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ORF - ORF1/1085: Woche vom 23.03. bis 29.03.2019


Radioprogramm ORF1 – 13. Woche vom 23.03. bis 29.03.2019


Samstag, 23. März 2019


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:50 Uhr "Frauenmacht – Frauen machen Politik":


06:56 Gedanken für den Tag
"Aphrodites Insel". Gedichte von zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern aus Zypern. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Mein Leib ist Licht / begehrt, betörend, rätselhaft. / Mein Leib ist Sand / der aufwärts rinnt durchs Stundenglas", heißt es in dem Gedicht "Aphrodite erhebt sich" der zypriotischen Lyrikerin Nora Nadjarian. Aphrodite selbst, die Göttin der Liebe, soll dem Mythos nach auf Zypern der schäumenden Brandung entstiegen sein. Auch Homer soll angeblich auf der Insel geboren worden sein. Als gesichert gilt allerdings nur, dass der Urstoff der "Ilias", die "Zyprischen Epen", von der Insel im östlichen Mittelmeer stammt.

Heute sind es griechisch- und türkischsprachige Autoren wie George Christodoulides und Kyriakos Charalambidis und Autorinnen wie Nora Nadjarian und Nese Yasin, die auf Zypern das Erbe ihres antiken Vorfahren antreten. In einem anderen Gedicht schreibt Nora Nadjarian über die "Inselbewohner": Sie wuchsen auf, vor Augen den salzrieselnden Flug der Möwen / den Horizont und das Chaos der Wellen. Bei Tag haben sie auf Schiffe gewartet." Die "Gedanken für den Tag" stehen rund um den Ö1-Schwerpunkt "Nebenan: Erkundungen in Europas Nachbarschaft: Zypern" im Zeichen der Lyrik auf Aphrodites Insel.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Das Salz der Erde. Bei Landarbeitern, Kleinbauern und Vertriebenen in Brasilien.
Feature von Johann Kneihs

Am 25. Jänner 2019 ereignet sich in der Kleinstadt Brumadinho der bis dahin größte Unfall in einem brasilianischen Bergwerk. Eine Schlammlawine begräbt Häuser und Dutzende Menschen unter sich, ähnlich wie erst drei Jahre zuvor im nahegelegenen Ort Mariana. Es ist der tragische Höhepunkt einer langen Reihe von Schäden an Natur und Menschen, die für Brasilien kennzeichnend geworden sind.

Der gebürtige Österreicher Thomas Bauer lebt seit 22 Jahren als Sozialarbeiter, Fotograf und Filmemacher im Bundesstaat Bahia im Nordosten von Brasilien. Er unterstützt Kleinbauern, Landarbeiter und Landlose, die ihre Existenz verteidigen – gegen die Vertreibung durch Bergwerke und Plantagen, gegen Sklavenarbeit oder die Vergiftung des Viehs durch Pestizide beim Anbau von Exportfrüchten.

Bewässerungsprojekte, Kraftwerke, aber auch Intrigen lokaler Unternehmer bewirken, dass im Laufe der Jahre hunderttausende Familien ihre Existenz verloren haben.

Häufig werden Besitztitel gefälscht, häufig wird auch Gewalt angewendet: Rund 1.500 Menschen wurden in zwei Jahrzehnten in Landkonflikten ermordet, hat die kirchliche Pastoralkommission für das Land der brasilianischen Bischofskonferenz erhoben. 71 Morde waren es im Jahr 2017, die weltweit höchste Zahl.

Jeden Juli kommen tausende Landarbeiter und Landlose zur Wallfahrt ins Städtchen Bom Jesus da Lapa am Rio São Francisco, zu Prozessionen und Gottesdiensten, aber auch zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Bestärkung im Kampf gegen die Ungerechtigkeit, mit der sie konfrontiert sind.


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gäste: Christiane von Poelnitz, Katharina Lorenz.
Präsentation: Renate Burtscher

In der laufenden Theatersaison bereits mehrmals gemeinsam in Alan Ayckbourns "Schöne Bescherungen" auf der Burgtheaterbühne zu erleben, sind die beiden Schauspielerinnen Christiane von Poelnitz und Katharina Lorenz nun zu Gast bei Renate Burtscher im "Ö1 Klassik-Treffpunkt".

Christiane von Poelnitz wurde 1971 in Bayern geboren und an der Hochschule der Künste Berlin zur Schauspielerin ausgebildet. Gleich im Anschluss folgte das Engagement ans Kölner Schauspielhaus, ebenso ein Gastspiel bei den Salzburger Festspielen unter der Regie von Peter Stein. Jan Bosse holte sie im Jahr 2000 ans Hamburger Schauspielhaus. Ihr Debüt am Burgtheater Wien gab sie unter Andrea Breth im "Don Carlos" (als Eboli) 2004, mittlerweile gehört die Schauspielerin zum festen Ensemble an der Burg und wurde 2013 mit dem Nestroy-Theaterpreis für ihre Darstellung der "Elektra" ausgezeichnet.

Theater- und Filmpreise kann Katharina Lorenz auch für ihre Schauspielkunst verbuchen, 2006 wurde sie von "Theater heute" zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gekürt, erhielt zweimal den Grimme Preis sowie die Goldene Kamera. Seit 2008/09 gehört die in Leverkusen geborene und aus einer Künstlerfamilie stammende Schauspielerin dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an.

An dieser Bühne war sie u.a. als Gretchen in Goethes "Faust" an der Seite von Gert Voss und Tobias Moretti erfolgreich und ist zurzeit auch in "jedermann (stirbt)" von Ferdinand Schmalz sowie in dem mit einem Nestroy-Theaterpreis (2017) ausgezeichneten Stück "geächtet" von Ayad Akhtar zu erleben. Dem Fernsehpublikum bekannt ist Katharina Lorenz u.a. als Kriminalkommissarin mit jüdischen Wurzeln Sara Stein in der ARD-Reihe "Der Tel-Aviv-Krimi".

Christiane von Poelnitz und Katharina Lorenz als Gäste im Gespräch mit Renate Burtscher im "Ö1-Klassik-Treffpunkt", der sich diesmal ganz dem Theater verschreibt. Live in Ihrem Kultursender!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib. Die wilden 80er Jahre – Das Wien der Jahre 1783 bis 1787, Teil 2
Mit Michael Kelly, Nancy & Stephen Storace, Antonio Salieri, Joseph Haydn, Carl Ditters von Dittersdorf, Johann Vanhal und vielen anderen.

