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GESCHICHTE/084: Deutsche Sportpolitik vor 40 Jahren (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 28-29 / 7. Juli 2008
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Deutsche Sportpolitik vor 40 Jahren

Bundeskanzler kritisiert 1968 die Schulsportmisere
Zwei deutsche Teams bei Olympia


"Ich begrüße auf das lebhafteste die Vorschläge, die der Deutsche Sportbund in seinem Memorandum zum Stand der Leibeserziehung in den Schulen gemacht hat... Ich bin nicht für ein Sportministerium, aber ich bin für eine noch gründlichere, noch konsequentere Förderung des Sportes und der Leibeserziehung durch den Staat, durch Bund, Länder und Gemeinden, und ich bin es vor allem im Bereich der Schule. Es will einfach nicht in meinen Kopf, dass der Sport, dass die Leibeserziehung, in unserer Schule einen so geringen Platz einnehmen soll....

Es wäre wirklich vonnöten, dass die Kultusministerkonferenz sich ganz ernsthaft mit diesen Problemen befasst. Ich könnte eine sehr bitter klingende Stelle aus den Feststellungen des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen zitieren, die genau auf dieselbe Notwendigkeit hinweist, aber dann resignierend feststellt, das werde bei uns ja doch nicht zu erreichen sein...."

Diese eigentlich auch noch in die heutige Zeit passenden Feststellungen eines deutschen Regierungschefs waren Kernpunkte der Festansprache des damaligen Bundeskanzlers Dr. Kurt-Georg Kiesinger beim Bundestag des Deutschen Sportbundes am 23. Mai 1968 in Stuttgart. Dr. Kiesinger würdigte die Rolle des freien Sports in einem freien Staat und betonte auch die wichtige Rolle der Sportvereine, in denen alles das, was die größere Gemeinschaft des Volkes an Werten benötige, bereits wachse und gedeihe.

In drei Arbeitskreisen befassten sich die Delegierten mit den Themen "Sport der Frauen und Mädchen", "Führungsnachwuchs" und "Sport und Staat" und verabschiedeten in entsprechenden Resolutionen Grundsatzforderungen, die für die spätere Entwicklung des Deutschen Sportbundes von ganz wesentlicher Bedeutung waren. Im parlamentarischen Teil am 24. Mai führten kritische Äußerungen des DOG-Präsidenten Georg von Opel gegenüber DSB-Präsident Willi Daume, der an diesem Tag seinen 55. Geburtstag feierte, zu erheblichen Missklängen. In einer späteren Pressekonferenz bedauerte von Opel dann allerdings den Stil seines Angriffs und entschuldigte sich bei Daume in aller Form.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 28-29 / 7. Juli 2008, S. 24
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
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veröffentlicht im Schattenblick zum 24. Juli 2008