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POLITIK/8696: Nachrichten - BR Text 10.08.2018


BR Text vom 10.08.2018 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ Trump verdoppelt US-Strafzölle +++ Erdogan fordert Devisen-Verkauf +++ 400 Flugausfälle bei Ryanair +++ "Aquarius" rettet Migranten +++ Verletzte wegen orkanartiger Böen +++ Waffenruhe im Gazastreifen +++ Fahndung nach Kindergeld-Betrug +++ Handelsüberschuss sinkt kaum +++ Taliban greifen Stadt an +++ Algarve-Feuer unter Kontrolle +++ Kampf gegen Großfeuer +++

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Trump verdoppelt US-Strafzölle

Im diplomatischen Konflikt mit der Tür-
kei heizt US-Präsident Trump die Krise
um den Verfall der türkischen Währung
Lira mit einer Verdoppelung von US-
Strafzöllen an.

Trump teilte auf Twitter mit:"Ich habe
gerade eine Verdoppelung der Zölle auf
Stahl und Aluminium hinsichtlich der
Türkei bewilligt." Die Zölle auf Alumi-
nium würden nun auf 20 % und die für
Stahl auf 50 % angehoben.

Trump verwies ausdrücklich darauf, dass
die Lira "schnell gegenüber unserem
sehr starken Dollar abrutscht!"

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Erdogan fordert Devisen-Verkauf

Vor dem Hintergrund des Kursverfalls
der türkischen Lira hat Präsident Erdo-
gan seine Landsleute aufgerufen, ihre
ausländischen Geldbestände in die Lan-
deswährung umzutauschen.

Bei einer Rede in Rize appellierte er
zugleich an die Bevölkerung, Ruhe zu
bewahren. Angesichts des Verfalls der
Lira sieht Erdogan sein Land in einem
Wirtschaftskrieg. Er machte erneut eine
ausländische Verschwörung für die Krise
verantwortlich.

Seit Jahresbeginn hat die Lira 66 Pro-
zent ihres Wertes verloren.

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400 Flugausfälle bei Ryanair

Wegen eines Pilotenstreiks in fünf eu-
ropäischen Ländern sind rund 400 Flüge
von Ryanair ausgefallen. Der irische
Billigflieger hatte die Verbindungen
vorsorglich gestrichen und die Passa-
giere informiert. Ein Chaos an den
Flughäfen blieb trotz Urlaubszeit aus.

Auch in Schweden, Irland, Belgien und
den Niederlanden legten die Piloten ih-
re Arbeit nieder. In den Niederlanden
gab es keine Flugausfälle, da Leihpilo-
ten eingesetzt wurden.

Mit 250 Flugausfällen war Deutschland
Schwerpunkt des Streiks.

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"Aquarius" rettet Migranten

Das Rettungsschiff "Aquarius" hat 25
Migranten an Bord genommen, die im Mit-
telmeer auf einem Holzboot unterwegs
waren.

Der Einsatz habe vor der libyschen Küs-
te in internationalen Gewässern statt-
gefunden, teilten die Hilfsorganisatio-
nen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediter-
ranee mit.

Bei der letzten Rettungsmission der
"Aquarius" vor zwei Monaten hatten Ita-
lien und Malta sich geweigert, das
Schiff anlegen zu lassen. Es fuhr tage-
lang mit mehr als 600 Migranten umher.

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Verletzte wegen orkanartiger Böen

Mit teils orkanartigen Böen ist eine
Gewitterfront über Deutschland hinweg-
gezogen. Mehrere Menschen wurden durch
umstürzende Bäume verletzt.

Zentrale Strecken im Bahn-, Straßen-,
und Flugverkehr waren betroffen. Vor
allem im Norden gibt es noch immer Ein-
schränkungen im Zugverkehr.

Besonders heftig war der Sturm im Raum
Hannover und an der Nordsee, wie ein
Meteorologe des Deutschen Wetterdiens-
tes sagte. An der Küste wurden Windge-
schwindigkeiten von bis zu 140 km/h
gemessen.

