Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz
Pressemitteilung, 13.02.2026 / Amphibien
Millionen Tiere auf gefährlicher Mission
Eines der grössten Naturschauspiele der Schweiz hat begonnen: Die Amphibienwanderung. Zwischen Mitte Februar und Ende März machen sich Millionen Frösche, Kröten und Molche auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Doch diese Lebensräume sind stark gefährdet. Mit einer Vielzahl von Projekten setzt sich Pro Natura für ihren Erhalt ein.
Sobald die Nächte milder werden und Regenfälle einsetzen, erwachen Millionen Amphibien aus ihrer Winterstarre im Wald. Einem inneren Kompass folgend wandern die geschlechtsreifen Tiere meistens genau dorthin, wo sie einst selbst geschlüpft sind. Das ist heute oft ein Wettlauf ums Überleben: Zahlreiche dieser Wanderrouten werden von Strassen durchschnitten. Trotz Kleintierunterführungen und dem unermüdlichen Einsatz tausender freiwilliger Helfer:innen bleiben Strassenüberquerungen für Amphibien eine der häufigsten Todesursachen. Lebensraumverlust bedroht ganze Populationen
Der Verkehr ist jedoch nicht das grösste Problem. Dramatischer wirkt sich der Verlust geeigneter Lebensräume aus: In den letzten 150 Jahren wurden über 90 Prozent der Feuchtgebiete in der Schweiz trockengelegt oder überbaut. Die Folgen sind gravierend: In jedem Amphibienlaichgebiet ist heute im Durchschnitt eine Art lokal verschwunden, 79 Prozent der einheimischen Arten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Aber es gibt auch positive Signale: In den letzten zehn Jahren konnte der Rückgang in gewissen Gebieten gebremst oder gestoppt werden.
Eine Studie [1] von WSL und Eawag zeigt, dass der Bau von neuen
Tümpeln [2] ein wirksames Instrument gegen das Amphibiensterben ist.
Um die Verluste aus der Vergangenheit wettzumachen, sind neue, gut
vernetzte Feuchtgebiete und funktionierende Wanderkorridore
entscheidend. Nur wenn genügend Laichgewässer vorhanden und
miteinander verbunden sind, können stabile Amphibienpopulationen
überleben. Pro Natura Sektionen unterstützen das Überleben von
Amphibien in der Schweiz mit diversen Projekten: [3] vom Bau neuer
Weiher für den Glögglifrosch (Geburtshelferkröte) im Oberbaselbiet bis
zu Mini-Tümpeln unter Strommasten für die seltene Gelbbauchunke.
Weitere Informationen:
Amphibienzugstellen in der Schweiz l info fauna / karch
https://lepus.infofauna.ch/zsdb/index.php?lang=de
Biodiversität der Gewässer - Biodiversität in der Schweiz verstehen
und gestalten
https://biodiversitaet2026.scnat.ch/biodiversitaet-der-gewaesser/
Amphibien: Wie können bedrohte Frösche, Kröten und Molche überleben?
https://www.pronatura.ch/de/amphibien
Links:
[1] https://www.wsl.ch/de/news/mit-neuen-tuempeln-gegen-das-amphibiensterben/
[2] https://www.pronatura.ch/de/amphibientuempel
[3] https://www.pronatura.ch/de/unsere-projekte?f%5B0%5D=keywords_taxonomy_term_name%3AAmphibien
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Quelle:
Pressemitteilung, 13.02.2026
Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz
Postfach, 4018 Basel
Dornacherstr. 192, 4053 Basel
Internet: https://www.pronatura.ch/de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 13. Februar 2026
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