1783 werden sie von Josef II nach Wien an die Hofoper berufen, eine kleine Gruppe von zuvor in Venedig engagierten Opernstars, die Spezialisten für das italienische Fach sind. Erstaunlicher sind sie auf den Britischen Inseln geboren: die Sopranistin Nancy Storace – sprich "sto-rá-dsche", ihr Bruder, der Komponist Stephen Storace, und der Tenor Michael Kelly, oder auch Michael O'Kelly, weil er in Dublin zur Welt kam, oder auch Signor Ochelli dank seiner italienischen Sozialisierung als Sänger. Und dieser Michael Kelly verfasste Jahrzehnte später Memoiren. Eine Fundgrube für das Wiener Kulturleben sowie Tratsch und Klatsch aus den wilden 80er Jahren des 18. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Antonio Salieri flüchtet der Sänger Michael Kelly in den Prater Auen vor einem herannahenden Wildschwein, mit Joseph Haydn genießt er in Esterhazys Kutsche eine pannonische Überlandpartie, gegen Mozart verliert er in diesen Jahren jede einzelne Partie Billard. Er ist 1784 bei jener Partie anwesend, die nicht nur "joyous and lively in the extreme", sondern auch Schauplatz eines legendären Streichquartett-Auftritts gewesen sein soll: Die Geigen werden gespielt von Joseph Haydn und Carl Ditters von Dittersdorf, die Bratsche spielt Wolfgang Amadeus Mozart und das Cello Johann Babtist Vanhal. Vier zeitgenössische Komponisten spielen ihre Werke in beredtem musikalischen Austausch vor so exquisitem wie ausgelassenem Fachpublikum. Und während all dieser Jahre stehen die Protagonisten beinahe Abend für Abend auf der Bühne der Wiener Hofoper, um eine Uraufführung nach der anderen vor vollem Haus zu spielen: Mozarts "Figaro" ebenso wie Werke von Paisiello, Righini, Salieri und anderen. Le week-end wirft mit Hilfe von Michael Kellys "Reminiscences" die Zeitmaschine an und mäandert durch die wilden Wiener 1780er Jahre. Und die exzessiven Wiener Ballnächte, die nächtlichen Luxus-Schlittenfahrten und die ausschweifenden Sommer in Schloss Laxenburg haben wir noch gar nicht erwähnt.


14:00 Ö1 Hörspiel
"Medea". Hörspiel nach Euripides, in der Übersetzung von Paul Martin.
Bearbeitung: Helmut Peschina.
Mit Sylvie Rohrer, Roland Koch, Elisabeth Orth, Martin Schwab, Alexandra Henkel, Paul Wolff-Plottegg, Joseph Lorenz und Markus Meyer.
Musik: Elemente einer Medea-Komposition von Clemens Gadenstätter.
Musiker: Lukas Schiske, Björn Wilker und Alex Lipowsky (alle Schlagwerk).
Ton: Anna Kuncio.
Schnitt: Manuel Radinger.
Regie: Alice Elstner (ORF 2016)

Vor mehr als 2.400 Jahren geschrieben, zählt Euripides Fassung der Medea-Sage zu den wichtigen Texten der abendländischen Kultur. Die Sage von der zauberkundigen Königstochter aus Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres (dem heutigen Georgien), die aus Liebe zum Griechen Jason, dem Anführer der Argonauten, zur Verräterin an der Heimat und ihrer Familie wird, mit ihm nach Griechenland flieht, aber dort, so sehr sie sich bemüht, eine Fremde bleibt, und, als ihr Ehemann sie verlässt, zur Mörderin wird, gehört seit der Antike zu den bekanntesten Stoffen der Weltliteratur, aber auch der bildenden Kunst und der Musik.

Grundlage dieser Ö1 Hörspiel-Produktion ist die Fassung von Euripides. Für Ö1 hat der Hörspielautor Helmut Peschina den Text bearbeitet: "Mein Anliegen war es, die Hörspielfassung dieses antiken, immerwährend gültigen Stoffes sprachlich und sprechrhythmisch in eine zeitgenössische Form zu bringen, ohne das Archaische der euripideischen Tragödie zu verlieren".


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Nicole Brunner. Roger Norrington zum 85.Geburtstag.
Wolfgang Amadé Mozart: Divertimento D-Dur KV 136 * Edward Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op.85 * Ralph Vaughan-Williams: Fantasia on a theme by Thomas Tallis für Streichquartett und zwei Streichorchester * Franz Schubert: Symphonie Nr.5 B-Dur DV 485 (Camerata Salzburg; Heinrich Schiff, Tschechische Philharmonie; Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker)

Jede Menge Skepsis provozierte der englische Dirigent Norrington bei Kritik wie bei Ausführenden, als er begann, moderne Orchester auf ein Musizieren ohne Vibrato einzuschwören. Auch sein eigenwilliger Humor konnte bisweilen zu Missverständnissen führen.

Heute ist Sir Roger Norrington gern gesehener und hochgeschätzter Gastdirigent großer Orchester. Mit Salzburg untrennbar verbunden ist er nicht nur durch seine enge Zusammenarbeit mit der Camerata Salzburg, deren Chefdirigent er von 1997 bis 2006 war. Viele Aufnahmen sind hier während der Osterfestspiele und der Sommerfestspiele entstanden. Aus Anlass seines 85. Geburtstag öffnen wir das Archiv und lassen den englischen Dirigenten selber zu Wort kommen.

Gestaltung: Gerti Mittermeyer


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
My home is my bubble. Leben in der Blase.
Präsentation: Andrea Hauer

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Seit Menschen mit ständigem Blick auf ihr Smartphone durch die Welt gehen, ist nichts mehr wie früher. Man tauscht sich in erster Linie mit "Freunden" aus, lernt hauptsächlich Gleichgesinnte kennen und bekommt exakt zugeschnittene Informationen und Nachrichten. Wir erfahren, was wir erfahren wollen, nicht, was wir erfahren könnten – und das immer mehr. Wir leben in Blasen.

Dementsprechend verlaufen die politischen Diskurse der Gegenwart. Die französische "Gelbwesten-Bewegung" zum Beispiel habe sich auch deshalb so rasant ausbreiten können, schrieb unlängst die "Süddeutsche Zeitung". Facebook habe seinen Algorithmus verändert, nachdem das Unternehmen in Verruf gekommen war, Donald Trump und die Brexit-Anhänger indirekt unterstützt zu haben. Mark Zuckerberg, hieß es, wolle in Zukunft lieber Neuigkeiten aus der Nachbarschaft verbreiten.

Wie sehr der "Echokammer-Effekt", der von sozialen Medien stärker ausgeht als von den klassischen, Menschen in ihren Ansichten gefangen hält oder sie aufwiegelt, ist weder absehbar noch ausreichend erforscht. Er spalte die Gesellschaft, sagen Kritiker/innen. Andere meinen, die Gesellschaft sei längst gespalten, die Internet-Filterblasen könnten dies allenfalls verstärken.

Denn: Was hätten denn Städter/innen mit Landbewohner/innen bisher gemeinsam gehabt, Hoch- mit Geringqualifizierten oder gut Abgesicherte mit prekären Jobbern? Medien- und Politikwissenschafter, Historiker und Soziologen treibt die Frage an, wie entstandene "Kulturkluften" wieder zu schließen sind.


19:00 Live aus der Wiener Staatsoper – Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana / Ruggero Leoncavallo: Pagliacci (Dolby Surround)
Mit Elina Garanca (Santuzza), Yonghoon Lee (Turiddu), Paolo Rumetz (Alfio), Fabio Sartori (Canio), Marina Rebeka (Nedda), George Petean (Tonio) u.a.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Dirigent: Giacomo Sagripanti
(Live-Übertragung aus der Wiener Staatsoper in Dolby Digital 5.1)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Hier schläft das Tier mit Zöpfen". Von Margret Kreidl.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Margret Kreidl ist eine Verküpferin, eine sprachliche Verkupplerin", schreibt der Schweizer Literaturvermittler Gallus Frei-Tomic, "dass Lyrik nichts Verklärendes haben muss, nichts Romantisierendes, dass Lyrik ganz nah an der Aktualität ist, an den Realitäten, dass Lyrik aufreissen und entblössen kann, dass sie sich nicht ziert und nicht scheut, das alles beweist Margret Kreidl".

Margret Kreidl sei eine Sammlerin, schreibt der Rezensent über den neuesten Band der Wiener Lyrikerin, "nicht nur von Eindrücken und Zitaten aus der Presse, sondern von Wörtern an sich, Wendungen, die aus dem Kontext extrahiert erst recht ihre Wirkung zeigen".

