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FINANZEN/088: Sportbund hat strenges Konsolidierungsprogramm umgesetzt (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 49 / 2. Dezember 2008
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Vesper: "DOSB hat strenges Konsolidierungsprogramm umgesetzt"
Grundsatzbeschluss über Beitragserhöhung auf der Mitgliederversammlung

Von Holger Schück


(DOSB PRESSE) DOSB-Generaldirektor Dr. Michael Vesper hat vor der Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Rostock-Warnemünde erneut unterstrichen, die Sportdachorganisation habe seit ihrer Gründung ein "strenges Konsolidierungsprogramm umgesetzt". Vesper erläuterte: "Wir haben ein strukturelles Defizit zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro jährlich. Dieses Defizit müssen wir abbauen, und da können wir nicht auf andere, auf Dritte, hoffen. Wir haben alles getan, was man tun konnte. Wir haben die Sach- und Personalausgaben reduziert; wir haben die Einnahmen aus Vermarktung deutlich erhöht. Und dennoch sind wir durch äußere Faktoren bedingt jetzt finanziell ziemlich am Ende. Da bleibt kein anderer Ausweg, als den Beitrag zu erhöhen."

Dr. Vesper unterstrich, dass die Mitgliederversammlung einen Grundsatzbeschluss über Beitragserhöhungen ab 2010 treffen sollte. Dabei solle der Beitragssatz von derzeit 5,5 Cent pro Mitgliedschaft und Jahr verdoppelt werden und somit elf Cent betragen. Die neue Beitragsgestaltung, die der DOSB nach der Herbsttagung der Konferenz der Landessportbünde am 17. Oktober entwickelt hat, soll im kommenden Jahr ausführlich in allen Gremien des organisierten Sports diskutiert werden; zudem werde eine Arbeitsgruppe etwaige Einzelschritte der Beitragserhöhung, Zeitpunkt und Höhe erarbeiten. In einem Änderungsantrag der LSBs zum Beschlussantrag des DOSB zur Mitgliederversammlung heißt es, die Finanzsituation des DOSB sei anzuerkennen; man sei "bereit, in angemessener Weise über eine Beitragserhöhung zu diskutieren. Diese könnte in der Höhe des Inflationsausgleiches seit 1978 liegen, in der Mitgliederversammlung im Dezember 2009 beschlossen und im Jahr 2010 in Kraft treten." Weiter heißt es: "Das vom DOSB geschilderte strukturelle Defizit, die Absicherung der Kernaufgaben und gerade die Schaffung von Spielräumen sollen in Verbindung mit einer kritischen Analyse der Aufgaben des DOSB in Regionalkonferenzen diskutiert werden."

Dr. Vesper sagte weiter: "Die Ausgaben weiter zu reduzieren, geht nur noch auf Kosten der Qualität. Dann können bestimmte Aufgaben vom DOSB nicht mehr so wahrgenommen werden, wie die Mitgliedsorganisationen dies zu Recht von uns erwarten. Und die Aufgaben sind ja nicht weniger, sondern mehr geworden - wenn ich an die vergangenen zwei Jahre denke. Da sind wir ausgequetscht. Wir sind auch, was die Einnahmeseite angeht, mittlerweile sehr viel besser geworden. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, zu weiteren Einnahmesteigerungen zu kommen. Wir haben, um nur ein Beispiel zu nennen, die Erlöse aus der Breitensportvermarktung verachtfacht. 50.000 Euro waren noch vor zwei Jahren erzielt worden; jetzt haben wir 400.000 Euro in den Wirtschaftsplan eingesetzt. Wir haben die Olympiavermarktung verbessert, wir haben in den unterschiedlichen Bereichen alles Menschenmögliche getan, um die finanzielle Situation zu verbessern. Dennoch war es so, dass wir im Fusionsjahr und im Jahr 2007 zusammen vier Millionen Euro Minus gemacht haben. Das heißt: Von den fast sieben Millionen Euro liquider Rücklagen, die die Vorgängerorganisationen in die Ehe gebracht haben, sind schon mal vier Millionen Euro weg." Diesen Trend aufzuhalten, liege im Interesse des DOSB und seiner Mitgliedsorganisationen.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 49 / 2. Dezember 2008, S. 8
Der Artikel- und Informationsdienst des
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veröffentlicht im Schattenblick zum 13. Dezember 2008