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GESCHICHTE/189: 1989 - Vereinsförderungsgesetz als Weihnachtsgeschenk für den Sport (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 51-52 / 15. Dezember 2009
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

1989: Vereinsförderungsgesetz als Weihnachtsgeschenk für den Sport
Am 18. Dezember 1989 beschloss der Deutsche Bundestag Entlastung fürs Ehrenamt

Von Friedrich Mevert


Als es am 9. November 1989 in 2. und 3. Lesung im Deutschen Bundestag verabschiedet werden sollte, da platzte die Nachricht von der kurz zuvor von Günter Schabowski in Berlin verkündeten Maueröffnung mitten in die Beratungen im Bonner Wasserwerk, dem Ausweichquartier des Parlaments, und wirbelte die Tagesordnung durcheinander (siehe DOSB PRESSE vom 3.11.2009). So verschob sich die Verabschiedung des bereits seit mehreren Jahren in den politischen und sportlichen Gremien beratenen Vereinsförderungsgesetzes nochmals auf den 18. Dezember 1989 und wurde damit vor 20 Jahren zu einem lang erhofften Weihnachtsgeschenk für die Vereine im Deutschen Sportbund. Am 1. Januar 1990 trat es in Kraft.

Damit fanden die langjährigen und hartnäckigen Bemühungen der Sportorganisationen - insbesondere des Bundesausschusses für Recht, Soziales und Steuern des DSB unter dem Vorsitz von Karl Hemberger - ihr gutes Ende.

Mit dem Gesetz wurde erreicht, dass

Betätigungen auch im Grenzbereich des Sports zukünftig als gemeinnützig anerkannt wurden,
durch zwei Pauschalierungsgrenzen von je DM 60.000,00 Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen sportlichen Veranstaltungen ohne und mit bezahlten Sportlern sowie zwischen geselligen Veranstaltungen und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben für die große Masse der Vereine beseitigt wurden,
Freibeträge derart heraufgesetzt wurden, dass sie sich für Vereine steuermindernd auswirkten,
Gewinne und Verluste mehrerer wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe eines Vereins miteinander verrechnet werden konnten und damit in vielen Fällen
Verluste aus sportlichen Veranstaltungen durch Gewinne aus Werbung ohne Zwischenschaltung von Agenturen und anderen Dritten ausgeglichen werden konnten und
eine Vorsteuerpauschalierung zur Vereinfachung der Vorsteuerermittlung beitrug.

Das Vereinsförderungsgesetz hat zwar nicht alles so geregelt, wie es der DSB gern gehabt hätte. Die Anhebung der Übungsleiter-Pauschale von DM 2.400,00 auf DM 3.600,00 wurde vertagt; die bisher zum großen Teil als Zweckbetriebe steuerbegünstigten geselligen Veranstaltungen sind nun grundsätzlich als wirtschaftliche Geschäftsbetriebe anzusehen. Das Vereinsförderungsgesetz insgesamt hat 1989 jedoch eine Vereinfachung des Steuerrechts für Sportvereine und damit Entlastung des Ehrenamts gebracht. DSB und Deutscher Fußball-Bund schufen anschließend in gemeinsamer Herausgeberschaft und kostenlos für die Sportvereine ein Steuerhandbuch, das ihnen den Umgang mit Finanzen und Steuern erheblich erleichterte.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 51-52 / 15. Dezember 2009, S. 33
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
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veröffentlicht im Schattenblick zum 22. Januar 2010