Jedem der Gedichte in "Hier schläft das Tier mit Zöpfen" ist am Seitenende eine Fussnote hinzugestellt, ein Hinweis darauf, wo und wie die Autorin das Gedicht an die Wirklichkeit heftet. Schließlich unter dem letzten Gedicht liest man: "Die Fußnote steht auf einem anderen Blatt", und auf der Rückseite des Buches dann, als allerletzte Fußnote und zugleich amüsantes Spiel mit der Erwartungshaltung der Lesenden: "Der Gamsbart ist ein alter Hut"!


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
Zum 100. Geburtstag von Lennie Tristano: Franz Koglmann im Jazznacht-Studio. Jazz aus Zypern.
Gestaltung: Andreas Felber

Am 19. März 2019 hätte Lennie Tristano seinen 100. Geburtstag gefeiert: Der aus Chicago stammende, ab 1946 in New York City lebende Pianist wird gemeinhin mit dem Schlagwort des Cool-Jazz assoziiert, lässt sich darauf aber mitnichten reduzieren: Tristano war auch kühner Experimentator zwischen freier Improvisation und frühem Overdubbing-Einsatz; er war eine der ersten bedeutenden Lehrerpersönlichkeiten des Jazz, die Musiker wie Lee Konitz oder Warne Marsh um sich scharte; und er war ein kompromissloser Apologet des Jazz als Kunstform. Tristano-Kenner Franz Koglmann spricht mit Andreas Felber über diesen spannenden, 1978 verstorbenen Individualisten und dessen Musik, von "Intuition" bis "Turkish Mambo".

Außerdem in dieser Jazznacht: Jazz aus Zypern, etwa von Sängerin Alexia Vassiliou, die bereits mit Chick Corea gearbeitet hat. Oder von der britisch-zypriotischen Kollegin Sarah Fenwick, Betreiberin von "Sarah's Jazz Club" in Nikosia, der sich zu einem wichtigen Gravitationspunkt der insularen Szene entwickelt hat. Ein Beitrag zum Zypern-Schwerpunkt im Rahmen der Ö1 Reihe "Nebenan".

*

Sonntag, 24. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Zum 100. Geburtstag von Lennie Tristano: Franz Koglmann im Jazznacht-Studio. Jazz aus Zypern.
Gestaltung: Andreas Felber

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Am 19. März 2019 hätte Lennie Tristano seinen 100. Geburtstag gefeiert: Der aus Chicago stammende, ab 1946 in New York City lebende Pianist wird gemeinhin mit dem Schlagwort des Cool-Jazz assoziiert, lässt sich darauf aber mitnichten reduzieren: Tristano war auch kühner Experimentator zwischen freier Improvisation und frühem Overdubbing-Einsatz; er war eine der ersten bedeutenden Lehrerpersönlichkeiten des Jazz, die Musiker wie Lee Konitz oder Warne Marsh um sich scharte; und er war ein kompromissloser Apologet des Jazz als Kunstform. Tristano-Kenner Franz Koglmann spricht mit Andreas Felber über diesen spannenden, 1978 verstorbenen Individualisten und dessen Musik, von "Intuition" bis "Turkish Mambo".

Außerdem in dieser Jazznacht: Jazz aus Zypern, etwa von Sängerin Alexia Vassiliou, die bereits mit Chick Corea gearbeitet hat. Oder von der britisch-zypriotischen Kollegin Sarah Fenwick, Betreiberin von "Sarah's Jazz Club" in Nikosia, der sich zu einem wichtigen Gravitationspunkt der insularen Szene entwickelt hat. Ein Beitrag zum Zypern-Schwerpunkt im Rahmen der Ö1 Reihe "Nebenan".


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Maronitisch, jüdisch, muslimisch – Religiöse Vielfalt im Mittelmeer +++ Ein aufrechter Mensch sein – Haltung beweisen Maronitisch, jüdisch, muslimisch – Religiöse Vielfalt im Mittelmeerraum

Religionen und religiöse Gemeinschaften, immer aber vor allem die Menschen, die ihnen angehören, prägen die Insel Zypern und tragen zu einem facettenreichen Bild bei. Maria Harmer stellt einige vor. Ein Beitrag zum Ö1-Zypern-Schwerpunkt.

Ein aufrechter Mensch sein – Haltung beweisen

Eine Person sein, die Rückgrat hat – das ist auch im religiösen Bereich Thema. So etwa in der biblischen Geschichte, in der sich eine gekrümmte Frau aufrichtet – mit Unterstützung des Jesus von Nazareth. Es gibt in anderen religiösen Traditionen, Stichwort: Yoga, aber auch ganz konkrete Anregungen, wie es gelingen kann, den Rücken zu stärken und damit ein aufrechterer Mensch zu werden. Ein Beitrag zum Ö1-Schwerpunkt "Bewusst gesund: starker Rücken. –
Gestaltung: Brigitte Krautgartner


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Die Bläue hoher Morgenstunden". Es spricht Wolfram Besch.
Gestaltung: Klaus Gmeiner

Vom neuen Takt der Luft, dem Zugehörigkeitsgefühl zur Welt, von der kurzen Prophetie der Schneeglöckchen und dem verwirrenden Hyazinthengärtchen am Dekolleté der Geliebten. Frühlingsgedichte von Ernst Stadler, Hermann Hesse, Joseph Roth, Joseph von Eichendorff, Johann Wolfgang von Goethe, Christian Hofmann von Hofmannswaldau und Georg Trakl. Dazu Klänge aus den Divertimenti von Giovanni Paisiello.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Gregor Seberg – Die Macht der Dummheit
Der Schauspieler und Kabarettist macht sich Gedanken darüber, warum die Menschheit so erpicht darauf zu sein scheint, sich selbst abzuschaffen.
Gestaltung: Peter Blau

Für den Schauspieler und Kabarettisten Gregor Seberg ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte voller Missverständnisse. Um es einmal freundlich auszudrücken. Schließlich gab es noch nie eine Spezies, die so hartnäckig und vielseitig an ihrer eigenen Abschaffung gearbeitet hat. Der Mensch ist dem Menschen das, was den Dinosauriern einst ein Meteorit war. Das gibt Gregor Seberg zu denken.

Der 1967 in Graz geborene Gregor Seberg begann nach seiner Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien Ende der 1980er Jahre vor allem im Off-Theater-Bereich als freier Schauspieler, Regisseur und Autor zu arbeiten. Zwei Jahre lang moderierte er auf Ö3 die legendäre nächtliche Phone-In-Sendung "Talk Radio". Ab Mitte der 1990er Jahre verschob sich der Schwerpunkt seiner darstellerischen Tätigkeit sukzessive in Richtung Film und Fernsehen.

Abseits seiner Erwerbstätigkeit unterstützt Seberg konsequent und mit viel persönlichem Einsatz NGOs, die sich für die Rechte von Geflüchteten und sozial oder finanziell benachteiligten Mitbürger/innen einsetzen. Dabei kommt ihm seine große Popularität in Österreich und in Deutschland zugute. Er verdankt sie er vor allem der Rolle des Oberstleutnant Helmuth Nowak in der Krimiserie "SOKO Donau", der er zwölf Staffeln lang - von 2006 bis 2017 – treu blieb. Und er hätte diese Figur ob ihrer Beliebtheit und des anhaltenden Erfolgs der Serie wahrscheinlich noch lange verkörpern können, aber vor knapp zwei Jahren wagte er den Absprung und beschloss, sich neuen beruflichen und privaten Herausforderungen zu stellen.

2018 wurde Gregor Seberg erstmals Vater – und er erarbeitete seine erste Musik-Show "Seberg Off Music". Am 19. März präsentiert er nun mit dem Programm "Wunderboi" das nächste Kapitel seiner vielfältigen Kleinkunstkarriere. Bevor er mit den Programmen "Oh, du mein Österreich?!" (2011), "Hast Angst, Mayer?" (2014) und "Honigdachs" (2016) zu seinem eigenen Solokabarett-Stil fand, tourte er mit Robert Dubacs satirischen Ein-Personen-Stück "oXYmoron – Was Frauen wirklich wollen" durch Österreich (2005) und spielte mit Werner Brix zwei kabarettistische Lese-Programme: "f.a.l.t. – fucking austrian lese-theater" (2006) und "Die Erleser kommen" (2007).


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin, u.a. mit: Geschichten aus dem Moor. Ein Besuch im Moormuseum im deutschen Emsland, akustisch aufbereitet von Jakob Fessler; Wind, Wasser und die Türme des Schweigens.

Yazd – Stadt der vier Elemente. Eine Reportage aus dem Iran, von Michael Marek und Sven Weniger; Flanieren in Tokyo. Leopold Federmairs Stadtspaziergänge. Von Eva Roither

Das Bourtanger Moor galt einst als das größte, zusammenhängende Hochmoorgebiet Europas. Bis heute bestehen Reste und renaturierte Teile im Emsland sowie im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. 2006 wurde der "Internationale Naturpark Bourtanger Moor - Bargerveen" gegründet, der von der einst weitverbreiteten Naturlandschaft zeugt und heute vielen Tierarten, wie beispielweise dem Großen Brachvogel, als Rückzugsort dient. Inmitten des Gebiets befindet sich in der Gemeinde Geeste das "Emsland Moormuseum". Es gilt als größtes Moormuseum Europas. Michael Haverkamp leitet die Einrichtung, die sich ausführlich mit der Geschichte des Torfabbaus und den einstigen Siedlungen der Region beschäftigt. Die Ausstellung erzählt von den kleinen Anfängen der Gewinnung über die Industrialisierung mittels Dampfmaschinen bis hin zum sogenannten "Emslandplan", der ab den 1950er Jahren die Ödlandkultivierung vorantrieb. Die 30 Hektar große Außenanlage ist mit einer Feldbahn erschlossen. Hier grast das "Bentheimer Landschaf" und verbeißt aufwachsende Birken, damit das Hochmoor erhalten bleibt. Weitere, alte Nutztierrassen wie "Totlegerhühner" sowie alte Gemüsesorten werden auf dem Gelände gehalten beziehungsweise angebaut. Ein rekonstruiertes Siedlerhaus veranschaulicht das Leben um das Jahr 1920 im Moorgebiet.

Wind, Wasser und die Türme des Schweigens. Yazd – Stadt der vier Elemente.

Zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte gehört Richard Strauss' sinfonische Dichtung "Also sprach Zarathustra". Deren Eröffnungsmelodie, genannt "Sonnenaufgang", inspirierte Filmregisseur Stanley Kubrik zur legendären Anfangssequenz seines berühmtesten Films, "2001: Odyssee im Weltraum", in der die Sonne hinter dem Planeten Erde aufgeht. Strauss wiederum wurde zu seiner Komposition angeregt von Friedrich Nietzsches gleichnamigem Buch, in dem der Dichter über Erkenntnis und Lehre philosophiert. Seinen Protagonisten darin nennt Nietzsche Zarathustra, als Namensvorlage dient ihm der persische Religionsstifter Zoroaster. Es ist ein gewaltiger Bogen, der gespannt wird – von einem Weisen, der viele hundert Jahre vor Christus lebte zu einem Kultfilm von 1968. Eine mystische Existenz, ein mythischer Name, der aus dem Nebel der Geschichte auftaucht und seinen Ursprung, seinen Mittelpunkt hat in einem fast ebenso geheimnisvollen Ort im Zentrum Irans – in der Stadt Yazd.

"Dem, der die Kunst des Flanierens, diese Spielart der Geduld, leidlich beherrscht, helfen die Zufälle. Zumal die Stadt nicht bleibt, was sie ist; schon gar nicht Tokyo, das sich unentwegt erneuert". So schreibt der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Leopold Federmair in seinem jüngst im Otto Müller Verlag erschienenem Buch. Nach mehreren Aufenthalten in Japan ist er 2006 nach Hiroshima übersiedelt, wo er an der Universität deutsche Sprache und Literatur lehrt. Eva Roither hat Leopold Federmair getroffen und mit ihm über die Anziehungskraft einer Großstadt wie Tokyo gesprochen.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee (Dolby Surround)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Mariss Jansons. Antonin Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95, "Aus der Neuen Welt" * Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps, Bilder aus dem heidnischen Russland (aufgenommen am 17. März im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee (Dolby Surround)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Mariss Jansons (aufgenommen am 17. März im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen am 23. Juni in einer öffentlichen Superchampions-Runde im Casino Bregenz um eine Ö1 Garten- und Naturreise für zwei Personen in die Normandie.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Die Magie der Bücher" – Der Verleger Andreas J. Meyer "Andreas J. Meyer ist eine große Verlegerpersönlichkeit in der Welt der kleinen Verlage".

So steht es in der Jurybegründung zur Vergabe des renommierten Kurt-Wolff-Preises 2019 an den Verleger Andreas J. Meyer, den Gründer des Merlin-Verlages. Der mit 26.000 Euro dotierte Preis wurde ihm am 22. März verliehen.

Andreas J. Meyer, 1927 in Hamburg geboren, absolvierte eine Lehre als Verlagsbuchhändler, danach reiste er eineinhalb Jahre als Betreuer einer deutschen Buchausstellung durch Südamerika.

Schon während seines Studiums der Kunstgeschichte und der Soziologie in Hamburg arbeitete er im Chronos Bühnenverlag mit. 1957 gründete Andreas J. Meyer den Merlin-Verlag in Hamburg, der rasch für seine avantgardistischen Theaterstücke bekannt wurde. Einer der frühen Merlin-Autoren war Jean Genet, der mit seinem Skandalroman "Notre-Dame-Des-Fleurs" 1960 für einen Skandal sorgte. Eine besondere Freundschaft verbindet Andreas J. Meyer bis heute mit einem Künstler, der als Horst Eckert geboren wurde – und der als Künstler unter dem Namen "Janosch" weltberühmt wurde …
Die Leitung des Merlin-Verlags übergab Andreas J. Meyer im Jahr 2000 an seine Tochter Katharina Meyer.
Ein Besuch in den Verlagsräumen des Merlin-Verlags.

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
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15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast in der Opéra des Nations von Genf. Ausschnitte aus Gaetano Donizettis Oper "Le convenienze ed inconvenienze teatrali", mit Laurent Naouri (Donna Agata), Patrizia Ciofi (Daria Garbinati), David Bizic (Procolo), Melody Louledjian (Luiga Castragatti), Luciano Botelho (Guglielmo Antolstoinoff), u.a. sowie dem Chor des Grand Théâtre de Genève und dem Orchestre de Chambre de Genève unter der musikalischen Leitung von Gergely Madaras (aufgenommen am 28. Dezember 2018).
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Peter Zimmermann. Über Lüge und Wahrheit

Thomas Strässle: Fake und Fiktion. Über die Erfindung von Wahrheit, Hanser Verlag
Gespräch mit dem Autor

Jewgeni Wodolaskin: Luftgänger, Roman, Aufbau Verlag (Übersetzung: Ganna-Maria Braungardt)

Christian Schacherreiter: Lügenvaters Kinder, Roman, Otto Müller Verlag

Kathrin Passig: Vielleicht ist das neu und erfreulich. Technik. Literatur. Kritik, Droschl Verlag

Der lyrische Salon
Cvetka Lipus: Komm, schnüren wir die Knochen, Gedichte, Otto Müller Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Eine französische Institution.
Gestaltung: Nikolaus Schauerhuber

Es ist knapp 33 und eine einzigartige Bigband: das französische Orchestre National de Jazz.

Gegründet wurde es zusammen mit dem damaligen französischen Kulturminister Jack Lang und laut einem seiner wechselnden Chefs, dem Gitarristen Olivier Benoit, ist es sogar das einzige nationale Jazzorchester weltweit.

Das Orchestre National de Jazz bringt hochkomplexen Jazz, der Spaß macht, mit Drive und einer Genauigkeit, die nicht belehrt. Seine worldmusikalischen Produktionen sind alles andere als ethnozentriert: die mit dem hervorragenden Oudvirtuosen Anouar Brahem und dem Klarinettisten Gianluigi Trovesi zum Beispiel. Auch die alten Rockstars entgehen dem Orchester nicht: mit dem Vibrafonisten Franck Tortiller hat das Orchestre National de Jazz Led Zeppelin neu interpretiert. Nikolaus Schauerhuber lässt Sie querhören in der Geschichte des Orchestre National de Jazz.


17:55 Schon gehört?
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18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Von Tausendstelsekunden und Millimeter-Entscheidungen.

Die Techniken, um Geschwindigkeit, Zeiten, Distanzen und andere sportliche Leistungen zu erfassen Einst waren es händisch bediente Stoppuhren, Zentimetermaß oder gar der Augenschein. Inzwischen werden Präzisionsgeräte herangezogen, um beim Laufen, Skifahren oder Weitspringen bisweilen minimale Unterschiede im Sport zu messen und dokumentieren. Die Fehlbarkeit menschlicher Entscheidungen steht gegen in Ziffern erfasste Ergebnisse.

Gestaltung: Alois Schörghuber


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
"Wurscht": Das 27. Solo von Lukas Resetarits.
Gestaltung: Silvia Lahner

Nach einem Rückblick auf die 1970er Jahre im letzten Programm geht es nun um unsere Gegenwart und Zukunft. Vieles, was mit uns und um uns geschieht, scheint uns egal zu sein: Politik erscheint nur mehr als Propaganda in der Boulevardpresse – Wurscht!
Soziale Standards werden in Frage gestellt – Wurscht!
Angst haben wir nur vor Fremden und Fremdem.

Ist uns wirklich alles wurscht, oder regt sich vielleicht doch witziger Widerstand?

Dem "Lukas" ist es nicht wurscht und er stellt Fragen und sucht Antworten. Witzig und absurd kann das werden. Und am Ende reitet er vielleicht auf einem Polizeipferd in den Sonnenuntergang, der diesmal im Osten stattfindet.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Schlagzeugspiel als Rhythmus- und Klangkunst: Katharina Ernst.
Gestaltung: Helmut Jasbar Katharina

Ernst kümmert sich um den Puls.
Abstrakte Kompositionen und polyrhythmische Soloperformance sind Lebenselixier für die junge, aus Wien stammende Wahlberlinerin, die in der Musik, der Performance und der Malerei zu Hause ist. In der Radiosession, die sie als Soloschlagzeugerin bestreitet, in der sie aber auch im Duo mit Gastgeber Helmut Jasbar Gas geben wird, präsentiert sich die ausgebildete bildende Künstlerin mit erweitertem Schlagzeug-Set: Drum-Synthesizer, Gongs, Tam-Tam, filigranes Kleinzeug und eine verstärkte Kalimba, die über ein Gitarren-Effektpedal gespielt wird, sind Teil von Katharina Ernsts Instrumentarium.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Der diszplinierte Chaot.
Feature von Wolfgang Popp

Er sei diszipliniert beim Recherchieren, aber anarchisch beim Schreiben, sagt Sasa Stanisic über sich selbst. Und beweist das auch in seinen Büchern: Im Debüt "Wie der Soldat das Grammofon repariert", das es 2006 auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis schaffte, und auch in seinem zweiten Roman "Vor dem Fest", mit dem er 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse gewann.

Im Erstling erzählte der gebürtige Bosnier über den Krieg in seiner Heimat, im zweiten Buch über ein Dorf in der Uckermark, beide Mal bedient er sich aber einer Vielzahl an Erzählstimmen. Dafür hat er mit Soldaten gesprochen und Gerichtsakten durchgesehen, ist mit Jägern auf die Pirsch gegangen und hat sich in Gemeindearchiven vergraben. Auf dieser Grundlage entwirft er die Stimmen seiner Figuren, macht sie unheimlicher oder poetischer, und setzt so langsam seine Erzählwelten aus vielen, kleinen Fragmenten zusammen.

In einem kleinen Café nahe seiner Wohnung in Hamburg Altona gibt Stanisic außerdem bereitwillig Einblicke in seine Schreibwerkstatt, erklärt, warum Vergleiche ein klein wenig hinken sollen und warum es beim Dialogschreiben um die Kunst des knapp aneinander Vorbeiredens geht. Und er verrät, wie sich eine Knieverletzung auf sein Schreiben ausgewirkt hat.

Redaktion: Alfred Koch


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
"Intuition" und "Digression": Die frei improvisierten Pioniertaten von Lennie Tristano.
Gestaltung: Andreas Felber

Drei Jahre nach seiner Übersiedlung nach New York City machte der aus Chicago stammende, blinde Pianist Lennie Tristano im Jahr 1949 Studioaufnahmen, die Geschichte schrieben: In drei Sessions im März bzw. Mai entstanden mit einem von Tristano geleiteten Ensemble seiner Schüler – darunter die Saxofonisten Lee Konitz und Warne Marsh und der Gitarrist Billy Bauer – Aufnahmen, die in ihrer kühlen, an Bachs Kontrapunktik geschulten Klarheit Aufsehen erregten und – obwohl teilweise stark vom Bebop geprägt – zum Inbegriff des Cool-Jazz avancierten.

In "Intuition" und "Digression" nahm Tristano zudem die Praxis freier Improvisation vorweg. 1972 erschienen die sieben Stücke erstmals gesammelt auf der LP "Crosscurrents", aus Anlass des 100. Geburtstags, den Lennie Tristano am 19. März 2019 gefeiert hätte, seien sie in den Milestones zelebriert.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Kithera, fucking Kithera". Von Wolfgang Pollanz. Es liest Daniel Doujenis.
Gestaltung: Ilse Amenitsch

Ein Mörder-Duo à la Bonnie & Clyde auf rasanter Fahrt aus der Hölle in ein ersehntes Paradies. Angelegt in naher Zukunft, fliehen die beiden aus zerstörten Städten, wo nur noch Gewalt und religiös-fanatische Gangs herrschen, während die Reichen in Hochsicherheits-Zonen leben. Ihr einziges Ziel ist die mythische Insel Kithera. "Du sollst den Tag des Herrn heiligen", hatte sie gesagt und abgedrückt. Sie, das war ein für alle Mal klar, würde sich von niemandem mehr kontrollieren lassen, never ever …".

