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GESCHICHTE/086: Deutsche Sportpolitik vor 30 Jahren (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 30 / 22. Juli 2008
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Deutsche Sportpolitik vor 30 Jahren

"Vereint für die Vereine" stand 1978 im Mittelpunkt


Der vom Bundestag 1972 des Deutschen Sportbundes mit der Zielsetzung "Sport für alle" angestrebte Sportplan, mit dem Freizeit-, Breiten- und Spitzensport gleichrangig in den Vereinen und Verbänden gefördert werden sollten, wurde in den folgenden Jahren mit einer Reihe wichtiger Entscheidungen weiter entwickelt. In seiner ersten Sitzung des Jahres am 27./28. Januar 1978 in München musste das DSB-Präsidium aber zunächst Kenntnis von einem Urteil des Bundesgerichtshofes nehmen, wodurch der DSB nach jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen verpflichtet wurde, den RKB Solidarität als ordentliches Mitglied in den DSB aufzunehmen.

Ebenfalls in München stand der 15. Bundestag des DSB am 26./27. Mai 1978 unter dem Motto "Vereint für die Vereine". Nachdem in drei Arbeitskreisen die Wirkung und die Perspektiven der Entscheidungen des DSB für die Vereine an der Basis des Sports diskutiert worden waren, wurden die Ergebnisse in einer Resolution von sieben Punkten zusammengefasst, die von einer Arbeitsgruppe bis zur nächsten Hauptausschuss-Sitzung konkretisiert werden sollten. Kernpunkte waren, dass es bei weiterhin wachsenden Mitgliederzahlen an Sportstätten, Mitarbeitern und Mitteln in den Vereinen fehlte und dass die bürokratischen und steuerlichen Belastungen wuchsen. In München standen turnusgemäß auch die Wahlen zum Präsidium des DSB an, das sich anschließend folgendermaßen zusammensetzte:

Präsident Willi Weyer (Hagen); Vizepräsidenten: Hans Gmelin (Tübingen), Hans Hansen (Kiel), Dieter Graf Landsberg-Velen (Wocklum); Schatzmeister: Arthur Mayer (Schongau); Generalsekretär: Karlheinz Gieseler (Neu-Isenburg); Dr. Claus Heß (Würzburg) als ständiger Vertreter des Präsidenten des NOK; Josef Neckermann (Frankfurt) als Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe; Ehrenpräsident Willi Daume (München); weitere Mitglieder: Fritz Bauer (Hamburg) für Breitensport, Ruth Brosche (Haberskirch) für Frauensport, Erika Dienstl (Stollberg) als Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Heinz Fallak (Wiesbaden) für Leistungssport, Prof. Dr. Ommo Grupe (Tübingen) für Wissenschaft und Bildung, Willi Greite (Hänigsen) für Ausbildung, Karl Hemberger (Johannesberg) für Rechts-, Sozial- und Steuerfragen.

Ein Vierteljahr zuvor hatte sich am 23. Februar die Deutsche Sportkonferenz neu formiert, die jetzt nur noch 24 Vertreter des Bundes, der Länder, der Kommunen und des Sports umfasste, ihre Bewährungsprobe als wirksamer Koordinator auf dem Wege eines kooperativen Föderalismus allerdings noch vor sich hatte - und später nicht bestand. Der Vorsitz der DSK wechselte damals alle zwei Jahre zwischen dem Präsidenten des DSB, dem Bundesminister des Innern und dem Vorsitzenden der Sportministerkonferenz der Länder.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 30 / 22. Juli 2008, S. 29
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
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veröffentlicht im Schattenblick zum 6. August 2008