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BUCHTIP/299: Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (Teil 6) - Kooperation Schule Verein (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 41 / 11. Oktober 2011
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (Teil 6): Kooperation Schule Verein
Fast ein Drittel aller Sportvereine arbeitet bereits mit Schulen zusammen

von Prof. Detlef Kuhlmann


Seit rund drei Monaten liegt der Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für den Zeitraum 2009/2010 als eine "Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland" vor. Er ist wie seine Vorgänger für die Jahre 2005/2006 und 2007/2008 eine Koproduktion des DOSB mit seinen Landessportbünden und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp). Der sechste Teil unserer Serie befasst sich mit der Kooperation Schule und Sportverein und analysiert Vereinstypen.

Die Einführung von Ganztagsschulen und die Reduzierung der Verweildauer von Jungen und Mädchen auf dem Gymnasium ("G 8") zählen nach Ansicht der Untersuchungsmacher zu den größten Herausforderungen in der Vereinsentwicklung schlechthin. Hier stehen die Sportvereine - vereint mit den Verbänden (auf Fach- und Länderebene) - mit ihren zahlreichen Initiativen und Programmen noch ganz am Anfang. Nach Auswertung der Befragung von Vereinsverantwortlichen konnte im Ergebnis festgestellt werden, dass inzwischen fast ein Drittel aller Sportvereine in Deutschland bei der Angebotserstellung mit (mindestens) einer Schule kooperieren.

Weiterhin wurde danach gefragt, ob es bei der Kooperation zwischen dem Sportverein und einer Schule "vor Ort" auch schon zu einer schriftlichen Fixierung im Sinne einer Kooperationsvereinbarung gekommen ist, wo beide Partner ihre Absichten und mögliche Inhalte zum Ausdruck bringen: Bei 11,2 Prozent der Sportvereine ist das schon der Fall, wobei sich hier und bei der (erfolgreichen) Zusammenarbeit bezüglich der Angebote ein interessanter Ländervergleich ergibt: Offensichtlich ist der Komplex Zusammenarbeit von Schule und Sportverein summarisch in Baden-Württemberg und in den östlichen Bundesländern sowie den beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg derzeit am intensivsten ausgeprägt.

In der Vergangenheit wurden Sportvereine (auch in empirischen Studien) in aller Regel nach ihrer Größe auf der Basis der Mitgliederzahl, ihrem Alter, der Anzahl der Abteilungen etc. kategorisiert. Die Untersuchungsmacher haben jetzt einen neuen Weg beschritten, um die rund 91.000 Sportvereine in Deutschland differenzierter betrachten zu können. Diese Vorgehensweise resultiert daraus, aus der entsprechenden Ausrichtung (der "Vereinsphilosophie") einen gezielten Unterstützungsbedarf noch besser ableiten zu können. Dazu wurden insgesamt fünf Vereinstypen gebildet, die sich auf Aussagen zu entsprechenden Statements aus der Vereinsbefragung beziehen. Die meisten Sportvereine in Deutschland sind "jugendorientierte" und "integrative" Vereine. Sie verfolgen mehrheitlich das Ziel, z.B. "die Kinder von der Straße zu holen" oder ein Sportangebot für "möglichst viele Bevölkerungsgruppen" zu unterbreiten. Neben diesen beiden Vereinstypen kommen auch noch der Leistungssportverein, der gesellige Traditionsverein und der dienstleistungsorientierte Verein mit etwas niedrigeren Ausprägungsgraden vor.


Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des DOSB.


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 41 / 11. Oktober 2011, S. 28
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Tel. 069/67 00-255
E-Mail: presse@dosb.de
Internet: www.dosb.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 18. Oktober 2011