Wolfgang Pollanz, 1954 in Graz geboren, lebt im weststeirischen Wies, wo er seit 1987 das Programm der Kulturinitiative Kürbis gestaltet sowie die Edition Kürbis und das Musiklabel pumpkin records ins Leben rief. Pollanz hat bislang 22 Bücher und mehrere Theaterstücke veröffentlicht und ist auch Musiker. 2013 erhielt er für sein vielfältiges kulturelles Engagement den Hanns-Koren-Kulturpreis des Landes Steiermark.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
Die unendlichen elektronischen Weiten von Nimikry.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Sie kombinieren klassisches Bassflöten- und Violaspiel mit technischen High End Lösungen, um ihren Spiel- und Klangraum neu zu definieren und auszuloten. Der Bratschist Rafal Zalech und der Flötist Alessandro Baticci sind Nimikry. Letzterer ist Komponist und einer der Mitbegründer des Wiener Black Page Orchestra, eines Kollektivs für kompromisslose Musik unserer Zeit.

Zalech ist ebenfalls Komponist und stammt aus dem Umfeld des Klangforum Wien. Im Wiener Porgy & Bess präsentierten Nimikry vergangenen Jänner ihr Werk "Narcomancy", mit Trockeneisnebel ganz in Blau gehalten. Ein fast abendfüllendes Werk, das aus der Forschung an ihren erweiterten Instrumenten entstanden ist.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"Armut" von Studierenden des Instituts für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, gemeinsam mit Sounddesign-Studierenden der Fachhochschule Joanneum Graz, Projektleiter: Orhan Kipcak
Radiokunst – Kunstradio präsentiert sechs kurze Hörstücken zum Thema *Armut*.

"Armut" ist das Jahresthema der Akademie Graz. Astrid Kury, die Leiterin der Akademie, gestaltet dazu ein Jahresprogramm aus Vorträgen, Symposien und Ausstellungen und hat das Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien und den Studiengang für Sound Design der Kunstuniversität Graz und der FH-Joanneum Graz eingeladen, Kurzhörspiele zu diesem Thema zu gestalten.

Die Ergebnisse sind sehr vielfältig: Es gibt realistisch erzählte Szenen, Burlesken, Satiren aber auch Beiträge, die das Thema mit poetischer Distanz umkreisen.

Die Hörstücke wurden im Winter 2019 in intensiver Zusammenarbeit der Autorinnen, Autoren und der Sound-Designer (keine Frauen im aktuellen Jahrgang) in den Grazer Ton-Studios produziert. Leiter des Seminars war der Mediendesigner Orhan Kipcak, der sowohl am Sprachkunst-Institut in Wien als auch am Graz Studiengang unterrichtet.

Das Wiener Sprachkunst-Institut der Universität für angewandte Kunst Wien bildet seit elf Jahren angehende Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus, während die beiden Grazer Hochschulen seit 2015 ein gemeinsames Masterstudium für akustisches Gestalten anbieten. Die Zusammenarbeit mit dem Ö1 – Kunstradio geht mit diesem Projekt ins vierte Jahr.

Die Akademie Graz wurde 1987 als Verein zur Pflege von Kultur und Wissenschaft gegründet und steht für eine Reihe von kultur- und gesellschaftspolitischen Aktivitäten und Initiativen, die "mündige Bürger und Bürgerinnen auffordert, die Verantwortung für unsere Gesellschaft zu tragen und aktiv an deren Gestaltung beizutragen".

*

Montag, 25. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich
Heute um ca. 6.50 Uhr in "Frauenmacht – Frauen machen Politik"


06:56 Gedanken für den Tag
"Versprechen und Vergeben". Georg Simbruner, Neonatologe, Theologe und Krankenhausseelsorger, über die wichtigsten Elemente des Zusammenlebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Als Ehemann, Familienvater, Arzt und Krankenhausseelsorger habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bis zum Sterbebett an gebrochenen Versprechen und nicht vollzogenem Verzeihen leiden", erzählt der emeritierte Professor für Neonatologie Georg Simbruner in seinen "Gedanken für den Tag" mitten in der vorösterlichen Fastenzeit, die für viele Menschen ja auch eine Zeit der Reduktion und Besinnung darstellt.

Versprechen und Verzeihen zählten, so Simbruner, zu den wichtigsten Elementen des Zusammenlebens. Ohne Versprechen, also ohne Aussagen und Zusagen, auf die man sich verlassen kann, und ohne den Willen, einander zu vergeben, also dem Verzeihen, sei eine Gemeinschaft nicht möglich. Versprechen und Verzeihen gewährleisten den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Doch so leicht ein Versprechen oft über die Lippen kommt, so schwer fällt manchmal das Verzeihen, sagt der Neonatologe und emeritierte Universitätsprofessor, der heute ehrenamtlich als Krankenhausseelsorger tätig ist. "Vergeben bedeutet nicht vergessen, zugefügte Verletzungen oder enttäuschte Erwartungen begleiten uns oft lange, wenn nicht gar lebenslang. Vergeben aber verändert die Art und Weise, wie ich mich erinnere, es befreit mich vom Gift der Unversöhnlichkeit. Verzeihen verhindert, dass mich ein Geschehen aufzehrt und zugrunde richtet".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg
Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (1).
Gestaltung: Tanja Malle

Worte haben bemerkenswerte Wirkung. Hören Menschen, dass sich eine Person im fünften Stock befindet, wandert ihr Blick automatisch nach oben. Lesen sie den Satz "John tritt den Ball", aktiviert ihr Gehirn jenen Bereich, der für das Planen von Fußbewegungen zuständig ist. Wer das Bild eines Geparden zu sehen bekam, schätzte die Geschwindigkeit eines Läufers schneller ein, als der, dem das Bild einer Schildkröte gezeigt wurde.

Zu diesen Ergebnissen kommen Kognitionswissenschafter/innen. Das bedeutet: Das Gehirn simuliert den Inhalt von Sprache automatisch, um ihn zu begreifen. Und es überträgt Gehörtes oder Gelesenes auf andere Dinge und Menschen, die mit dem Erlebten nichts zu tun haben. Das alles passiert unbemerkt.

Politikerinnen und Politiker nutzen das. Sie verwenden Worte bewusst, um in unseren Köpfen so genannte Frames zu stärken. Gemeint sind damit Interpretationsrahmen, die das Gehörte oder Gesehene mit Bedeutung aufladen.

Ein Beispiel ist das Wort Steuerlast, das Steuern als Belastung darstellt. Tatsächlich aber werden über Steuern auch Krankenhäuser, Schulen und das Verkehrsnetz finanziert. Weitere Beispiele sind etwa die Begriffe Flüchtlingswelle und Flüchtlingsstrom – geflüchtete Menschen werden dabei als Wassermassen, als lebensbedrohliche Naturkatastrophe, dargestellt. Damit wird das Bild einer Bedrohung gezeichnet, der nur beizukommen ist, indem die Schotten dicht gemacht werden – oder, indem, wie von dem US-Präsidenten Donald Trump gefordert, eine undurchlässige Mauer errichtet wird.

Durch gezielte Provokationen und die Bereitschaft, Tabus zu brechen, bekommt Donald Trump enorme Medienpräsenz. Mitunter schien es, als würde er seine Reden und Statements unüberlegt und spontan aus dem Ärmel schütteln, doch dahinter steht Strategie. Auf sein Konto gingen in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit 7.654 Lügen bzw. irreführende Behauptungen. Medien geben diese oft eins zu eins wider – doch so werden diese Lügen und irreführende Behauptungen in unseren Köpfen verankert. Das bestätigen Erkenntnisse aus der Neurolinguistik und Psychologie. Deren bekanntester Vertreter ist wohl George Lakoff von der University of California in Berkley.

