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BUCHTIP/168: Auswahl - Sportjournalisten schreiben ihre Biografie (DOSB)


DOSB Presse - Der Artikel- und Informationsdienst
des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Sportjournalisten schreiben ihre Biografie - eine Auswahl
Von Manni Breukmann bis Marcel Reif

Von Dr. Detlef Kuhlmann


Dieter Kürten hat seine, Marcel Reif hat seine ... wer mag wohl der nächste sein? Immer mehr Sportjournalisten schreiben ihre Biografie und sind somit Teil des allgemeinen Biografiebooms, der ohnehin seit einigen Jahren den Sport erreicht hat. Die zahlreichen "Lebensbücher" bekannter Sportlerinnen (z.B. Franziska van Almsick) und Sportler (z.B. Frank Busemann) beschreiben summarisch das Leben mit (Hochleistungs-) Sport in aller Öffentlichkeit. Bei den Sportjournalisten ist das genauso und doch etwas anders: Die Medienprofis, im Hauptjob kompetente Regisseure für die Inszenierung des Sports, sind in und mit ihren Büchern selbst Akteur und Gegenstand einer medialen Selbstinszenierung ... das etwa dürfte das Alleinstellungsmerkmal dieses besonderen Biografiebuchtyps sein.

Biografien sind immer auch Zeitreisen. Das gilt für den Sport und für die "sportliche Laufbahn" der Sportjournalisten als Autobiografen allemal: Dieter Kürten (geb. 1935) steht für die frühe Ära des Aktuellen Sportstudios bzw. die späten Fernsehabende im ZDF, als an Privatsender hierzulande noch nicht zu denken war. Marcel Reif (geb. 1949) entstammt der Generation nach Kürten. Reif gehörte ebenfalls der ZDF-Sportredaktion an und war auch Sportchef bei RTL. Er verkörpert den Fußballreporter mit "Distanz und Respekt" (so eine Kapitelüberschrift) - denn: "Medien sind Mittler zum Publikum.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir im gleichen Boot sitzen", heißt es dazu an einer Stelle auf Seite 205. Manni Breuckmann (geb. 1951) gilt das die Rundfunkstimme des Fußballwestens. Bei seinen eloquenten Bundesliga-Reportagen aus Dortmund und Gelsenkirchen erhält das Radio einen farbigen Ruhrpottanstrich.

Robert Ide (geb. 1975) ist stellvertretender Sportchef bei der Zeitung "Der Tagesspiegel" in Berlin und verkörpert die (Sport-) Generation, die mit dem Mauerfall erwachsen und die Wende als Aufbruch nutzen konnte. Robert Ide hat das Zeitfenster nutzen können für den Start in eine sportjournalistische Karriere. Trotzdem oder gerade deswegen fragt sich er an einer Stelle auf Seite 96 im Buch, "ob man auch Sportreporter werden kann, wenn man im Schulsport nur eine drei vorweisen kann".

Hier die Auswahl der Biografien von Sportjournalisten aus den letzten Jahren mit den bibliographischen Angaben in alphabetischer Reihenfolge:

Manni Breuckmann:
Mein Leben als jugendlicher Draufgänger
(Frankfurt: Eichborn 2006; 286 S.)

Robert Ide:
Geteilte Träume. Meine Eltern, die Wende und ich
(Luchterhand Literaturverlag: München 2007; 222 S.)

Dieter Kürten:
Drei unten, drei oben.
Erinnerungen eines Sportjournalisten
(Reinbek: Rowohlt 2003; 350 S.)

Marcel Reif:
Aus spitzem Winkel. Fußballreporter aus Leidenschaft
(Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2004; 224 S.)


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Quelle:
DOSB-Presse Nr. 37 vom 10. September 2007, BÜCHER II
Der Artikel- und Informationsdienst des
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veröffentlicht im Schattenblick zum 19. September 2007