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SONSTIGES/7966: Tragisches und Kurioses - 08.12.2018 (SB)


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Unterirdische Wassermassen sind das bedrohliche Erbe des Bergbaus

In Deutschland wurden gerade die letzten Steinkohlegruben stillgelegt. Aber die Tore abschließen und ihnen einfach den Rücken kehren kann man nicht, denn das gigantische Tunnel- und Schächtegeflecht unter dem Ruhrgebiet und dem ehemaligen Aachener Revier ist vielerorts geflutet. Und diese Wassermassen müssen abgepumpt und entsorgt werden, wenn es nicht zu Auswaschungen und verheerenden unterirdischen Einstürzen kommen soll, die ohnehin nicht ganz zu vermeiden sind. Denn die in 150 Jahren zu Tage geförderten Abermillionen Tonnen Kohle und Gestein wurden ja nicht ersetzt.

So sackten viele der ausgehöhlten Regionen um mehrere Meter ab. Im Schnitt wird mit zwölf Metern gerechnet, aber in der Essener Innenstadt sollen es beispielsweise rund 30 Meter sein. Damit die Wassermassen sich nicht eigene Wege suchen, sind im Ruhrgebiet und im Aachener Kohlerevier ständig um die 200 leistungsstarke Pumpen im Einsatz. Sie verhindern eine Flutung der Region und damit auch eine Verseuchung des Grundwassers durch Bergbau-Chemikalien. Das verursacht enorme Kosten, die von der RAG-Stiftung der ehemaligen Bergbaukonzerne aufgebracht werden müssen.

8. Dezember 2018


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