Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


WIRTSCHAFT/7862: Märkte und Finanzen - 10.08.2018 (SB)


VOM TAGE


Wirtschaftliche Kosten des Syrienkriegs

Der wirtschaftlichen Schaden des Krieges in Syrien beläuft sich auf 388 Milliarden Dollar, wie der Vizepräsident der Weltbank für Nahost und Nordafrika, Hafez Ghanem, mit Verweis auf eine Studie der bei den Vereinten Nationen angesiedelten Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (ESCWA) berichtete. Demnach wurden mehr als ein Viertel der Häuser in dem Bürgerkriegsland sowie etwa die Hälfte der Bildungseinrichtungen und der medizinischen Infrastruktur zerstört. Zwischen 2010 und 2015 wurden jedes Jahr durchschnittlich 538.000 Arbeitsplätze vernichtet. Mehr als drei Viertel der arbeitsfähigen Syrer haben weder Arbeit noch befinden sie sich in der Ausbildung. Das hat langfristige Folgen für das Humankapital des Landes. Sollte der Krieg im laufenden Jahr beendet werden, kann die syrische Wirtschaft binnen vier Jahren auf gut 40 Prozent des Vorkriegsniveaus kommen. Die Studienautoren unterscheiden zwischen Kosten durch Zerstörung von Straßen, Infrastruktur, Häusern und anderen Objekten in Höhe von 120 Milliarden Dollar sowie den Schaden durch Verlust von Produktivität und Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 268 Milliarden Dollar.

Im Verlauf des Krieges in Syrien sind seit Frühjahr 2011 mehr als 320.000 Menschen getötet worden. Bei der Weltbank schätzt man, daß mehr Menschen aufgrund mangelhafter Gesundheitsversorgung als durch direkte Kampfhandlungen umgekommen sind.

Die vorliegenden Daten waren auf einer Konferenz der ESCWA am Dienstag und Mittwoch in Beirut veröffentlicht worden. Dort hatten syrische und internationale Experten über Wiederaufbaumaßnahmen in Syrien nach Kriegsende diskutiert.

10. August 2018


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang