Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz
Pressemitteilung, 18.12.2025 / Umweltpolitik
Gemeinschaftsprojekte von Naturschutz und Landwirtschaft vor dem Aus
Trotz Widerstand der Kantone, der Umweltallianz und Vertretern der Land-, Alp- und Forstwirtschaft hält der Ständerat an den Kürzungen beim Kredit Natur und Landschaft und der Umweltbildung fest. Etlichen gemeinsamen Projekten von Naturschutz und Landwirtschaft droht das Aus. Der Nationalrat kann das noch verhindern.
Projekte zur Pflege und Revitalisierung von Biotopen nationaler Bedeutung, wie die Moorlandschaft Glaubenberg (LU/OW), das Auengebiet Les Grangettes am Lac Léman (VD) oder das Mürtschental im Sardonagebiet (GL), welche die Schweizer Natur und Landschaft vielfältig und artenreicher machen, profitieren heute vom Kredit Natur und Landschaft. Älpler, Naturschützerinnen, Forstwartinnen und Landwirte stehen dabei Seite an Seite im Einsatz. Das fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch das gegenseitige Verständnis. Trotz des effizienten Mitteleinsatzes will der Ständerat dieses Engagement zusammenkürzen.
Im Rahmen des Entlastungspakets will der Ständerat den Kredit Natur und Landschaft als Teil der Verbundaufgaben im Umweltbereich um 10% und die Umweltbildungsbeiträge um die Hälfte kürzen. Die Einbussen zu Lasten von Natur, Landschaft aber auch Land-, Alp- und Forstwirtschaft wären einschneidend. Berichte des Bundes zeigen, dass es eigentlich deutlich mehr Mittel bräuchte - und sicher keine Kürzung. Entsprechend lang ist die Liste der Gegner.
Der Schweizer Bauernverband teilt die Position der Umweltallianz und spricht sich klar gegen die Kürzungen aus. Die Kantone betonen, dass sie die Kürzungen bei den Verbundaufgaben nicht werden kompensieren können. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete befürchtet, dass dringend nötige Projekte zur Prävention von Naturgefahren ohne die Gelder der Verbundaufgaben nicht realisiert würden. Die Forstwirtschaft wehrt sich gegen die Kürzungen in der Umweltbildung, die unter anderem praxisbezogene Kurse zur Gefahrenprävention oder zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel sicherstellen.
Dabei sind die Dimensionen der Budgetdebatte absurd. Die geplanten
Kürzungen im Biodiversitätsbereich belaufen sich aktuell auf rund 13
Millionen Franken (7 Mio. Kredit Natur und Landschaft, 3.6 Mio. Kredit
Revitalisierungen, 2.5 Mio. Umweltbildung), von denen die ganze
Bevölkerung und die Natur profitieren. Gleichzeitig gibt der Bund
jedes Jahr rund 40 Milliarden Franken für biodiversitätsschädigende
Subventionen aus. Deren Abschaffung oder Umgestaltung könnte das
Budget des Bundes stark entlasten. Doch anstatt - wie von der
Umweltallianz empfohlen - hier den Rotstift anzusetzen, beschneidet
der Ständerat den sowieso schon unterfinanzierten Natur-, Klima- und
Landschaftsschutz. Angesichts des gravierenden Zustands der Schweizer
Biodiversität und des Klimawandels können wir uns solche Rückschritte
nicht leisten. Mit jedem Jahr Vernachlässigung steigen die Kosten für
die Sanierung und Renaturierung der schönsten Schweizer Naturperlen.
Um künftigen Generationen diese Rechnung zu ersparen, muss die
nationalrätliche Finanzkommission jetzt unbedingt korrigieren.
Weitere Informationen:
Vernehmlassungsantwort der Umweltallianz zum Entlastungspaket
https://www.pronatura.ch/de/2025/bundesrat-will-natur-und-klimaschutz-kaputtsparen
Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura und BirdLife Schweiz
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Quelle:
Pressemitteilung, 18.12.2025
Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz
Postfach, 4018 Basel
Dornacherstr. 192, 4053 Basel
Internet: https://www.pronatura.ch/de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 9. Januar 2026
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