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FÖRDERUNG/102: Frauenförderplan als wichtiger Meilenstein (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 8 / 17. Februar 2009
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Frauenförderplan als wichtiger Meilenstein

Starke Frauen im Sport: Heute Dr. Inge Berndt


(DOSB PRESSE) "Wir wollen nicht gegen die Männer arbeiten, sondern sie davon überzeugen, dass Frauen gleichberechtigt sind." Das war und ist der Grundsatz von Dr. Inge Berndt, die zwölf Jahre lang als Vorsitzende des Bundesausschusses der Frauen im Deutschen Sportbund die Geschicke der Frauen im Sport lenkte. Die aktive Basketballerin wurde 1986 als Delegierte der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft zur Vorsitzenden des Bundesausschusses - wie das bis 2006 hieß - gewählt und war anschließend für zwölf Jahre eine kluge und streitbare Kämpferin für die Interessen der Frauen im Sport.

Es waren für den Deutschen Sportbund und die Frauen im Sport entscheidende Jahre, in der wichtige Weichen gestellt wurden. 1989 wurde ein Frauenförderplan verabschiedet, der die gerechte Beteiligung von Frauen und Mädchen im Sport und in den Führungsgremien des Sportes durchsetzen sollte und der auch in die Mitgliedsverbände ausstrahlte. Inge Berndt schrieb im Rückblick, dass der Diskussionsprozess um die Entwicklung und Formulierung von Frauenförderplänen dazu führte, dass alle Mitglieder des Bundesausschusses auf vielerlei Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam wurden, "die uns vorher, mit eher naivem Blick, kaum aufgefallen waren". 1994 setzte sie mit ihren Frauen beim DSB-Bundestag am Timmendorfer Strand ein eigenes Antragsrecht für die Frauenvollversammlung zu den Bundestagen durch, und 1996 stand der Bundestag des Deutschen Sportbundes unter dem Thema "Mädchen und Frauen im Sport" und verabschiedete für die DSB-Ausschüsse eine Frauenquote.

Neben dieser ehrenamtlichen Arbeit für die Frauen im Sport hat Dr. Inge Berndt auch in all den Jahren im Deutschen Frauenrat mitgewirkt. Nach der deutschen Einigung hat sie sich um den Aufbau der institutionellen sportpolitischen Frauenarbeit in den neuen Landessportbünden eingesetzt. Ende der 80iger Jahre hat sie sich im europäischen Sport engagiert und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgruppe European Women and Sport (EWS). Auf der europäischen und internationalen Ebene hat sie immer wieder als Vertreterin des deutschen Sportes die Positionen der Frauen im Sport vertreten und z.B. auf der 4. Weltfrauenkonferenz die Initiative "Atlanta plus" vorgestellt.

Inge Berndt wurde am 11.Oktober 1933 in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) geboren, studierte nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt Halle Leibeserziehung und Pädagogik und war zunächst am Pädagogischen Institut Halle tätig, bevor sie mit ihrem Mann 1958 aus politischen Gründen in die Bundesrepublik überwechselte. Hier führte sie ihr beruflicher Weg über Frankfurt und Gießen an die Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld. Dr. Inge Berndt konnte ihre reichen beruflichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit in ihre ehrenamtliche Arbeit einbringen und hat damit als Vorsitzende der Frauen im Sport Geschichte für die Frauen im Sport geschrieben. Sie und ihre Mitstreiterinnen haben Grundsteine für die heutige Arbeit im Bereich Frauen und Gleichstellung gelegt.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 8 / 17. Februar 2009, S. 13
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
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veröffentlicht im Schattenblick zum 3. März 2009