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LESERBRIEFE/004: Zu "Desertec - Stromraub aus Afrika" (Jürgen Hübner-Kosney)


Zum Schattenblick-Artikel:
Desertec - Stromraub aus Afrika (SB)

unter: POLITIK -> KOMMENTAR -> HEGEMONIE/1601


Leserbrief:

Sonnabend, 27. Juni 2009 - 20:04 Uhr

Hallo,

ich habe den Beitrag der Schattenblick-Redaktion zwar ungefragt erhalten, will aber darauf eingehen, weil sich die Redaktion aus meiner Sicht dilettantisch und verantwortungslos in Sachen Klimaschutz verhält.

Es ist leider wie so oft in einer öffentlichen Diskussion: es wird um jeden Preis ausgebremst, selbst wenn es sich um noch so vernünftige Vorschläge handelt. Dass Afrika geographisch bevorzugt Solarstrom liefern und fossile Energien ersetzen kann, ist doch ein Glücksfall der Geschichte! Solarstrom zu exportieren wird den herstellenden Ländern beständige Einnahmen bringen, ohne dass wie beim Erdöl ein Versiegen dieser Quellen zu befürchten ist. Über Abnahme und Preise der Solarstromproduktion lassen sich sogar soziale und demokratische Entwicklungen in den Herstellerländern positiv beeinflussen - allerdings ein verantwortliches Handeln auf Abnehmerseite vorausgesetzt. Dies von vorn herein in Abrede zu stellen und die gesamte Projektidee zu diskreditieren heißt sich mitverantwortlich zu machen, wenn mit drohenden Klimaveränderungen insbesondere auch Länder Afrikas von zunehmender Hitze, Dürre und Hungersnot betroffen sind. Deshalb sollte die Schattenlicht-Redaktion ihre Auffassung erneut überprüfen.

Jürgen Hübner-Kosney, Berlin

P.S. einer möglichen Weitergabe meiner Zuschrift als Leserbrief stimme ich nur in unveränderter, ungekürzter Form zu.


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Quelle:
Leserbrief vom 27. Juni 2009


veröffentlicht im Schattenblick zum 30. Juni 2009