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SOZIALES/8032: Arbeit, Soziales und Familie - 15.01.2019 (SB)


VOM TAGE


IG BCE fordert Milliarden für Beschäftigte der Braunkohleindustrie

Vertreter der Bundesregierung, der braunkohlefördernden Bundesländer und die Vorsitzenden der sogenannten Kohlekommission wollten am Dienstagabend bei Bundeskanzlerin Merkel über den bevorstehenden Ausstieg aus der Kohleverstromung und den absehbaren Strukturwandel in den Revieren am Niederrhein und in der Lausitz sprechen.

Am Montagabend hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, bei der Jahrespressekonferenz in Hannover eine Stellungnahme dazu abgegeben. Der Gewerkschafter fordert von der Bundesregierung, daß sie ihre Verantwortung wahrnimmt, wenn sie einen rentablen Industriezweig aus politischen Gründen abschaltet. Zum einen müßten die im Braunkohlebergbau beschäftigten rund 20.000 Menschen vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sein, und zum anderen sollen sie ein Anpassungsgeld wie im Steinkohlebergbau bekommen, mit dem sie die Zeit bis zur Rente überbrücken können.

Die Gewerkschaft hat ausgerechnet, daß für das Überbrückungsgeld bis zum frühestmöglichen Renteneintritt mit 63 Jahren insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro bereitgestellt werden müßten, falls die Betroffenen erst ab 58 Jahren von dem Programm profitieren. Da die Betriebe den Rentenabschlag bei einer Frühverrentung ausgleichen sollen, erhöhen sich die Kosten auf fünf Milliarden Euro. Sieben Milliarden wären fällig, wenn das Anpassungsgeld ab dem 55 Lebensjahr gezahlt würde. Ehemalige Branchenbeschäftigte, die eine neue Arbeit annehmen, sollen den Anspruch auf staatliche Unterstützung verlieren.

15. Januar 2019


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