Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


MILITÄR/7536: Sicherheitspolitik, Rüstung und Konflikte - 13.09.2017 (SB)


VOM TAGE


Südkorea testet Langstreckenmarschflugkörper aus Deutschland

Südkorea hat inmitten des verschärften Konflikts mit dem Nachbarn Nordkorea einen Luft-Boden-Marschflugkörper TAURUS (Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System) getestet. Die Lenkwaffe wurde am Dienstag von einem F-15K Kampfjet über der südlichen Provinz Chungcheong abgesetzt und steuerte ihr Ziel auf der Insel Jikdo rund 400 Kilometern weiter im Norden an, wie die südkoreanische Luftwaffe und das Amt für Wehrbeschaffung am Mittwoch meldeten. Die Modulare Abstandswaffe (MAW) war dabei noch mit keinem Sprengkopf bestückt.

TAURUS ist eine Entwicklung der TAURUS Systems GmbH (TSG) in Schrobenhausen. Das Unternehmen wurde 1998 von der MBDA Deutschland GmbH und der schwedischen Saab Dynamics AB gegründet. Südkorea bekommt im laufenden Jahr 170 TAURUS-Marschflugkörper geliefert. 90 weitere Einheiten sollen folgen. Die Bundeswehr verfügt über 600 Stück. Spanien hat über 40 Stück dieser Kriegswaffen gekauft.

Als Langstreckenmarschflugkörper hat TAURUS eine Reichweite von 500 Kilometern und kann innerhalb von 15 Minuten jedes Ziel in Nordkorea treffen, wenn er von einem Kampfflugzeug an der Südgrenze abgefeuert wird. Vom nordkoreanischen Radar wird TAURUS nicht erkannt, weil er über Tarnkappenfähigkeiten verfügt. Die Lenkwaffen sind vom GPS gesteuert und können nicht durch Störstrahlung vom Kurs abgebracht werden. Ausgestattet mit einem Penetrationsgefechtskopf, kann die Angriffswaffe hinter den Verteidigungslinien des Feindes drei Meter dicken Stahlbeton durchschlagen und präventiv strategische Ziele zerstören.

13. September 2017


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang