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AKTION/483: Zwischenergebnis "Stunde der Wintervögel" - Schnee treibt Amseln und Meisen ans Futterhaus (NABU)


Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. - Pressedienst, 10. Januar 2026

Schnee treibt Amseln und Meisen ans Futterhaus

Deutlich mehr Beobachtungen bei der "Stunde der Wintervögel" / NABU-Mitmachaktion läuft noch bis Sonntag


Bei der am Freitag begonnenen bundesweiten "Stunde der Wintervögel" zeichnen sich starke Unterschiede zwischen dem kalten Norden und dem (noch) milderen Süden ab. "Frost und Schnee haben einen doppelten Verstärkereffekt", erläutert NABU-Sprecher Helge May. "In den Schneeregionen stiegen die Teilnahmezahlen sprunghaft an, gleichzeitig wurden dort pro Garten wesentlich mehr Vögel beobachtet."

In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hielten doppelt so viele Menschen wie 2025 nach Wintervögeln Ausschau. In vielen anderen Bundesländern lagen die Werte am Freitag nur auf Vorjahresniveau oder sogar leicht darunter.

Vor allem Kohlmeisen und Blaumeisen, Amseln, Rotkehlchen und Buchfinken belagerten verstärkt die Futterhäuschen. Bei den ebenfalls häufigen Haus- und Feldsperlingen macht sich der Schneeeffekt dagegen bisher gar nicht bemerkbar. "In vielen Regionen wurden sogar weniger Spatzen gesehen als üblich. Noch haben wir dafür keine Erklärung. Es bedeutet hoffentlich nicht, dass die Bestände von Haus- und Feldsperling weiter abnehmen. Vor allem beim Feldsperling würde das leider zur Entwicklung der letzten Jahre passen", so May. Ungewöhnlich sind auch die besonders starken Anstiege bei den Buchfinken. Möglicherweise mischen sich unter die heimischen Finken viele Zuzügler aus Nord- und Osteuropa.

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV schauen mit Spannung auf die verbleibenden beiden Aktionstage. "Frost und Schnee ziehen jetzt weiter nach Süden und Westen. Dann müssten auch dort mehr Meisen und Rotkehlchen die Futterstellen anfliegen. Ob es so kommt, finden wir nur heraus, wenn möglichst viele Menschen nach den Vögeln schauen und uns die Ergebnisse melden. Im Vorjahr haben sich 122.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreude beteiligt. Vielleicht werden es 2026 ja noch mehr."

Noch bis Sonntag können Vögel in Gärten und Parks beobachtet werden. Die Meldung der beobachteten Vögel ist online unter www.stundederwintervoegel.de bis einschließlich 19. Januar möglich. Dort gibt es auch Infos zur Aktion, Tipps zur Vogelbestimmung einschließlich einer App und eine Live-Auswertung der Ergebnisse.

Aktionswebsite Stunde der Wintervögel
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/index.html

Ergebnisse in Karte und Tabelle
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html

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Quelle:
NABU Pressedienst, 10.01.2026
Herausgeber:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
E-Mail: presse@NABU.de
Internet: www.NABU.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 16. Januar 2026

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