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FÖRDERUNG/096: Spitzensportler im Zivildienst - Paul Biedermann (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 34 / 19. August 2008
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Spitzensportler im Zivildienst: Paul Biedermann
Optimaler kann Sportförderung gar nicht laufen

Von Christian Krull


(DOSB PRESSE) Wecken, Waschen, Windelnwechseln - so stellt man sich den typischen Tagesablauf eines Zivildienstleistenden im Altenheim oder Krankenhaus vor. Für viele junge Männer klingt dies nicht gerade spannend. Aber insbesondere der Zivildienst im Sport bietet ein breites Feld an Aufgaben für alle, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Neben Stellen als Übungsleiter im Erwachsenen- und Rehasport bieten viele sportliche Leistungszentren spannende Aufgaben in der Betreuung der deutschen Spitzensportler. In diesem Bereich leistete auch Paul Biedermann, der Olympiafünfte von Peking über 200 Meter Freistil, seinen Zivildienst: Zwischen Juli 2007 und März 2008 war er am Olympiastützpunkt in Halle/Saale im organisatorischen und sozialen Bereich tätig.

Daneben trainierte der Europameister über 200 Meter Freistil. Doch trotz seiner großen Erfolge ist er bescheiden geblieben. Auf die Frage, wie er zum Schwimmen gekommen ist, antwortet Paul: "Als ich fünf war, wollte meine Mutter eben, dass ich schwimmen lerne." Auf die Frage nach seinen Hobbys kommt ein promptes "Schwimmen natürlich".

Nach dem Abitur am Hallenser Sportgymnasium begann Paul Biedermann seinen Zivildienst am Olympiastützpunkt. Dort bekam er als so genannter "Spitzensportzivi" einen speziellen Platz für Kadersportler. Er hatte Zeit zu trainieren, immerhin auch fünf bis sechs Stunden täglich. "Optimaler kann Sportförderung gar nicht laufen", erklärte Paul. Außerdem war es für ihn eine sehr gute Möglichkeit, inhaltlich und auch fachlich dazuzulernen, interessanten Menschen zu begegnen sowie einen guten Einblick in die Strukturen des Sports zu bekommen. Beruflich will sich der 21-Jährige nun aber seinem Lieblingselement widmen: Paul absolviert derzeit ein Praktikum bei der Hallenser Wassergesellschaft und will sich so auf sein Wirtschaftsingenieurstudium vorbereiten. Auch hier ist der Schwerpunkt natürlich die Wasserwirtschaft. Aber auch die seit langem geplante Sportfördergruppe der Polizei in Sachsen-Anhalt wäre durchaus eine berufliche Alternative für den Vollblutsportler, so sie denn nun bald gegründet wird und er dort einen Platz erhält. Denn dann kann sich Paul erst einmal voll und ganz seinem Sport widmen.

Für die Vorbereitung zu den Olympischen Spielen hat er sich vom Praktikum daher auch erst einmal freistellen lassen. "Peking und die olympische Atmosphäre sind im Leben eines Athleten doch etwas ganz besonderes, das man sich nicht entgehen lassen will." Leider konnten Paul und seine Schwimmerkollegen nicht an der Eröffnungsveranstaltung teilnehmen, da die Schwimmwettkämpfe direkt am nächsten Tag begannen. "Aber so kann man sich von Anfang an auf seine Leistung konzentrieren, und danach bleibt noch genügend Zeit, die Stadt und den Rest der Spiele in Ruhe und ohne Druck anzuschauen", meinte der sportliche "Spitzen-Zivi".


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 34 / 19. August 2008, S. 10
Der Artikel- und Informationsdienst des
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veröffentlicht im Schattenblick zum 22. August 2008