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BAYERN/8646: Regionalnachrichten - BR Text 13.06.2018


BR Text vom 13.06.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Warnstreiks im Münchner Nahverkehr +++ Unwetter: Toter aus Partnach geborgen +++ Steigende Wasserpegel in Niederbayern +++ Asylstreit: Söder fordert Unterstützung +++ Viele Migranten werden zurückgewiesen +++ CSU-Mehrheit für neue Grenzpolizei +++ Razzia gegen Schleusergruppe: Festnahme +++ Zweites Labor bestätigt Insektengift +++ Bierpreise steigen +++ Abgeschaltete Ampeln sparen Geld +++ Geldstrafe für Hakenkreuz auf Dach +++ Sexualmord bei Lindau: Revision +++ Unsicherheiten an Schulbus-Haltestellen +++ Ziege auf Bahnhofsdach +++ Bürgermeister von Lauingen gestorben +++ Kempten wird Sitz des Zentrums für Tourismus +++ Raumordnungsverfahren für touristische Entwicklung am Königssee +++ Badewarnung für den Birkensee +++ Kajakfahrer entdecken Wasserleiche +++ Landesamt für Schule in Gunzenhausen geplant +++ Zahl der Wohngeldempfänger gesunken +++ Lkw verlor Bierkästen +++ Englischsprachiger Gottesdienst in Deggendorf +++ Tödlihcer Sturz von Leiter +++ Klage gegen drei Altenpfleger +++ Haftbefehl gegen Asylbewerber +++ U-Haft wegen Todesdrohungen +++

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Warnstreiks im Münchner Nahverkehr

In München müssen morgen früh Hundert-
tausende ohne Bus, Tram und U-Bahn zur
Arbeit oder in die Schule kommen.

Verdi hat die Mitarbeiter der Münchner
Verkehrsgesellschaft zu einem Warn-
streik aufgerufen - die Angestellten
wollen so ihre Tarifforderungen durch-
setzen. Nach Angaben der Verkehrsge-
sellschaft fährt von vier Uhr bis acht
Uhr keine einzige U-Bahn. Bei den Stra-
ßenbahnen kommt es zu massiven Ein-
schränkungen, bei den Bussen fällt etwa
die Hälfte aus.

Heute gab es bereits Warnstreiks in
Augsburg, Regensburg und Amberg.

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Unwetter: Toter aus Partnach geborgen

Bei Unwettern ist in Garmisch-Parten-
kirchen ein Mann ums Leben gekommen.

Der 52-Jährige wurde vom Fluss Partnach
mitgerissen, wie ein Polizeisprecher
sagte. In der Partnachklamm war auch
eine Schülergruppe zeitweise vom Wasser
eingeschlossen. Sie konnte sich aber
laut Polizei selbst wieder befreien.
Die Partnachklamm bleibt bis auf wei-
teres gesperrt - der Schaden nach dem
Unwetter sei enorm.

Heftiger Regen verursachte in Teilen
Oberbayerns, Schwabens, Niederbayerns
und im Oberallgäu überschwemmte Straßen
und vollgelaufene Keller.

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Steigende Wasserpegel in Niederbayern

Der Starkregen in der vergangenen Nacht
hat in Niederbayern an einigen kleine-
ren und mittleren Flüssen die Pegel an-
steigen lassen.

In Dietelskirchen im Landkreis Landshut
wurde an der Kleinen Vils am Morgen ein
Wasserstand von 189 Zentimetern gemes-
sen, womit die Meldestufe drei über-
schritten wurde. Auch an der Abens in
Mainburg im Landkreis Kelheim liegt der
Wasserstand mit 160 Zentimetern eben-
falls bei Meldestufe drei.

Die Kleine Vils erreichte bei Diemanns-
kirchen mit knapp einem Meter 90 Melde-
stufe drei von vier.

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Asylstreit: Söder fordert Unterstützung

Im Streit um die Asylpolitik hat Minis-
terpräsident Söder/CSU von seinen Kol-
legen der anderen Bundesländer Unter-
stützung für die Forderungen von Bun-
desinnenminister und CSU-Chef Seehofer
gefordert.

"Daran entscheidet sich auch die Wei-
terentwicklung unserer Demokratie im
Land", sagte Söder der Nachrichtenagen-
tur dpa vor der morgigen Ministerpräsi-
dentenkonferenz mit Kanzlerin Merkel/
CDU in Berlin.

