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MELDUNG/299: Sport nach dem Lernen hilft - allerdings nicht sofort (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 25 / 21. Juni 2016
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Sport nach dem Lernen hilft - allerdings nicht sofort

von Karl Lucas Evers


Besser lernen mit Sport? Dazu liefern neue Forschungsergebnisse nun interessante Erkenntnisse: Sport nach dem Lernen fördere die Erinnerungsfähigkeit, sofern er vier Stunden danach ausgeübt wird. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forschers Guillén Fernández und seinem Forschungsteam von der Radboud University im niederländischen Nimwegen.

Mittels eines Experiments wurde untersucht, inwiefern sich sportliche Aktivitäten auf die Gedächtnisleistung sowie auf das Langzeitgedächtnis auswirken. Dazu bekamen 72 Probanden die Aufgabe, sich - orientiert am Prinzip des Memory-Spiels - verschiedene Bilder und deren jeweilige Position innerhalb von 40 Minuten möglichst genau einzuprägen, ehe sie in drei zufällig zusammengestellte Gruppen aufgeteilt wurden. Die erste Gruppe fuhr direkt im Anschluss eine halbe Stunde Fahrrad, die zweite nach vier Stunden. Die dritte Gruppe machte keinerlei Übungen. Zwei Tage später wurde getestet, wie gut sich die Probanden die Bilder gemerkt hatten. Außerdem wurde die Durchblutung des Gehirns anhand von MRT-Untersuchungen ermittelt.

Gullén Fernández und sein Team kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Probanden, die sich vier Stunden nach der Lernübung sportlich betätigten, schnitten besser ab als solche, die dies sofort oder gar nicht taten. Auch die MRT-Aufnahmen zeigten bei den Probanden, die eine Pause zwischen Lernen und Sport einlegten, verstärkte Aktivitäten im Hippocampus, einem für Lern- und Erinnerungsprozesse besonders wichtigen Teil des Gehirns. Wie und warum ein solcher Effekt genau entsteht, ist noch ungeklärt. Das Forschungsteam verweist in diesem Zusammenhang auf frühere Studien, die aufzeigen, dass beim Sport ausgeschüttete Hormone die Erinnerungsleistung des Gehirns stärken.

Guillén Fernández möchte seine Untersuchungen nun mit einem ähnlichen Versuchsaufbau in Hinblick auf Timing und molekulare Prozesse präzisieren.

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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 25 / 21. Juni 2016, S. 25
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Telefon: 069/67 00-236
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veröffentlicht im Schattenblick zum 12. Juli 2016

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