Schattenblick → INFOPOOL → SPORT → FAKTEN


BUCHTIP/336: Neuer Sammelband zur Dopingforschung - Perspektiven und Themen (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 23 / 2. Juni 2015
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Neuer Sammelband zur Dopingforschung: Perspektiven und Themen


Über und gegen Doping ist schon vieles geschrieben worden. Der Diskurs geht unaufhörlich weiter - jetzt sogar mit einem beachtenswerten Sammelband zur Dopingforschung, der für sich in Anspruch nimmt, einen "systematisch-ordnenden Überblick über unterschiedliche aktuelle wissenschaftliche Zugangswege und praxisbezogene Themenschwerpunkte" zum Thema Doping im Sport zu bieten.

Der Band verspricht darüber hinaus, die "Perspektiven und Themen" (Untertitel) in den insgesamt 20 Beiträgen nach der kurzen Einführung des Herausgeberteams "für einen potentiell breiten Leserkreis verständlich aufbereitet" zu präsentieren. Wer fühlt sich da nicht gleich angesprochen und zur "Doping-Leseprobe" eingeladen?

Den Sammelband haben Prof. Antje Dresen und Dr. Laurenz Form (beide vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz) zusammen mit Prof. Ralf Brand (Department für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam) herausgegeben und insgesamt acht Autorinnen und 25 Autoren für die im Band enthaltenen 20 Beiträge gewinnen können.

Das Werk ist inhaltlich-strukturell in zwei Teile gegliedert und mit neun bzw. elf Texten fast gleichrangig aufbereitet worden: Im ersten Teil wird das Thema Doping im Fokus disziplinärer Betrachtungen vorgestellt; im zweiten geht es dann um disziplinübergreifende Forschungen zum Doping und Substanzkonsum in Deutschland mit einem breiten Spektrum der thematischen Problemzugänge.

Alle Beiträge sind in der Regel nicht länger als 20 Seiten, die meisten kommen sogar mit weniger Umfang aus. So gelingt es tatsächlich lesefreundlich, dass der jeweilige "Forschungsstand in seiner Komplexität nachvollziehbar skizziert und gleichzeitig kontrolliert kommuniziert in seiner Komplexität reduziert wird", wie schon in der Einführung der Herausgeberin und der Herausgeber präventiv Lesebereitschaft zu wecken versucht wird.

Während demnach der erste Teil verschiedene Disziplinen der Sportwissenschaft bzw. der in das Thema Doping involvierten Nachbardisziplinen zum aktuellen Forschungsstand abarbeitet, folgt der zweite Teil unterschiedlichen Praxisfeldern des Sports, in denen Doping bzw. Doping-Prävention und Aufklärung über Doping zunehmend eine Rolle spielen.

Insofern verwundert es nicht, wenn der Band im ersten Teil (Überschrift: "Doping im Fokus disziplinärer Betrachtungen") mit einem Beitrag zu "Doping und Anti-Doping-Politik im historischen Überblick" (von Prof. Michael Krüger und Christian Becker) beginnt und danach u.a. medizinische, juristische, soziologische, ökonomische, psychologische sowie pädagogische und fachdidaktische Sichtweisen zum Doping folgen.

Um wenigstens für den zweiten Teil mit der Überschrift "Doping und Substanzkonsum im thematischen Spektrum" exemplarisch die breite Palette der Beiträge anzudeuten, sei stellvertretend für andere Beiträge verwiesen auf den "Substanzgebrauch im Freizeit- und Breitensport", auf "Sportjournalismus und Doping - Anmerkungen aus der Praxis" und "Dopingbekämpfung im Internationalen Olympischen Komitee" - unter diesen Überschriften wird das Dopingfeld jeweils mit dem Forschungsstand beackert.

Angesichts der Vielschichtigkeit der Forschungsdisziplinen und der aufbereiteten Aspekte zum Doping ist es naheliegend, dass die Autoren und Autorinnen ebenso in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen beheimatet sind, wenngleich fast die Hälfte regional konzentriert an den drei Hochschulstandorten in Köln, Potsdam und Mainz arbeitet, ganz davon abgesehen, dass auch zwei Autoren aus Österreich (darunter Dr. David Müller von der NADA Austria) mit dabei sind, dass den juristischen Beitrag der Heidelberger Rechtsanwalt und Sportrichter des Deutschen Sportschiedsgerichtes Michael Lehner verfasst hat und dass mit dem Sportwissenschaftler Dr. Mischa Kläber ein hauptamtlicher Mitarbeiter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) dazugehört: Kläber schreibt im Sammelband über "Medikamentenaffinität und Suchtprobleme im Fitness-Studio" und ist im DOSB Ressortleiter für Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement.

Prof. Detlef Kuhlmann


Antje Dresen, Laurens Form & Ralf Brand (Hrsg.):
Dopingforschung. Perspektiven und Themen.
Schorndorf 2015: Hofmann-Verlag.
354 Seiten; 34,90 Euro.

*

Quelle:
DOSB-Presse Nr. 19 / 5. Mai 2015
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Telefon: 069/67 00-236
E-Mail: presse@dosb.de
Internet: www.dosb.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. Juni 2015

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang