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WIRTSCHAFT/7950: Märkte und Finanzen - 06.11.2018 (SB)


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Niedrigenergienetz für Berliner Urban Tech Republic

Auf dem Berliner Flughafen Tegel soll nach Ende des Flugbetriebs voraussichtlich im Herbst 2020 auf einer Fläche von mehr als 200 Hektar mit der sogenannten "Urban Tech Republic" das größte stadtentwicklungs- und wirtschaftspolitische Vorhaben der Stadt für die kommenden Jahre realisiert werden. Neben Unternehmen und Forschungsinstituten mit bis zu 20.000 Arbeitsplätzen werden im angrenzenden Schumacher Quartier bis zu 5000 Wohnungen gebaut werden. Philipp Bouteiller, der Chef der landeseigenen Tegel Projekt-Gesellschaft, und Karsten Wildberger aus dem Vorstand des Energieunternehmens Eon sowie Vertreter der Berliner Stadtwerke stellten das Projekt am Montag vor. Unter anderem ist für das Areal ein zehn Kilometer langes Fernwärmenetz modernster Konzeption geplant. Das Netz wird im Winter mit einer Temperatur von 40 Grad Celsius und im Sommer mit 20 Grad Celsius betrieben. Das zugehörige Blockheizkraftwerk kann dadurch 80 Prozent fossiler Energie einsparen. Wegen der niedrigen Betriebsmitteltemperatur sind die Wärmeverluste auf den Leitungen extrem gering. Die angeschlossenen Abnehmer setzen die Temperatur für ihren Bedarf mit Wärmepumpen hoch. Überschüssige Wärme etwa von Produktionsprozessen sowie aus Solaranlagen, Geothermie und Abwasser kann bei relativ niedriger Temperatur in das Netz zurückgespeist werden. Bouteiller sprach vom nachhaltigsten bekannten Energiesystem und günstigeren Preisen als für Fernwärme. Wildberger bezeichnete Niedrigenergienetze als die Zukunft. Die Kosten für das Berliner Netz werden sich auf 60 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Bauabschnitte, belaufen.

6. November 2018


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