WWF Österreich - Presse-Aussendung, 1. Dezember 2025
Neue Zahlen: Bodenverbrauch weit über "Nachhaltigkeitsziel" der Politik
Neue ÖROK-Zahlen zeigen Zunahme von Verbauung und Versiegelung genauer als bisher - Bodenverbrauch mehr als doppelt so hoch wie selbst gestecktes "Nachhaltigkeitsziel" des Bundes - WWF für Bodenschutz-Vertrag
Anlässlich der am Montag von der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) veröffentlichten Daten zum Bodenverbrauch fordert die Naturschutzorganisation WWF ein "schärferes Vorgehen gegen den Flächenfraß". Mit umgerechnet rund 6,5 Hektar pro Tag liegt der Bodenverbrauch weit mehr als doppelt so hoch wie das im Regierungsprogramm bekräftigte und seit über 20 Jahren versprochene Ziel von 2,5 Hektar pro Tag. "Die neue Methode misst Verbrauch und Versiegelung genauer als bisher und bestätigt, dass der Flächenfraß viel zu hoch ist. Die Zeit des Schönfärbens, der Ausreden und des Abwartens sollte daher endlich vorbei sein", sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Zwischen 2022 und 2025 hat die in Anspruch genommene Fläche laut ÖROK um weitere 71 Quadratkilometer zugenommen. "Österreich geht immer noch sehr verschwenderisch mit den verfügbaren Böden um, obwohl es aufgrund seiner alpinen Topographie besonders sparsam sein müsste. Daher braucht es endlich strukturell wirksame Maßnahmen, kein weiter wie bisher", sagt Simon Pories vom WWF.
Der WWF fordert von Bund und Ländern einen Bodenschutz-Vertrag, der eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch festlegt und die Raumplanung ökologisiert. Zudem sollte die Politik das Steuersystem - Stichwort Kommunalsteuer - flächensparend ausrichten und umweltschädliche Subventionen abbauen.
Verbraucht und versiegelt
Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch, auch als
"Flächeninanspruchnahme" bezeichnet, als den "Verlust biologisch
produktiven Bodens durch Verbauung und Versiegelung für Siedlungs- und
Verkehrszwecke, aber auch durch Veränderung für intensive
Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Betriebsanlagen und
ähnliche Intensivnutzungen". Verbrauchte Böden können folglich keine
natürlichen Lebensräume mehr bilden und nicht mehr für Land- und/oder
Forstwirtschaft genutzt werden. Die neuen Daten, die vom
Umweltbundesamt im Auftrag der ÖROK erhoben wurden, zeigen die
Entwicklung von Bodenverbrauch und -versiegelung im dreijährigen
Zeitraum von der Jahresmitte 2022 bis zur Jahresmitte 2025.
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Quelle:
Presse-Aussendung, 01.12.2025
Herausgeber: Umweltverband WWF Österreich
(WORLD WIDE FUND FOR NATURE)
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veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 5. Dezember 2025
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