Er hat Strategien entwickelt, wie dem strategischen Einsatz von bestimmten Worten, Metaphern, irreführenden Behauptungen und Lügen beizukommen ist.

Ein weiteres Beispiel für die Macht der Worte sind Hassreden. Sie verschieben nicht nur die Grenzen des Sagbaren, sondern bereiten den Boden für manifeste Gewalt auf. Wiederkehrende Hasssprache entwertet bzw. entmenschlicht bestimmte gesellschaftliche Gruppen und senkt die Hemmschwelle, Gewalt gegen sie zu üben. Faktenbasierte Kommunikation verschafft sich dann nur noch schwer Gehör. Tanja Malle präsentiert aktuelle (neuro)linguistische Erkenntnisse über die Macht der Worte und fragt nach, wie diese genutzt werden können.


09:30 Radiokolleg
I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (1).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

*I wie Insiderhandel*
Auf Finanzmärkten sollte der Zugang zu allen kursrelevanten Informationen idealerweise niederschwellig und fair sein. Das heißt, all jene, die (https://oe1.orf.at/artikel/651131|Aktien), (https://oe1.orf.at/artikel/641601|Unternehmensanleihen) oder (https://oe1.orf.at/artikel/645429|Verbriefungen) kaufen oder verkaufen wollen, sollten zur gleichen Zeit über Entwicklungen informiert werden, die Preise und Kursverläufe beeinflussen können. Niemand, der aufgrund eines Wissensvorsprungs Kursschwankungen vorhersehen könnte, soll unredliche Gewinne machen. Wäre das möglich, würde es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen. Nutzt jemand einen Informationsvorsprung aus, etwa ein Unternehmensvorstand oder eine Managerin, ein Unternehmensberater oder eine Sekretärin, dann spricht man von Insiderhandel.

Gelingt einem Pharmaunternehmen ein Durchbruch in der medizinischen Forschung oder droht eine Aktiengesellschaft eine feindliche Übernahme, darf dieses Wissen nicht dazu genutzt werden, frühzeitig Unternehmensanteile zu kaufen bzw. zu verkaufen. In Österreich ist u.a. die (https://oe1.orf.at/artikel/653564|Finanzmarktaufsicht) dafür zuständig, Insiderhandel aufzudecken und die strafrechtliche Verfolgung einzuleiten. So will man das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger in die Märkte sicherstellen.

Gestaltung: Marlene Nowotny


09:45 Radiokolleg
Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (1).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber

Inspiration und Konkurrenz, gemeinsames Schaffen oder rivalisierendes Oeuvre, Spannungen zwischen der Wahrnehmung als Individuum und in Verbindung mit der zweiten Person: das Verhältnis von Komponist/innen zu musikalisch künstlerisch schaffenden Partner/innen ist von vielen Besonderheiten geprägt.

Doch zunächst: was ist das überhaupt, ein Paar? Im Rahmen der verschiedenen Möglichkeiten, die eine Antwort auf diese Frage darstellen kann, stehen die Beziehungen als "Liebespaar" und "Geschwisterpaar" im Mittelpunkt, in der zumindest ein Part komponierend tätig ist. Denn alleine in diesen Kombinationen gibt es in der Musikgeschichte zahlreiche Beispiele, von Wolfgang Amadé Mozart, sowohl mit seiner Schwester Maria Anna als auch mit seiner Ehefrau Constanze Mozart, über Clara Wieck und Robert Schumann bis zu Felix Mendelssohn und Fanny Hensel, von Louise und Aristide Farrenc über Alma und Gustav Mahler zu Nadia und Lily Boulanger, von Faustina Bordoni und Johann Adolf Hasse über Guiseppe Verdi und Giuseppina Strepponi zu Benjamin Britten und Peter Pears.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben. Welchen Herausforderungen sind Menschen in "musikalischen Paarbeziehungen" ausgesetzt und wie sieht das gemeinsame Berufs- und Privatleben von ausgewählten Paaren im Bereich der Klassischen Musik aus. Gegenseitige künstlerische Befruchtungen, Neid auf das Schaffen des Anderen, Rollenverteilungen und Rollenbilder, aber auch Veränderungen der eigenen Künstlerpersönlichkeit durch die Paarbeziehung und unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung stellen die Eigenheiten in diesen Beziehungen dar.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Ursula Strubinsky. Karl Komzák im Porträt.

Er war vermutlich zu seiner Zeit der bekannteste österreichische Militärmusik-Kapellmeister: Karl Komzák. Sein Dirigat soll besonders nuancenreich und feinpointiert gewesen sein. Darüber hinaus schrieb der 1850 geborene Böhme zahlreiche Märsche, Tänze und auch die Oper "Edelweiss".


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Luftgänger". Roman von Jewgeni Wodolaskin (aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt).
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Helsinki Baroque Orchestra; Aapo Häkkinen und Pierre Hantaï, Cembalo; Paulina Fred, Flöte. Johann Sebastian Bach: a) Suite für Orchester Nr. 2 h-Moll BWV 1067; b) Konzert für zwei Cembali und Orchester c-Moll BWV 1062; c) Flötensonate A-Dur BWV 1032; d) Konzert für zwei Cembali und Orchester C-Dur BWV 1061 (aufgenommen am 25. April 2018 im Auditorio Nacional, Madrid).
Gestaltung: Jörg Duit


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
und jetzt ?! Von Haltungen, Überzeugungen und Taten

"Irgendwo da liegen sie", so heißt ein Text von Doron Rabinovic, der sich mit dem Massaker von Rechnitz vom 25. März 1945 beschäftigt und auch von der nie stattgefundenen Aufarbeitung erzählt. Anläßlich des 74. Jahrestages sprach Bernhard Fellinger mit dem Schriftsteller und mit der Schauspielerin Katharina Stemberger, die diesen Text auch vorgetragen hat. Musikalische Begleitung: Benny Omerzell.
Aufgenommen am 25. Jänner 2019, zwei Tage vor dem Internationalen Holocaust Gedenktag im RadioCafe des Wiener Funkhauses
Bearbeitung: Robert Weichinger

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner steht ein eindrücklicher Text im Mittelpunkt des Abends, der von einem abscheulichen Verbrechen erzählt und vom Versuch der Aufarbeitung, der mit großer Vehemenz quer durch alle politischen Lager und gesellschaftlichen Schichten verhindert wurde: "Irgendwo da liegen sie" von Doron Rabinovici.

Der Historiker befasst sich darin mit dem Massaker von Rechnitz, das im März 1945 geschehen ist. Vermutlich wurden damals etwa 200 Zwangsarbeiter ermordet. Nach ihnen wird heute noch gesucht. Trotz intensiver Grabungen in den Jahren 1966 bis 1969, 1993 und 2017 konnte der Ort des Massengrabes bis heute nicht gefunden werden.

Mitwirkende:
Doron Rabinovici, Analyse
Katharina Stemberger, Vortrag
Benny Omerzell, Musik
Bernhard Fellinger, Präsentation


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Insektennahrung für Österreich.
Von Sylvia Andrews

Knapp 7,7 Milliarden Menschen leben auf unserem Planeten – und täglich werden es mehr. Grund genug, um über neue Varianten der Nahrungsmittelproduktion nachzudenken. Konventionelles Essen wird nämlich nicht reichen, um alle Menschen satt zu bekommen. Eine Lösung sind in vielen Ländern bereits Insekten. Anders ist das in Österreich, wo von Akzeptanz in Sachen Heuschrecken-Burger oder Mehlwurm-Muffin noch wenig zu spüren ist. Dabei wären die Argumente überzeugend: essbare Insekten sind reich an Proteinen, ihre Aufzucht ist umwelt- und ressourcenschonend.