Es gebe "einen tiefen Wunsch der Bevöl-
kerung nach einem starken Rechtsstaat
und dem Schutz der Grenzen", so Söder.

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Viele Migranten werden zurückgewiesen

Während Politiker über Zurückweisungen
streiten, werden diese in Bayern längst
praktiziert: Rund die Hälfte der Mi-
granten, die an der bayerisch-österrei-
chischen Grenze unerlaubt einreisen
wollen, wird dort zurückgewiesen.

Bis Mai 2018 habe die Bundespolizei
dort 4.600 Menschen kontrolliert, die
keine Berechtigung zur Einreise hatten,
so die Bundespolizeidirektion München.
Davon seien fast 2.450 Menschen zurück-
gewiesen worden, das seien 53 Prozent.

Wer ein Schutzersuchen vorbringe, werde
an das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge/BAMF weitergeleitet.

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CSU-Mehrheit für neue Grenzpolizei

Der Innenausschuss des Landtags hat den
Weg für eine bayerische Grenzpolizei
freigemacht.

Die CSU-Mehrheit in dem Gremium stimmte
für den Gesetzesentwurf der Staatsre-
gierung. Dieser sieht vor, dass zu-
nächst 500, in den kommenden fünf Jah-
ren doppelt so viele Grenzpolizisten
auf die Suche nach Straftätern gehen.

Der SPD-Abgeordnete Gantzer sprach von
Wahlkampfgetöse. Damit werde nur die
Schleierfahndung ausgebaut. Grenzschutz
sei Aufgabe der Bundespolizei. Die Grü-
nen erklärten, in einem vereinten Euro-
pa brauche es keine eigene Grenzpolizei.

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Razzia gegen Schleusergruppe: Festnahme

Bei einer Razzia gegen eine mutmaßliche
Schleuserorganisation ist ein Mann in
Aschaffenburg festgenommen worden.

Rund 50 Einsatzkräfte durchsuchten laut
Bundespolizei in der unterfränkischen
Stadt und in Mellrichstadt/Lkr. Rhön-
Grabfeld mehrere Wohnungen.

Der festgenommene Iraner werde einem
Ermittlungsrichter vorgeführt. Ihm und
möglichen Komplizen wirft die Staatsan-
waltschaft Traunstein vor, mehrere Men-
schen aus dem Iran und Afghanistan ge-
gen Geld illegal nach Deutschland ge-
bracht zu haben. Sie sollen bis zu
6.000 Euro pro Person verlangt haben.

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Zweites Labor bestätigt Insektengift

Ein zweites Labor hat das Insektengift
Fipronil in mehr als 73.000 Eiern, über
die das niedersächsische Agrarministe-
rium informiert hatte, nachgewiesen.

Die betroffenen Eier tragen laut Bay-
erischem Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit/LGL die Chargen-
nummer 0-NL-4031002 auf der Schale.

Die Eier waren aus den Niederlanden
nach Deutschland gelangt, u.a. auch
nach Bayern. Welche Supermärkte die be-
lasteten Eier verkauft haben, ist noch
unklar. Sie sind inzwischen nicht mehr
im Verkauf. Eine Gesundheitsgefahr gibt
es laut Behörden derzeit nicht.

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Bierpreise steigen um 3,57 Prozent

Auf der Wiesn wird die Maß Bier in die-
sem Jahr zwischen 10,70 und 11,50 Euro
kosten.

Damit wird der Bierpreis auf dem Okto-
berfest im Vergleich zum Vorjahr um
durchschnittlich 3,57 % steigen, wie
das Wirtschaftsreferat der Stadt Mün-
chen mitteilte. Wiesnwirtesprecher In-
selkammer begründete die Preissteige-
rung mit höheren Zeltmieten. Die Um-
satzpacht sei im Vergleich zum Vorjahr
um 53 % gestiegen. Außerdem sei auch
der Sicherheitsdienst teurer geworden.

Der Preis für einen Liter Limo sinkt um
fast 20 Cent auf 9,27 Euro.

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Abgeschaltete Ampeln sparen Geld

Durch das Abschalten von Verkehrsampeln
während der Nacht sowie an Wochenenden
und Feiertagen sparen viele Kommunen in
Bayern Strom und Geld.

In München sind nach Angaben der Stadt
fast die Hälfte der Anlagen nachts aus.
In Nürnberg sind knapp 36 Prozent abge-
schaltet, in Augsburg sind es sogar
etwa zwei Drittel, wie die Kommunen
mitteilten.

