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AUSLAND/7710: Aus aller Welt - 13.02.2018 (SB)


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Haftbefehle gegen führende ELN-Kader in Kolumbien

Die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens hat 27 Haftbefehle gegen ranghohe Mitglieder der marxistisch-leninistischen Guerillaorganisation ELN (Ejército de Liberación Nacional/Nationale Befreiungsarmee) ausgestellt. Der Anführer Bautista und die anderen Guerilleros sollen sich für Rebellion, Mord und die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen verantworten.

Die von Kolumbiens Präsident Santos angestrebten Friedensverhandlungen mit der ELN waren Ende Januar auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden, nachdem die Rebellen mehrere Bombenanschläge auf Polizeiwachen verübt hatten. Santos hält eine Wiederaufnahme der Gespräche für sehr schwierig.

Zuletzt hatten ELN-Kämpfer einen Soldaten bei der Überprüfung eines Fahrzeugs erschossen. Darin wurde dem Militär zufolge Sprengstoff zur Zerstörung einer Brücke transportiert. Am Wochenende hatte die ELN mit der Sprengung von Brücken, Mautstationen und Straßen begonnen.

Die ELN ist nach der Waffenniederlegung der Farc die einzig verbliebene Guerillaorganisation in Kolumbien. Ihr sollen knapp 2000 Kämpfer und Kämpferinnen angehören. Die Organisation war in den 1960er Jahren gegründet worden und orientierte sich zunächst stark am kubanischen Sozialismus. Später schlossen sich Geistliche an, die von der Befreiungstheologie geprägt waren.

13. Februar 2018


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