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AKTION/948: Bundesweit Veranstaltungen und Telefonhotlines rund um das Thema Mikrobiom, 03.11.2018


Gastro-Liga e.V. - Gießen, 11. September 2018
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber
sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e.V.

Freund oder Feind, Fakt oder Fiktion:
die Bedeutung von Mikroorganismen im Verdauungstrakt für unsere Gesundheit

Die Gastro-Liga e. V. informiert am 3. November 2018 im Rahmen des Magen-Darm-Tags mit bundesweiten Veranstaltungen und Telefonhotlines rund um das Thema Mikrobiom.


Neue Erkenntnisse in der gastroenterologischen Forschung zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm (dem Darmmikrobiom) und der Entstehung von Volkskrankheiten, wie Allergien und Übergewicht. Im Zuge des steigenden öffentlichen Interesses informiert die Gastro-Liga e. V. gemeinsam mit Experten über die Fakten und über die Möglichkeiten der Medizin.

Veränderungen des Mikrobioms als Krankheitsursache Mit der Charakterisierung des Mikrobioms in den letzten Jahren ist Forschern ein Durchbruch gelungen: Veränderungen des Mikrobioms werden seitdem mit der Entwicklung von Erkrankungen, wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), dem sogenannten Reizdarm oder Reizmagen, Übergewicht und Fettleber, assoziiert. Auch Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes, wie Autismus, Alzheimerdemenz und Depressionen, werden im Zusammenhang mit dem Mikrobiom diskutiert.

Diese neuen Erkenntnisse führten zu einem neuen Verständnis von Erkrankungen und deren Behandlung in der Medizin. Eine gezielte therapeutische Veränderung des Mikrobioms wird darum als möglicher Schlüssel zu einer verbesserten Therapie und zur Prävention von Krankheiten angesehen. Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt: Freund oder Feind?

Das gastrointestinale Mikrobiom stellt die Gesamtheit aller im Verdauungstrakt vorkommenden Mikroorganismen des Menschen dar. Zu seinen vielfältigen Aufgaben gehören beispielsweise die Nahrungsverwertung, die Produktion von Vitaminen sowie die Versorgung der Darmwandzellen mit Nährstoffen. Daneben leistet das Mikrobiom auch einen Beitrag zur Regulation des Immunsystems sowie der Darmperistaltik. Jedoch sind Mikroorganismen auch für verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes verantwortlich. Dazu gehören sowohl akute Erkrankungen, wie Entzündungen oder parasitäre Erkrankungen, als auch chronische Erkrankungen. Ein bekanntes Beispiel ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, die zu akuten Geschwüren, aber auch zu Magenkrebs führen kann.

Welche Faktoren beeinflussen das Mikrobiom?

Zu den Faktoren, die das Mikrobiom beeinflussen und verändern, zählen unter anderem Umweltbedingungen, Ernährungsweise, Stress und Medikamenteneinnahme. Als weitere Ursache wird ein fehlerhafter Erwerb des Mikrobioms in der Kindheit diskutiert. In den letzten Jahrzehnten wurde in vielen Industrienationen weltweit ein erheblicher Anstieg an Allergien und Autoimmunerkrankungen, darunter chronisch entzündliche Darmerkrankungen, in der Bevölkerung verzeichnet.

Untersuchungen führten zur Entwicklung der Hygienehypothese. Gemäß dieser Hypothese ist die geringe Anzahl an Mikroorganismen, denen Kinder aufgrund der keimreduzierten Hygienebedingungen ausgesetzt sind, für die Entwicklung eines gesunden und regulierten Immunsystems hinderlich. Ein unausgewogen reguliertes Immunsystem kann zu einer Immunabwehrreaktion gegenüber körpereigenen Zellen oder unschädlichen Allergenen, zum Beispiel Pollen, führen. Die Folgen können Autoimmunerkrankungen oder Allergien sein. Ein vielversprechender Therapieansatz stellt darum die medikamentöse Regulation des Immunsystems dar, welche bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erfolgreich eingesetzt wird.

Probiotika und Stuhltransplantation als Therapie? Inzwischen sind unterschiedliche Ansätze zur Veränderung und Verbesserung des Mikrobioms von Patienten verfügbar. Dazu gehören spezifische Diäten, Probiotika oder - beispielsweise bei einer Fehlbesiedlung des Dünndarms - Antibiotika.

Eine weitere Methode ist die Stuhltransplantation. Dabei werden aus einer Stuhlprobe eines gesunden Menschen gewonnene Bakterien auf einen erkrankten Patienten übertragen.

Mit dem Magen-Darm-Tag möchte die Gastro-Liga e. V. zusammen mit Experten den aktuellen Wissensstand zum Thema Mikrobiom fundiert und verständlich vermitteln. Alle Informationen zu den Veranstaltungen und Hotlines finden Sie unter
www.gastro-liga.de.


Auf www.gastro-liga.de steht Ihnen im Bereich "Unser Service" eine Vielzahl an Patientenratgebern kostenlos zum Download zur Verfügung, darunter zu den Themen Helicobacter pylori, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Stuhltransplantation.

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Quelle:
Gastro-Liga e.V. - Pressemitteilung 11. September 2018
Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber
sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e.V.
Friedrich-List-Str. 13, D-35398 Gießen
Telefon: 0641 / 97 481-0, Fax: 0641 / 97 481-18
E-Mail: geschaeftsstelle@gastro-liga.de
Internet: www.gastro-liga.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. September 2018

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