Die Landeshauptstadt spart so etwa
720.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr,
das sind nach dem Tarif der Stadtwerke
etwa 195.000 Euro. Bei der Stadt Nürn-
berg sind es mindestens 40.000 Euro.

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Geldstrafe für Hakenkreuz auf Dach

Wegen eines Hakenkreuzes auf einem Dach
sind zwei 30 und 31 Jahre alte Männer
zu Geldstrafen von je mehr als 5.000
Euro verurteilt worden.

Der 30-Jährige hatte in dem Prozess vor
dem Augsburger Amtsgericht zugegeben,
seinem Kumpel das Hakenkreuz mit einem
Hochdruckreiniger auf das verschmutzte
Dach gespritzt zu haben. Es sei "eine
dumme Gaudi" bei einem Grillabend gewe-
sen.

Der 31 Jahre alte Hausbesitzer räumte
ein, sich nicht um die Entfernung ge-
kümmert zu haben. Erst als die Kripo
ermittelte, verschwand das Hakenkreuz.

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Sexualmord bei Lindau: Revision

Nach einem Sexualmord an einer 22 Jahre
alten Frau in Weißensberg bei Lindau
soll der Bundesgerichtshof den Fall
prüfen.

Wie ein Sprecher des Landgerichts in
Kempten sagte, stellte der Verteidiger
des zu lebenslanger Haft Verurteilten
einen Revisionsantrag. Das Gericht ord-
nete zudem Sicherungsverwahrung an.

Nach Überzeugung der Richter in Kempten
hatte der Angeklagte 2017 seine ehema-
lige Nachbarin vergewaltigt und durch
Ertränken in der Badewanne umgebracht.
Der Mann bestritt eine Vergewaltigung,
das Ertrinken schilderte er als Unfall.

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Unsicherheiten an Schulbus-Haltestellen

Die Polizei hat im südlichen Oberbayern
an Schulbushaltestellen kontrolliert
und zahlreiche Verstöße beanstandet.

Anlass für die Kontrollen waren zwei
Schulwegunfälle mit drei getöteten Kin-
dern zu Beginn des Jahres. Laut Polizei
wurden 3.500 Autofahrer überprüft. Mehr
als 800 verhielten sich falsch, über
500 fuhren zu schnell.

Die Polizei wies darauf hin, dass ein
Bus nicht überholt werden darf, wenn er
sich mit Warnblinker einer Haltestelle
nähert. Steht der Bus mit Warnblinker,
darf er - auch aus der Gegenrichtung -
nur mit Schritttempo passiert werden.

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Ziege auf Bahnhofsdach

Eine junge Ziege hat sich in Unterfran-
ken auf das Vordach eines Bahnhofs ver-
irrt.

Die Ziege sei über das Geländer einer
Fußgängerüberführung gekommen und stand
dann auf dem Vordach über der Oberlei-
tung des Bahnhofs, sagte ein Polizei-
sprecher. Einer Lokführerin war das
Tier in Burgsinn/Lkr. Main-Spessart
aufgefallen.

Die Tierhalterin lockte die Ziege
schließlich mit Mais vom Dach, so der
Sprecher weiter. Verspätungen im Bahn-
verkehr habe es nicht gegeben.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Lauingen: Der Bürgermeister von Lauin-
gen, Wolfgang Schenk/SPD, ist am Diens-
tag bei der Stadtratssitzung zusammen-
gebrochen und anschließend im Kranken-
haus gestorben. Der 59-Jährige war in
den vergangenen Monaten mehrfach wegen
Operationen in der Klinik. Schenk war
seit 2004 Bürgermeister der schwäbi-
schen Stadt.

Kempten: Die Allgäuer Stadt wird Sitz
des neuen Bayerischen Zentrums für Tou-
rismus. Es soll der dortigen Hochschule
angeschlossen werden, wie das Kabinett
am Dienstag beschloss. Die Einrichtung
soll Kompetenzen im Bayerntourismus
zusammenführen, Impulse setzen und für
einen interdisziplinären Wissens- und
Erfahrungsaustausch sorgen.

Schönau am Königssee: Die Regierung von
Oberbayern hat ein Raumordnungsverfah-
ren für die touristische Entwicklung am
Königssee eingeleitet. Ein österreichi-
scher Großinvestor plant mit seiner
Firma nördlich der Seelände u.a. Hotels
und Gastronomiebetriebe. Kommunen, Be-
hörden und Verbände können nun bis zum
23. Juli 2018 gegenüber der Regierung
von Oberbayern Stellung nehmen.

Lauf: Das Landratsamt Nürnberger Land
hält die Badewarnung für den Birkensee
aufrecht. Nach den jüngsten Messungen
ist die Belastung durch perfluorierte
Tenside/PFT zwar gesunken, die Behörde
rät vorsorglich dennoch davon ab, in
dem See zu baden. Ein Badeverbot be-
steht allerdings nicht.

Straubing: Kajakfahrer haben am Donau-
ufer in Straubing eine Wasserleiche ge-
funden. Der Tote sei ein seit Sonntag
vermisster Schwimmer, teilte die Poli-
zei mit. Der 20-Jährige war den Angaben
nach am Wochenende beim Baden von der
Strömung mitgerissen worden und unter-
gegangen. Umfangreiche Suchmaßnahmen
waren erfolglos verlaufen.

Gunzenhausen: Das Bauministerium hat im
mittelfränkischen Gunzenhausen ein
Grundstück für das Landesamt für Schule
gekauft. Der Neubau solle auf dem Areal
des ehemaligen "Haus Silo" entstehen,
teilte das Ministerium mit. Im Zuge der
Behördenverlagerung war das Amt 2017
nach Gunzenhausen gezogen. Derzeit ist
es provisorisch untergebracht.

Fürth: Die Zahl der bayerischen Wohn-
geldempfänger ist gesunken. Gab es Ende
2016 noch 53.380 Wohngeldhaushalte, so
waren es Ende 2017 nur noch 48.697
(-9 %), wie das Bayerische Landesamt
für Statistik mitteilte. Die Mehrzahl
der Empfänger (45.967) erhielt demnach
einen Zuschuss zur Miete, 2.730 Haus-
halte bekamen Leistungen für eigenen
Wohnraum als Lastenzuschuss. Der durch-
schnittliche Wohngeldanspruch lag bei
152 Euro im Monat.

Bamberg: Weil ein Lastwagen zahlreiche
Bierkästen verloren hat, ist die Auto-
bahnauffahrt Bamberg Hafen in Richtung
Schweinfurt (A70) stundelang gesperrt
gewesen. Laut Polizei wurde niemand
verletzt.

Deggendorf: In der niederbayerischen
Stadt Deggendorf soll es künftig einmal
im Monat einen englischsprachigen Got-
tesdienst geben. Es habe verstärkt An-
fragen von Studenten der Technischen
Hochschule, aber auch von Asylbewer-
bern gegeben, begründete Pfarrer Rei-
tinger von der Pfarrei St. Martin den
Schritt.

Altusried: Ein Mann ist im schwäbischen
Altusried/Lkr. Oberallgäu bei Arbeiten
an einem Stall von einer Leiter ge-
stürzt und kurze Zeit später gestorben.
Angehörige fanden den Mann und alar-
mierten die Retter, wie die Polizei
mitteilte. Der Verletzte wurde mit ei-
nem Rettungshubschrauber in ein Kran-
kenhaus geflogen, starb dort aber.

Landshut: Die Staatsanwaltschaft Lands-
hut hat Klage gegen drei Altenpfleger
wegen Mordes durch Unterlassen erhoben.
Sie sollen für den Tod eines 66-Jähri-
gen verantwortlich sein. Die Anklage
geht davon aus, dass der Bewohner eines
Heims im Lkr. Dingolfing-Landau im Mai
2016 starb, weil eine Pflegerin Medika-
mente verwechselte und - nachdem der
Irrtum bemerkt wurde - zusammen mit
zwei Kollegen nichts unternahm.

Landshut: Gegen den Asylbewerber, der
am Dienstag in Landshut versucht hat,
auf einen Polizisten zu schießen, ist
Haftbefehl erlassen worden. Der Nigeri-
aner, dem die Abschiebung droht, hatte
im Landratsamt drei Beamte attackiert
und einem die Waffe abgenommen.

München: Ein Münchner soll im Internet
eine Staatsanwältin, einen Richter und
einen Polizisten mit dem Tod bedroht
haben und sitzt deshalb nun in Unter-
suchungshaft. Laut Polizei war der 31-
Jährige erst am 7. Juni wegen Beleidi-
gung eines Polizisten zu einer Geld-
strafe verurteilt worden. Danach stieß
er über Facebook die Todesdrohungen
aus. Weil er als gewaltbereit gilt,
nahm die Polizei den Mann fest. Ein
Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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