Schattenblick →INFOPOOL →SPORT → FAKTEN

BUCHTIP/300: Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (Teil 7) - Auswertung und Methode (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 42 / 18. Oktober 2011
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (Teil 7): Auswertung und Methode
Fast ein Drittel aller Sportvereine arbeitet bereits mit Schulen zusammen

von Prof. Detlef Kuhlmann


Seit rund drei Monaten liegt der Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für den Zeitraum 2009/2010 als eine "Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland" vor. Er ist wie seine Vorgänger für die Jahre 2005/2006 und 2007/2008 eine Koproduktion des DOSB mit seinen Landessportbünden und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp). Der siebte Teil beschließt unsere Serie mit der Darstellung der länderspezifischen Auswertung und kurzen Hinweisen zur Methode des Sportentwicklungsberichtes. Nach den insgesamt sieben Kapiteln, in denen die Sportvereine in Deutschland nach bestimmten Themenfeldern (z.B. zur Situation des freiwilligen Engagements bzw. des Ehrenamtes) betrachtet werden, folgt im knapp 600-seitigen Sportentwicklungsbericht eine Auswertung der Ergebnisse der Sportvereinsbefragung nach Bundesländern (Kapitel 9 bis 24 im Band). In alphabetischer Reihenfolge werden hier Daten präsentiert und erläutert für Baden-Württemberg und Bayern sowie über Hamburg und Hessen bis hin zu Schleswig-Holstein und Thüringen.

Der Aufbau der Länderauswertung bleibt in der Darstellung immer gleich: Nach einer kurzen Zusammenfassung folgen Aussagen zur Bedeutung der Sportvereine für das jeweilige Bundesland und zu den Unterstützungsmöglichkeiten und zum Unterstützungsbedarf sowie am Ende zur Stichprobe und zum Rücklauf auf Landesebene. Eine Ausnahme bildet lediglich Niedersachsen, weil es hier Zusatzfragen speziell zur Mitgliederbindung und zur Mitgliedergewinnung sowie zu den derzeit bestehenden lokalen Netzwerken und Arbeitsgruppen gegeben hat (nachzulesen auf den Seiten 360 bis 365 im Band).

Ein großer Vorteil der länderspezifischen Auswertung besteht bei der Lektüre pro Bundesland darin, dass immer ein Vergleich zur Bundesebene ermöglicht wird - am Beispiel: Im Abschnitt zur Sportversorgung der Bevölkerung wird neben anderen eine Tabelle gezeigt, die für sieben vorgegebene Mitgliedsgruppen (Kinder, Familien, passive Mitglieder etc.) anzeigt, wie hoch der Prozentanteil der Sportvereine ist, die derzeit dafür jeweils eine Aufnahmegebühr beim Vereinsbeitritt erheben. Für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wird beispielsweise dabei erkennbar, dass die Werte in allen Mitgliedsgruppen höher liegen als im Bundesdurchschnitt - wer also in Mecklenburg-Vorpommern Vereinsmitglied werden will, muss demzufolge eher damit rechnen, eine Aufnahmegebühr zu bezahlen als anderswo, wobei man hinzufügen muss, dass der Anteil der Vereine, die überhaupt eine Gebühr nehmen, hier (mit Ausnahme für Erwachsene) deutlich unter 50 Prozent liegt

Im Abschnitt über die Bedeutung der Sportvereine in den Bundesländern werden jeweils insgesamt neun Aspekte unterschieden: Es wird z.B. über den Anteil der Kooperationen genauso berichtet wie über die Ausprägung geselliger Angebote, die Integration von Migranten in den Verein sowie zur Aus- und Weiterbildung bzw. Qualifizierung von Mitarbeitern. Was das ehrenamtliche Engagement speziell markiert über den Anteil des Arbeitsumfangs pro Ehrenamtlichen (in Stunden pro Monat) anbelangt, können wir im Ländervergleich festhalten, dass z.B. Bremen (32,5 Stunden) die höchsten und das Saarland (15,9) die niedrigsten Werte aufweisen, während Baden-Württemberg (20,5), Bayern (19,7), Berlin (19,9), Hessen (19,5), Niedersachsen (19,8) und Schleswig-Holstein (19,4) den Bundesdurchschnitt (20,1) nahezu treffen.

Die Vereinsbefragung wurde von den Kölner Untersuchungsmachern als sogenannte Online-Befragung durchgeführt; sie bringt einen deutlich niedrigen Aufwand an Kosten und Zeit gegenüber einer postalischen Befragung mit sich. Nur so konnte die Erhebung großer Gruppen in relativ kurzem Zeitraum gewährleistet werden.

Der Fragebogen, der wiederum von Vereinsverantwortlichen (z.B. Vorsitzender, Geschäftsführer) auszufüllen war, bestand aus insgesamt 32 Fragen in neuen thematischen Blöcken. Er ist im Anhang zum Band vollständig abgedruckt. Wer ihn auszufüllen hatte, der musste vorzugsweise Zahlen (z.B. Anzahl der Mitglieder des Vereins) eintragen und Kreuzchen machen, beispielsweise über den Grad der (persönlichen) Zustimmung zu Aussagen über die "Vereinsphilosophie" - etwa nach dem Motto: Unser Verein "legt viel Wert auf Pflege von Traditionen" (von stimme voll zu bis stimme gar nicht zu) oder "engagiert sich stark im Bereich der leistungssportlichen Talentförderung" oder "blickt optimistisch in die Zukunft" etc.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des DOSB.


Breuer, Christoph (Hrsg.):
Sportentwicklungsbericht 2009/2010.
Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland.
Köln: SPORTVERLAG Strauß 2011. 596 Seiten; 38,80 Euro.

Breuer, C. und Wicker, P.:
Zur Situation der Sportarten in Deutschland.
Eine Analyse der Sportvereine in Deutschland auf Basis der Sportentwicklungsberichte.
Köln 2011: Strauß.


*


Quelle:
DOSB-Presse Nr. 42 / 18. Oktober 2011, S. 27
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Tel. 069/67 00-255
E-Mail: presse@dosb.de
Internet: www.dosb.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 1. November 2011