Schattenblick →INFOPOOL →SPORT → FAKTEN

GESCHICHTE/082: Deutsche Sportpolitik vor 50 Jahren (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 27 / 1. Juli 2008
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Deutsche Sportpolitik vor 50 Jahren

Staatliche Anerkennung des Deutschen Sportabzeichens durch Prof. Dr. Heuss


Für den Deutschen Sportbund stand das Jahr 1958 unter dem Motto, den Sport noch mehr als Gegenraum zur modernen Zivilisation und zur technisierten Arbeitswelt au entwickeln. Doch im Februar hatte sich das DSB-Präsidium zunächst mit einem "Offenen Brief" des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR vom 8.2.1958 zu befassen, in dem der damalige DTSB-Präsident Rudi Reichert dazu aufrief, über gemeinsame Aktionen zu beraten, die "die Forderung auf Durchführung eines Volksentscheides in beiden deutschen Staaten über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Europa unterstützen". Die Ereignisse der letzten Wochen - so Reichert - hätten klar gezeigt, "dass auf deutschem Boden ein Atomkrieg vorbereitet wird". DSB-Präsident Willi Daume wies mit einem ebenso "Offenen Brief" vom 7.3.1958 diesen Vorschlag zurück, da die Bundesrepublik kein totalitärer Staat sei, in dem "selbst die Sportverbände ihre Mitglieder noch politisch schulen und zu politischen Fragen Stellung nehmen, wie Sie es tun". Daume nannte stattdessen eine Vielzahl von Fragen sportlicher Natur, über die beide Sportorganisationen in eigener Zuständigkeit besser miteinander verhandeln sollten.

Zuvor hatten in der 29. Präsidiumssitzung des DSB am 31. Januar und 1. Februar in Garmisch Berichte über die Entwicklung des Bundessportabzeichens (Albert Lepa), über die Tätigkeit des Sozialausschusses im Hinblick auf einheitliche Versicherungsbedingungen in allen Bundesländern (Anton Martin) sowie über den Stand der Verhandlungen mit den Landesregierungen wegen des Finanzausgleichs im Mittelpunkt der Beratungen gestanden. Das Präsidium genehmigte das Statut für die Carl-Diem-Plakette, stimmte der Aufgabenstellung für eine Filmstelle des DSB zu und stellte in einer grundsätzlichen Aussprache über die "Olympische Jugend" fest, dass diese Zeitschrift der DSJ sich hohe Anerkennung erworben habe, ihre Verbreitung aber noch in keinem Verhältnis zu ihrer Qualität stehe.


*


Quelle:
DOSB-Presse Nr. 27 / 1. Juli 2008, S. 18
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Tel. 069/67 00-255
E-Mail: presse@dosb.de
Internet: www.dosb.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 9. Juli 2008