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Waffenruhe im Gazastreifen

Im Gazastreifen ist um Mitternacht eine
Waffenruhe zwischen Israel und der pa-
lästinensischen Hamas in Kraft getre-
ten. Sie wird bisher offenbar befolgt.

Ägypten und die Vereinten Nationen hat-
ten nach Hamas-Angaben die Feuerpause
vermittelt. Israel hat die Vereinbarung
nicht offiziell bestätigt.

Zuvor war eine Rakete aus dem Gaza-
streifen auf israelischem Gebiet einge-
schlagen - so tief im Landesinneren wie
zuletzt 2014 im Gazakrieg. Israel re-
agierte mit Luftangriffen, bei denen
mindestens drei Palästinenser starben.

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Fahndung nach Kindergeld-Betrug

Die Familienkassen wollen laut "Spie-
gel" ab kommendem Jahr in allen deut-
schen Großstädten nach Kindergeld-Be-
trugsfällen fahnden.

So sollen Familien aufgespürt werden,
die etwa mit gefälschten ausländischen
Geburtsurkunden oder Pässen staatliche
Leistungen für nicht existente Kinder
kassieren, berichtet das Magazin.

Hintergrund sind Rekordzahlen bei aus-
ländischen Kindergeldempfängern. Der
Deutsche Städtetag nannte das System
missbrauchsanfällig und forderte eine
Debatte über Fehlanreize.

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Handelsüberschuss sinkt kaum

Der deutsche Überschuss im Handel mit
den USA schmilzt kaum. Im ersten Halb-
jahr 2018 übertrafen die Exporte in die
größte Volkswirtschaft die Importe von
dort um 24,4 Mrd. Euro, geht aus Daten
des Statistischen Bundesamtes hervor.

Das sind rund 100 Millionen Euro weni-
ger als in der ersten Jahreshälfte
2017. Mit keinem anderen Land hat
Deutschland in den ersten sechs Monaten
einen so hohen Überschuss erzielt.

US-Präsident Trump kritisiert dies re-
gelmäßig und drohte zuletzt mit Straf-
zöllen auf deutsche Autos.

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Taliban greifen Stadt an

Schwer bewaffnete Kämpfer der radikal-
islamischen Taliban haben die Stadt
Ghasni in Afghanistan angegriffen.

Sie hätten Häuser und Geschäftsviertel
unter Beschuss genommen, sagten mehrere
Vertreter der örtlichen Regierung. Da-
bei wurden nach Angaben eines Kranken-
hauses mindestens 14 Sicherheitskräfte
und zwei Zivilisten getötet.

Ein Taliban-Sprecher erklärte, Teile
der Stadt seien eingenommen worden.
Laut Verteidigungsministerium soll hin-
gegen die Stadt wieder unter Kontrolle
der Regierung sein.

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Algarve-Feuer unter Kontrolle

Eine Woche nach dem Ausbruch eines rie-
sigen Waldbrandes im Hinterland der
portugiesischen Algarveküste haben Feu-
erwehrleute die Flammen unter Kontrolle
gebracht.

Die Einsatzkräfte blieben aber in
höchster Alarmbereitschaft, erklärte
der Katastrophenschutz. Angesichts der
Hitze und niedriger Luftfeuchtigkeit
könne das Feuer wieder aufflammen.

Seit Beginn des Waldbrandes in der Um-
gebung von Monchique wurden mehr als 40
Menschen verletzt. Rund 27.000 Hektar
Wald gingen in Flammen auf.

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Kampf gegen Großfeuer

Ungünstige Wetterbedingungen erschweren
den Einsatz der kalifornischen Feuer-
wehr gegen den größten Waldbrand in der
Geschichte des US-Staats.

Die Hilfskräfte kämpfen weiter gegen
das 1165 Quadratkilometer große Feuer,
das in nur elf Tagen fast auf die Flä-
che von Los Angeles angewachsen ist.
Laut Behördenangaben breiteten sich die
Flammen aufgrund der Hitze, des rauen
Geländes sowie in Dürrejahren vertrock-
neter Pflanzen so schnell aus.

Mindestens 75 Häuser wurden bislang
zerstört.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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