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JUSTIZ/8089: Kriminalität und Rechtsprechung - 14.03.2019 (SB)


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Erstes Strafverfahren zum Bloody Sunday von Londonderry

Ein ehemaliger britischer Soldat muß sich vor Gericht wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in vier Fällen verantworten. Das gab die Staatsanwaltschaft in Nordirland bekannt. Der Soldat F soll am Sonntag, dem 30. Januar 1972, im nordirischen Londonderry die Demonstranten James Wray und William McKinney erschossen haben. Außerdem soll er versucht haben Patrick O'Donnell, Joseph Friel, Joe Mahon und Michael Quinn zu ermorden. Britische Fallschirmjäger töteten damals insgesamt 13 katholische Teilnehmer eines Bürgerrechtsmarschs. Ein weiterer erlag Monate später seinen Verletzungen. Der Tag ging als Bloody Sunday in die Geschichte der sogenannten Troubles, des jahrzehntelangen Konflikts katholischer Nationalisten und protestantischer Unionisten, ein. Im Zusammenhang mit dem Bloody Sunday hatte es bislang für niemanden strafrechtliche Konsequenzen gegeben. Eine von der britischen Regierung eingesetzte Kommission erklärte bald nach dem dramatischen Ereignis, die Elitesoldaten hätten in Notwehr gehandelt. Ein britisches Gericht bestätigte diese Einschätzung. 18 weitere verdächtige Personen müssen nicht mit einer Strafverfolgung rechnen, weil der Staatsanwaltschaft weiterhin nicht genügend Beweise dafür vorliegen.

14. März 2019


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