende
die "Schaffung einer schweizerischen Uran-Bombe" vorangetrieben - die
"Studienkommission für Atomenergie" unter Vorsitz des Kernphysikers
Paul Scherrer fasste den entsprechenden Auftrag, von dem auch im
Parlament niemand wusste. In den Jahren 1953-1955 wurden im Rahmen
einer geheimen Vereinbarung zehn Tonnen Uran aus Belgisch-Kongo
geliefert. Die Hälfte davon lagerte im Forschungsreaktor Diorit in
Würenlingen - dem Sitz des heutigen Paul Scherrer - Institutes - als
Rohstoff für die Atomwaffenfertigung. Die Schweiz sei in der Lage,
binnen von vier Jahren eine Atombombe zu entwickeln, das Know-how und
das Geld seien vorhanden, hieß es damals im Militärkreisen.
Seit den 60er-Jahren waren auf dem Areal des Paul-Scherrer-Instituts
"heimlich" 20 Kilogramm Plutonium eingelagert, wie die "Schweiz am
Sonntag" berichtet. Die Schweiz lagerte Plutonium für vier Atombomben.
Der Bund war offenbar 50 Jahre lang im Besitz von Atombombenmaterial.
Erst Anfang des Jahres 2016 wurde das Material laut Sonntagspresse
heimlich abtransportiert. Diese unglaublichen Vorgänge, geheimgehalten
vor dem Parlament, zeigen die ungeheure und undemokratische Macht des
Atomfilzes in der Schweiz. 1967 entstand durch einen schweren Unfall
im Würenlinger Diorit-Reaktor ein angeschmolzenes Brennelement, das
die Reaktorhalle kontaminierte. Auch wurden deutlich erhöhte
Radioaktivitäts-Abgaben in der Aare registriert. In der Folge des
Störfalls musste auch das gesamte primäre Schwerwasser-Kühlsystem
durch Ausbeizung dekontaminiert werden.
Ende Texteinschub
Es ist nicht erklärbar, warum insbesondere die sogenannten
Bürgerlichen und Konservativen in der Schweiz
die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betreiben wollen
und so die Existenz des eigenen Landes und seiner Menschen
unverantwortlich aufs Spiel setzen. Mit zunehmendem AKW-Alter wächst
auch die Gefahr schwerer, katastrophaler atomarer Unfälle. Bei einem
schweren Atomunfall in Deutschland würden sich, ähnlich wie in Japan,
zumindest noch Gebiete finden, wohin die Menschen evakuiert werden
könnten.
Bei einem Atomunfall in einem kleinen Land wie der Schweiz kämen als
Fluchtorte, je nach Schwere des Unfalls und je nach Windrichtung am
Katastrophentag, nur die ebenfalls betroffenen Nachbarländer infrage.
Haben sich diese Bürgerlichen und Konservativen schon einmal überlegt,
in welchem der Nachbarländer sie Asyl beantragen würden?
Die "konservativen" Atomparteien der Schweiz stehen nicht für den
Schutz der Heimat.
Sie sind, ähnlich wie die japanischen und französischen Konservativen,
Teil des "atomaren Dorfes", eines undemokratischen Netzwerks von
Abhängigkeiten und Verfilzungen von Politik, Medien und staatlichen
Kontrollorganen mit der Atomindustrie. Die große Atompartei der
Schweiz ist trotz Fukushima und Tschernobyl immer noch die
rechtspopulistische SVP, (Schweizerische Volkspartei).
Von 1969 bis 1982 hat die Schweiz 5321 Tonnen Atommüll im Nordatlantik
versenkt, ein Umweltverbrechen, das von Politik und Medien erst mit
der üblichen Verspätung kritisiert wurde. Die Verantwortlichen wurden
nie bestraft.
Die Schweiz will das Endlager für Atommüll an der Grenze zu
Deutschland im Gebiet Nördlich Lägern, wenige Kilometer südlich der
deutschen Gemeinde Hohentengen bauen.
Die jetzige Standortauswahl, für den besten aller schlechten Standorte
eines atomaren Endlagers in der Schweiz spricht für eine gewisse
Verzweiflung der AKW-Betreiber und der NAGRA und verheißt nichts
Gutes. Atommüll, der eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss,
braucht eine gute Geologie und nicht gute Worthülsen
Der hoch radioaktive Schweizer Atommüll soll in einer im
internationalen Vergleich sehr dünnen Schicht Opalinuston vergraben
werden. Unter dem geplanten Endlager liegt ein Permokarbontrog, der
die notwendige Sicherheit für eine Million Jahre ausschließt. Wir sind
nicht in der Lage, "Atommüll zu denken". Müll der eine Million Jahre
strahlt und 33.000 Generationen gefährdet.
Mehr Infos: Atommüll Schweiz
www.mitwelt.org/atom-muell-info-schweiz-nagra.html
In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ca. die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, in einem AKW mit 1000 MW entsteht jährlich ca. die Radioaktivität von 1000 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Stoffe ("Isotope") zerfallen in wenigen Jahren (z.B. das klimaschädliche Krypton-85: 10,76 Jahre Halbwertzeit). Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten (z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre). Ins atomare Endlager kommt ein "Cocktail" aus vielen gefährlichen Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten, über mindestens eine Million Jahre(!) geben - über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen. Es ist erschreckend, dass gerade konservative Parteien, die gerne von "Werten" reden, immer noch auf eine zukunftsgefährdende Technologie setzen.
Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 - 250 kg hochgefährliches Plutonium. Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden. Wir brauchen Atommülllager, die eine Million Jahre Sicherheit gewährleisten ...
Anfang Texteinschub
Der Israel-Iran-Krieg
zeigt die Gefahren der Weiterverbreitung von Atomwaffen durch den Bau
von AKW. Dennoch gibt es weltweit den rechtskonservativen (Alb-)Traum
von den kleinen, neuen AKW. Diese sind teuer und gefährlich und werden
immer mehr Länder in den Besitz von Atombomben bringen. Das ist ein
globales Selbstmordprogramm, passt aber gut in unsere Zeit
marktradikaler Gier.
Atomkraftwerk + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
Die größte Gefahr für die Welt sind nicht die Atomkraftwerke, sondern
die Atomkraftwaffen. Die weltweite Verbreitung von Atombomben durch
den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem
Schwarzmarkt für Plutonium gefährdet alles Leben auf der Erde. Wieso
haben Länder wie Pakistan, Israel und Nordkorea (zukünftig Iran?)
Atomwaffen? Weil sie mithilfe der "friedlichen Nutzung der
Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen.
Und jedes alte und insbesondere neue, kleine AKW und Thorium-Reaktoren
vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr
auch beim Streit/Krieg um das iranische bzw. nordkoreanische
Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe. Doch
der erhobene Zeigefinger in Richtung Nordkorea und Iran gilt nicht,
wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und
Urananreicherungsanlagen stehen.
Ende Texteinschub
Der zeitliche Abstand zu den Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima ist so groß, dass die Atomlobby mit dem gezielt vorgeschobenen Klimaschutz-Argument wieder in die Offensive geht. Marktradikale Parteien wie CDU, CSU, FDP und AfD und die grün gestrichenen "ökomodernen" Tarnorganisationen der Atomkraft machen Werbung für Atomkraft, um ihre Profite zu sichern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie zwischenzeitlich sogar die rechtslibertären Klimawandelleugner von EIKE das Klimaschutz-Argument nutzen, um für Atomkraft und gefährliche neue Thorium Reaktoren zu werben. Die politisch Verantwortlichen für Klimawandel und Atomkatastrophen setzten auf AKW als alte, neue "Wunderwaffe" im verloren gehenden Umwelt-Krieg gegen Mensch und Natur. Doch Atomkraft ist hochriskant, extrem teuer und der Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades, sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist extrem teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom für rund 15 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein Aufschlag für die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich günstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6,1 Eurocent pro kWh und aus neuen großen Solarkraftwerken im Durchschnitt 5,2 Eurocent. In sonnenreichen Ländern sind die Kosten für Solarstrom noch günstiger und liegen unter vier Eurocent. Mit einem Bruchteil des Geldes für neue AKW lässt sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima schützen. Aus diesem Grund werden die zukunftsfähigen Energien und insbesondere die Windenergie, von der Atom- und Kohlelobby und ihren "Schein-Bürgerinitiativen" auch massiv bekämpft.
Anfang Texteinschub
Die Energy Watch Group [hat] schon längst vorgerechnet:
"Um mit Atomenergie nur 10% der heutigen globalen CO2-Emissionen bis
2050 zu senken, müssten bis dahin 2184 neue Atomkraftwerke je 1 GW,
neu gebaut werden, also jeden Monat etwa 8 neue Atomkraftwerke ans
Netz gehen."
Ende Texteinschub
Diese 2184 neuen AKW bräuchten Uran, sie würden die Zahl der schweren Atomunfälle vervielfachen und Atommüll produzieren, der eine Million Jahre strahlt und 33.000 Generationen gefährdet. Der weltweite Neubau von AKW brächte immer mehr Länder in den mörderischen Besitz von Atomkraft-Waffen und sie wären im Gegensatz zu Energie aus Wind & Sonne unbezahlbar teuer.
Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?
Der menschengemachte Klimawandel muss umweltfreundlich und
nachhaltig angegangen werden.
Lösungsansätze sind regenerativen Energien, Energiesparen und eine
Änderung unseres nicht nachhaltigen Lebensstils. "Gut leben statt viel
haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige
Entwicklung einzuleiten und Wege für ein gutes Leben aufzuzeigen. Die
größten Einschränkungen auf diesem Weg sind die ökonomisch-politischen
Widerstände alter Eliten und die Tatsache, dass dieser Weg Vernunft
und ein massives Umdenken voraussetzt. Der Versuch, die Probleme des
Klimawandels mit neuen Atomkraftwerken und Laufzeitverlängerung zu
lösen, ist ein gefährlicher, rückwärtsgewandter Irrweg.
Energiekrise und das Uran
Die weltweiten Energie- und Rohstoffvorräte und das Uran sind
endlich!
Langfristig steuert die Erde auf eine gigantische Energie- und
Rohstoffkrise mit massiven ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen
Folgen zu, wenn der Umstieg auf nachhaltige, regenerative Energien
nicht beschleunigt wird. Die Übernahme unseres westlichen
Verschwendungs- und Raubbaumodells durch Indien und China beschleunigt
die kommende Energiekrise.
Immer noch werben atomare Seilschaften wie WePlanet, marktradikale
Medien und Parteien (AfD, FDP, CSU, CDU) für den Bau von
"kostengünstigen" neuen Atomkraftwerken.
Doch neue Atomkraftwerke sind teuer und gefährlich. Die Finanzierung
des neuen AKW in Hinkley Point C durch staatliche Förderungen ist ein
Novum. Der Deal umfasst nicht nur eine Kreditgarantie in Höhe von mehr
als 20 Milliarden Euro zur Absicherung der Baukosten. Kräftig zuzahlen
will London auch während der geplanten 60-jährigen Betriebszeit.
Garantiert wird ein mit elf Cent pro Kilowattstunde (kWh)
vergleichsweise hoher Abnahmepreis für den in Hinkley Point C
produzierten Atomstrom. Dies über 35 Jahre, plus Inflationsausgleich.
Konservativ hochgerechnet mit einer Inflationsrate von zwei Prozent
macht das eine Vergütung von 22 Cent pro kWh im letzten Förderjahr.
Zum Vergleich: Das Solarkraftwerk Al Shuaiba PV IP wird künftig seinen
Strom für gerade mal 1,04 US-Cent verkaufen. Strom aus englischen
Offshore Windanlagen wird für 4- bis 6 Cent eingespeist.
Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie
den Druckwasserreaktor setzen, wenn wir kostengünstige,
umweltfreundliche Alternativen haben?
Wikipedia-Manipulation durch die Atomlobby und PR-Agenturen
Heftig und leider immer noch erfolgreich sind die gut organisierten
Einflussversuche (nicht nur) der Atomlobby auf viele Wikipedia -
Seiten. Häufig gibt es keinerlei Informationen zur Abgabe von
Radioaktivität im "Normalbetrieb", zu Krebrisiken oder zur
Unfallgefahr und manchmal sogar Orwellsches Neusprech, wenn
beispielsweise aus dem Schornstein zur Abgabe von Radioaktivität der
"Abluftkamin" wird.
"Es geht hier nicht um eine generelle Kritik an Wikipedia, das zu den
genialsten und wichtigsten demokratischen Projekten unserer Zeit
zählt, dessen offene Strukturen aber auch stets gefährdet sind, wenn
es um Geld und Macht geht. Im Kampf um Meinungsvielfalt bei Wikipedia
versagt die Schwarmintelligenz der Umweltbewegung." Besonders
beeindruckend manipuliert sind die Wikipediaseiten zu den
Atomkraftwerken in der Schweiz. In der Schweiz haben teilweise die
"besten und teuersten" PR-Agenturen der Welt für die
Atomlobbygearbeitet. Dies ist auf den Wikipedia-Seiten zu den
Schweizer AKW deutlich erkennbar.
Originalbeitrag mit zahlreichen Bildern, Anmerkungen und Links:
https://www.mitwelt.org/akw-kkw-goesgen.html
*
Quelle:
Mitwelt Stiftung Oberrhein, 11.01.2026
mit freundlicher Genehmigung des Autors Axel Mayer
Venusberg 4, 79346 Endingen
mitwelt.stiftung(at)gmx.net
https://www.mitwelt.org
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 23. Januar 2026
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