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AUSLAND/8075: Aus aller Welt - 16.02.2019 (SB)


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Lebensmittelpolitik Washingtons zielt auf Regierungssturz in Venezuela

Nach Angaben des US-Außenministeriums ist am Samstag von Miami aus ein Transportflugzeug mit 200 Tonnen Hilfsgütern nach Kolumbien gestartet. Die Ladung soll in der an der Grenze zu Venezuela liegenden Stadt Cúcuta gelagert werden, bis sie im Nachbarland verteilt werden kann.

Die Regierung in Caracas sieht in den Versuchen der USA, Hilfsgüter nach Venezuela zu schaffen, einen Affront. Ein Konvoi von Lastwagen wurde bereits davon abgehalten, von Kolumbien aus die Grenze zu überqueren. Venezuelas Präsident Maduro verwies angesichts der Hilfslieferungen auf die Sanktionen, die Washington gegen den Ölsektor seines Landes verhängt hat. Dadurch soll dem Staat bereits ein Schaden von 30 Milliarden Dollar entstanden sein.

Nachdem sich der Oppositionspolitiker Guaidó zum Interimspräsident erklärt hat, verschärfte sich der politische Konflikt in Venezuela. Die USA weiteten ihre Sanktionen aus, und der rasante Verfall der venezolanischen Landeswährung nahm exorbitant zu. Außerdem kann Venezuela wegen der US-Sanktionen nur wenig Erdöl exportieren und so an Devisen gelangen. Inzwischen importiert das südamerikanische Land kaum noch, auch dringend benötigte Lebensmittel können nicht eingeführt werden.

16. Februar 2019


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