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SOZIALES/7874: Arbeit, Soziales und Familie - 10.08.2018 (SB)


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Save the Children hält Angriff auf Schulbus im Jemen für Kriegstaktik

Die Hilfsorganisation Save the Children ist seit Jahrzehnten im Jemen tätig und hat ihre Arbeit auch nicht während des aktuellen Krieges in dem südarabischen Land eingestellt. Am Donnerstag hatten die Interventionsmächte um Saudi-Arabien Angriffe auf einen Markt im Nordjemen geflogen und unter anderem einen Schulbus zerstört. Susanna Krüger, die Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, berichtete dem Deutschlandfunk am Freitag, mindestens 29 Kinder im Alter zwischen sechs und 16 Jahren seien tot. Bei Save the Children sei man entsetzt über diese neue Form von Gewalt. Es sei ein absolutes Fanal. Krüger bestätigte, daß die Kinder gezielt getötet wurden. Der Angriff am Vortag auf den Schulbus sei eine neue, sehr unerträgliche Stufe in diesem Krieg. Sie betonte, Save the Children sei eine humanitäre Organisation und maße sich nicht an, politische Dinge zu beurteilen. Auch wenn man es nicht wisse, gehe man davon aus, daß es sich bei dem Angriff auf den Schulbus um keinen Kollateralschaden gehandelt habe, sondern um eine seit Jahren beobachtete Kriegstaktik. Save the Children fordert eine politische Lösung des Konflikts und auch eine unabhängige Untersuchung der jüngsten Vorfälle. Laut Krüger muß eine Verantwortlichkeit zugeschrieben werden, und es braucht eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

10. August 2018


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