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GESCHICHTE/300: Vor 50 Jahren in Bad Dürkheim - Neue Akzente für den Schulsport (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 24 / 14. Juni 2011
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Vor 50 Jahren in Bad Dürkheim: Neue Akzente für den Schulsport

Willi Daume appelliert eindringlich an die Kultusministerkonferenz


Seit seiner Gründung 1950 setzte sich der Deutsche Sportbund immer wieder als Sprecher der Turn- und Sportbewegung für eine Verbesserung und angemessene Einbeziehung des Sports in der Schulbildung ein. Nachdem Guido von Mengden als damaliger Geschäftsführer der DOG vor der Bundestagung der Deutschen Olympischen Gesellschaft im November 1953 in Wuppertal auch die Öffentlichkeit über den katastrophalen Zustand des Schulsports in den bundesdeutschen Ländern informiert und aufgerüttelt hatte und DSB-Präsident Willi Daume ein Jahr später bei der DOG-Bundestagung 1954 in Berlin dann auch Zahlen über das Ausmaß der Zivilisationsschäden nannte, kam es 1955 in Koblenz zu einer ersten Begegnung zwischen Vertretern der Kultusministerkonferenz (KMK), der kommunalen Spitzenverbände und des DSB.

Die in der Folge dieses Treffens erarbeiteten "Empfehlungen zur Förderung der Leibeserziehung in den Schulen" brachten zwar gewisse Veränderungen, aber nur unzureichende Verbesserungen, so dass der DSB sogar Bundeskanzler Konrad Adenauer um Unterstützung bat, die dieser auch in einer Besprechung mit Willi Daume am 5. August 1960 in Bonn nachdrücklich zusagte.


Daumes Kritik gegenüber den Kultusministern

Vor 50 Jahren - am 15. Juni 1961 - kam es in Bad Dürkheim zu einem Gespräch zwischen einer DSB-Delegation unter der Leitung von Präsident Willi Daume und der KMK, in der die Kritik des DSB an der Situation des Schulsports Gegenstand eingehender Beratungen war. In einführenden Referaten von Willi Daume, Prof. Ludwig Mester und Prof. Hans E. Bock kritisierte vor allem Daume nachdrücklich, dass die von der KMK 1956 verkündeten "Empfehlungen zur Förderung der Leibeserziehung in den Schulen" nur unzureichend umgesetzt worden seien.

Über das Treffen wurde abschließend folgendes Kommunique herausgegeben:

"Die Kultusminister der Länder empfingen auf ihrer 83. Plenarsitzung in Bad Dürkheim eine Delegation des Deutschen Sportbundes zur Besprechung von Fragen der Leibeserziehung in den Schulen und Hochschulen sowie der Lehrerbildung. Der Präsident des DSB stellte fest, dass die von der Kultusministerkonferenz gegebenen Empfehlungen zur Förderung der schulischen Leibeserziehung vom 24. September 1956 im Grundsatz allen vernünftigerweise zu erhebenden Forderungen gerecht würden. Die Kultusminister bestätigten noch einmal ihre in den Empfehlungen zum Ausdruck gebrachte Auffassung: 'Die Leibeserziehung gehört zur Gesamterziehung der Jugend. Bildung und Erziehung sind insgesamt in Frage gestellt, wenn sie nicht oder nur unzureichend gepflegt werden.' Von den Kultusministern und Vertretern des Deutschen Sportbundes wurden freimütig die Schwierigkeiten erörtert, die der Durchführung der Empfehlungen in der Schulwirklichkeit entgegenstehen.

Die Kultusministerkonferenz beauftragte den Schulausschuss, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die unter Hinzuziehung von Vertretern des Deutschen Sportbundes die Beratungen fortsetzen, neue Vorschläge zur Überwindung der vorhandenen Schwierigkeiten erarbeiten und das Ergebnis der Kultusministerkonferenz vorlegen soll."


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 24 / 14. Juni 2011, S. 14
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
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veröffentlicht im Schattenblick zum 22. Juni 2011