Schattenblick →INFOPOOL →SPORT → FAKTEN

BUCHTIP/275: Neue Bücher zum Laufsport von A bis Z (DOSB)


DOSB-Presse Nr. 15 / 13. April 2010
Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Von Achim Achilles bis Emil Zatopek
Neue Bücher zum Laufsport von A bis Z

Von Prof. Detlef Kuhlmann


Der Markt an Neuerscheinungen zum ausdauernden Laufen scheint nahezu unübersehbar. Man ist geneigt zu fragen, ob es denn wirklich immer wieder etwas Neues ist, was in diesen Büchern geschrieben steht, oder ob es sich nur um Variationen des immer Gleichen handelt. Angeblich gibt es aktuell mehr als 1.300 deutschsprachige lieferbare Titel zum Thema Laufen. Unter welchen verschiedenen Perspektiven der Laufsport hierzulande derzeit abgehandelt wird, darüber geben u. a. die folgenden Titel eine erste stichwortartige Antwort von A (wie Achilles) bis Z (wie Zatopek). Dabei handelt es sich allerdings nur um eine unvollständige Auswahl von neueren Publikationen, die auch andeuten soll, wie vielfältig die Palette an mittlerweile geworden ist. Und zum Laufen einladen sollen sie (neben der Lektüre) natürlich auch:

Achim Achilles:
Achilles Verse. Lerne Laufen ohne Leiden
Band II. Hamburg und München 2009: Heyne. 224 S.; 7,95 Euro

Der Autor bezeichnet sich gern als Deutschlands bekanntester unbekannter Freizeitläufer und legt quasi im Jahrestakt neue (Achilles-) Werke vor. Sein neuestes Laufbuch ist so gesehen nur eine Fortsetzung, bei der uns der im richtigen Leben als Hajo Schumacher (Berlin) herumlaufende und beruflich als (Fernseh-)Journalist tätige mitnimmt auf die Piste und uns seine Erfahrungen beim Laufen und davor und danach so prägnant preisgibt, als wären es unsere eigenen - und dazu sind diese laufenden Erlebnisse noch wunderbar beschrieben!


*


Dieter Baumann:
Laufende Gedanken.
Tübingen 2009: Klöpfer & Meyer. 206 S.; 17,90 Euro

Dieter Baumann kennt jeder. Der Olympiasieger von Barcelona 1992 über 5.000 Meter tritt hier nicht das erste Mal als Buchautor in Erscheinung. Der Band mit kurzen (und teilweise schon anderswo veröffentlichten) Kolumnen lädt auch Kurzstreckenleser zur gelegentlichen Lektüre ein: Man braucht keinen langen Atem, um die kurzweiligen Geschichten zu lesen, die allesamt über das Laufen handeln und von einem einstigen Hochleistungssportler geschrieben sind, der sich nunmehr nach Beendigung seiner Karriere als "Lebensläufer" (wie Du und ich) versteht und das in seinen Texten eindringlich rüberbringt.


*


Heiner Boberski:
Mythos Marathon. Schicksale - Legenden - Höhepunkte.
2500 Jahre Langstreckenlauf
St. Pölten 2004: Niederösterreichisches Pressehaus. 207 S.; 21,90 Euro.

Sorry, dieses Buch ist schon ein paar Jahre alt, aber immer noch aktuell und gerade in diesem Jahr aktueller denn je. Denn wir feiern den 2.500 Geburtstag der Legende von Marathon. Da ist dieses Buch gewissermaßen eine sporthistorische Pflichtlektüre. Es geht hier nicht so sehr um ausgefeilte Trainingspläne oder wichtige Wettkampftipps, sondern schwerpunktmäßig um die äußerst facettenreiche Weltgeschichte des Marathonlaufes.


*


Jean Echenoz:
Laufen
Roman. Berlin 2009: Berlin Verlag. 126 S.; 18 Euro

Emil Zatopek hat Laufgeschichte geschrieben. Das ist auch in zahlreichen Büchern und Bildbänden über ihn längst belegt. Aber hier taucht er plötzlich und vermutlich erstmals in einem zeithistorischen Roman auf, der in den Jahren zwischen 1939 und 1968 spielt, und zwar auch im Berliner Olympiastadion: Emil Zatopek (1922 - 2000), der eigentlich den Sport hasst, entdeckt (gewollt oder doch Zufall?) sein großes Talent als Läufer, wird später Olympiasieger, stellt Weltrekorde auf und ist uns wegen seines unnachahmlichen Laufstils als laufenden Lokomotive immer noch bestens in Erinnerung.


*


Hans-Jürgen Eichberger:
Lauf doch einfach.
Offenbach 2009: höma Verlag. 180 S.; 12,80 Euro

Gutgemeinte Ratgeber und Anleitungen zum Laufen gibt es in Hülle und Fülle. Aber dieses hat noch gefehlt und könnte somit eine Lücke schließen: Es überzeugt durch seine bescheiden und gut verständlich vorgetragene Expertise des Autors und liest sich so einfach wie die Einladung im Titel lautet: "Lauf doch einfach!" kann man wörtlich nehmen, wenn man die Erfahrungen von Hans-Jürgen Eichberger (pfälzischer Rekordhalter im Marathon und Volkslaufwart im Leichtathletikverband Pfalz) auf seine eigene Laufbiografie zu übertragen versucht.


*


Jeff & Barbara Galloway:
Galloways Laufbuch für Frauen.
Aachen 2008: Meyer und Meyer. 222 S.; 16,95 Euro

Dieses Buch verfolgt den selbst gestellten Anspruch, jede Frau - unabhängig vom Fitnessniveau - auf den richtigen Weg zum lebenslangen Laufen zu begleiten. Jeff Galloway war Olympiateilnehmer 1972 in München und gilt in den USA als "Laufguru". Das Buch ist 2007 zuerst in den USA erschienen. Neben "Frauenspezifisches rund ums Laufen" gibt es auch ein Kapitel über die von Galloway gern praktizierte "Run-Walk-Run-Methode".


*


Martin Grüning:
Erfolg ist planbar. Schritt für Schritt vom Laufeinsteiger zum Laufprofi
Aachen 2009: Meyer und Meyer. 224 S.; 16,95 Euro

Martin Grüning weiß, worüber er schreibt: Er war einer der besten deutschen Marathonläufer der 80er und 90er Jahre (Bestzeit 2:13:30 Std.) und arbeitet heute als stellvertretender Chefredakteur der Fachzeitschrift "Runner's World". Im Kern beschreibt er im Buch Trainingspläne für Distanzen von 5 und 10 Kilometern, Halbmarathon, Marathon und einen 100-Kilometer-Lauf für Läuferinnen und Läufer mit Marathonerfahrung.


*


Wilfried Raatz:
Berglaufjournal 2010. Niedernhausen-Fischbachtal 2010:
Verlag wus-media. 232 S.; 9,50 Euro

Dieses Journal erscheint bereits zum 20. Male und gilt als "Handbuch für Bergläufer" mit wichtigen Informationen und Terminen über (inter-)nationale Startmöglichkeiten. Die Jubiläumsausgabe wurde wiederum mit viel Fleiß erstellt vom Fachjournalisten Wilfried Ratz, der sich als Mitglied im Bundesfachausschuss Laufen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes besonders um die Bereiche Straße, Cross und Berglauf kümmert.


*


Wilfried Raatz u. a.:
Das offizielle Buch zum 36. real,- BERLIN-MARATHON. 19. + 20. September 2009.
Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin. International Sport Series.
Aachen 2010: Meyer & Meyer. 152 S.; 29,80 Euro.

Wer noch nie bei einem Marathon dabei war, kann sich hier in Gedanken schon mal beim größten deutschen in Berlin warmlaufen: Da wird über das Rennen in seiner Chronologie von der Spitze bis zu "ferner liefen" berichtet, aber auch das vielseitige Drumherum (von der Messe Berlin Vital auf dem Flughafengelände in Tempelhof bis zum Gottesdienst in der Gedächtniskirche am Kurfürstendamm) und Begleitrennen (z.B. Mini-Marathon der Schülerinnen und Schüler) sind in vielen Fotos und mit wenigen Worten in deutscher und englischer Sprache wohldosiert dokumentiert.


*


Siegfried R. Schmidt:
pulsschlag.
Gedichte und Geschichten zum Ausdauersport. Willebadessen 2009:
Zwiebelzwerg Verlag. 64 S.; 8,50 Euro.

Lyrik ist unter den laufliterarischen Gattungen eher selten vertreten. Der neue Band von Siegfried R. Schmidt (Berlin) macht der Knappheit ein Ende und hat es in sich: In seinen Versformen produziert der Autor (selbst Läufer und Triathlet) vielfältige verbale Variationen des Laufens, immerzu seines eigenen ausdauernden Laufens. Er begegnet uns im wahrsten Sinne des Wortes als laufender Dichter und als dichtender Läufer in Versen und auf Füßen. Alles ist kompakt und konkret komponiert: Da wird Zeile für Zeile sorgsam gesetzt. Da sitzt jedes Wort. Und da kommen trotzdem fortlaufend Überraschungen daher, über die wir dann beim Lesen geradezu schmunzelnd stolpern - bitte selber nachlesen!


*


Manfred Steffny:
Laufbahn am Limit. Erkrath 2009:
Spiridon. 240 S.; 16,80 Euro

Manfred Steffny, Herausgeber der monatlich erscheinenden Zeitschrift "Spridion", ist Insider der internationalen Laufszene, der hierzulande seinesgleichen sucht, ganz abgesehen davon, dass der zweimalige Olympiasteilnehmer im Marathonlauf (Mexiko 1968 und München 1972) schon mehrfach als Buchautor in Erscheinung getreten ist. In seinem neuen Roman widmet er sich der Leichtathletikszene allgemein und der Laufszene speziell. Dies geschieht voller entsetzlicher Tragik und mit viel entblößender Komik und dazu an höchst bekannten Schauplätzen großer Leichtathletikveranstaltungen. Die Leserinnen und Leser erfahren viel von dem, was uns andere Medien vorenthalten - oder eben nur in einem Roman so "ablaufen" kann.


*


Britta Wackernagel:
Das Laufende Lächeln.
Mein ganz persönlicher Lebenstraum.
Berlin 2009: Pro BUSINESS. 240 S.; 17,80 Euro

Dieses Buch ist das erstaunliche Tagebuch einer Autorin, die ihre umfassende Vorbereitung auf den Rennsteiglauf, den schönsten und längsten deutschen Landschaftslauf im Thüringer Wald vom Entschluss bis zur Realisierung im Mai 2007 schildert. Britta Wackernagel erfüllt sich damit einen Lebenstraum. Daran will sie ihre Leser und Leserinnen teilhaben lassen. Sie hält damit für alle die Option bereit, es ihr ähnlich nachzumachen. Dazu reicht die Lektüre des Tagebuchs allein nicht aus. Es kann allenfalls ein treuer Begleiter sein - beim kontinuierlichen Training.


*


Quelle:
DOSB-Presse Nr. 15 / 13. April 2010, BÜCHER, Seite 30
Der Artikel- und Informationsdienst des
Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/M.
Tel. 069/67 00-255
E-Mail: presse@dosb.de
Internet: www.dosb.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. April 2010