Wissenschafter der Grazer Fachhochschule Joanneum haben gemeinsam mit Expert/innen aus verschiedenen Disziplinen nun ein fünfjähriges Forschungsprojekt gestartet, um das Potenzial und die Grenzen der Proteinproduktion durch Insekten zu analysieren. Ein Besuch im Grazer Labor, wo bereits eifrig an gefinkelten Verarbeitungs- und Zubereitungsmethoden für Würmer, Käfer & Co gefeilt wird. Aber wird das auch Frau und Herrn Österreicher schmecken?


19:30 On stage
Duo Daniel Schnyder/Dave Taylor, Elias Stemeseder solo, Gina Schwarz Sextett.
Gestaltung: Andreas Felber

Zum 26. Mal fand Anfang August 2018 in Schwaz das vom in New York lebenden Tiroler Trompeter Franz Hackl kuratierte und organisierte Outreach-Festival statt: Andreas Felber präsentiert Musik vom Solokonzert des in Berlin lebenden Salzburger Pianisten Elias Stemeseder, vom (Wahl-)New Yorker Saxofon/Bassposaune-Duo Daniel Schnyder/Dave Taylor und vom Sextett der in Wien lebenden Kontrabassistin Gina Schwarz, dem sich in Schwaz Perkussionist Mino Cinelu und erneut Dave Taylor beigesellten.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen.
Moderation: Peter Zimmermann Über Lüge und Wahrheit

Thomas Strässle: Fake und Fiktion. Über die Erfindung von Wahrheit, Hanser Verlag
Gespräch mit dem Autor

Jewgeni Wodolaskin: Luftgänger, Roman, Aufbau Verlag (Übersetzung: Ganna-Maria Braungardt)

Christian Schacherreiter: Lügenvaters Kinder, Roman, Otto Müller Verlag

Kathrin Passig: Vielleicht ist das neu und erfreulich. Technik. Literatur. Kritik, Droschl Verlag

Der lyrische Salon

Cvetka Lipus: Komm, schnüren wir die Knochen, Gedichte, Otto Müller Verlag


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Worte. Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (1).
Gestaltung: Tanja Malle

Das ABC der Finanzwelt. I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (1).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

Musikpaare in der Klassik. Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (1).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Sinn und Feinsinnigkeit. Der Komponist Gerd Kühr.
Gestaltung: Ursula Strubinsky

Das Schrille, Aufdringliche ist Gerd Kührs Sache nicht. Auch in seiner Musik hat das Zarte und Leise vorwiegend das Sagen. "Für mich ist es schon eine Reaktion darauf, was in der Gesellschaft passiert, und ich werde in der Handhabung dessen auch immer radikaler, puristischer, immer sparsamer und transparenter", so der 66-jährige gebürtige Kärntner.

Gerd Kühr ist von der Sinnhaftigkeit der Kunst für die Gesellschaft überzeugt, da sie einen u. a. anrege, nachzudenken, selbstreflektiv zu sein und einen mitunter auf Dinge stoßen lässt, die einem im Alltag nicht begegnet wären. Und das mache das Leben reicher. Musik und Gedanken von Gerd Kühr erwarten Sie in dieser Ausgabe von "Zeit-Ton".

*

Dienstag, 26. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich
Heute um ca. 6.50 Uhr in "Frauenmacht – Frauen machen Politik"


06:56 Gedanken für den Tag
"Versprechen und Vergeben". Georg Simbruner, Neonatologe, Theologe und Krankenhausseelsorger, über die wichtigsten Elemente des Zusammenlebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Als Ehemann, Familienvater, Arzt und Krankenhausseelsorger habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bis zum Sterbebett an gebrochenen Versprechen und nicht vollzogenem Verzeihen leiden", erzählt der emeritierte Professor für Neonatologie Georg Simbruner in seinen "Gedanken für den Tag" mitten in der vorösterlichen Fastenzeit, die für viele Menschen ja auch eine Zeit der Reduktion und Besinnung darstellt.

Versprechen und Verzeihen zählten, so Simbruner, zu den wichtigsten Elementen des Zusammenlebens. Ohne Versprechen, also ohne Aussagen und Zusagen, auf die man sich verlassen kann, und ohne den Willen, einander zu vergeben, also dem Verzeihen, sei eine Gemeinschaft nicht möglich. Versprechen und Verzeihen gewährleisten den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Doch so leicht ein Versprechen oft über die Lippen kommt, so schwer fällt manchmal das Verzeihen, sagt der Neonatologe und emeritierte Universitätsprofessor, der heute ehrenamtlich als Krankenhausseelsorger tätig ist. "Vergeben bedeutet nicht vergessen, zugefügte Verletzungen oder enttäuschte Erwartungen begleiten uns oft lange, wenn nicht gar lebenslang. Vergeben aber verändert die Art und Weise, wie ich mich erinnere, es befreit mich vom Gift der Unversöhnlichkeit. Verzeihen verhindert, dass mich ein Geschehen aufzehrt und zugrunde richtet".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg
Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (2).
Gestaltung: Tanja Malle

Worte haben bemerkenswerte Wirkung. Hören Menschen, dass sich eine Person im fünften Stock befindet, wandert ihr Blick automatisch nach oben. Lesen sie den Satz "John tritt den Ball", aktiviert ihr Gehirn jenen Bereich, der für das Planen von Fußbewegungen zuständig ist. Wer das Bild eines Geparden zu sehen bekam, schätzte die Geschwindigkeit eines Läufers schneller ein, als der, dem das Bild einer Schildkröte gezeigt wurde.

Zu diesen Ergebnissen kommen Kognitionswissenschafter/innen. Das bedeutet: Das Gehirn simuliert den Inhalt von Sprache automatisch, um ihn zu begreifen. Und es überträgt Gehörtes oder Gelesenes auf andere Dinge und Menschen, die mit dem Erlebten nichts zu tun haben. Das alles passiert unbemerkt.

Politikerinnen und Politiker nutzen das. Sie verwenden Worte bewusst, um in unseren Köpfen so genannte Frames zu stärken. Gemeint sind damit Interpretationsrahmen, die das Gehörte oder Gesehene mit Bedeutung aufladen.

Ein Beispiel ist das Wort Steuerlast, das Steuern als Belastung darstellt. Tatsächlich aber werden über Steuern auch Krankenhäuser, Schulen und das Verkehrsnetz finanziert. Weitere Beispiele sind etwa die Begriffe Flüchtlingswelle und Flüchtlingsstrom – geflüchtete Menschen werden dabei als Wassermassen, als lebensbedrohliche Naturkatastrophe, dargestellt. Damit wird das Bild einer Bedrohung gezeichnet, der nur beizukommen ist, indem die Schotten dicht gemacht werden – oder, indem, wie von dem US-Präsidenten Donald Trump gefordert, eine undurchlässige Mauer errichtet wird.

Durch gezielte Provokationen und die Bereitschaft, Tabus zu brechen, bekommt Donald Trump enorme Medienpräsenz. Mitunter schien es, als würde er seine Reden und Statements unüberlegt und spontan aus dem Ärmel schütteln, doch dahinter steht Strategie. Auf sein Konto gingen in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit 7.654 Lügen bzw. irreführende Behauptungen. Medien geben diese oft eins zu eins wider – doch so werden diese Lügen und irreführende Behauptungen in unseren Köpfen verankert. Das bestätigen Erkenntnisse aus der Neurolinguistik und Psychologie. Deren bekanntester Vertreter ist wohl George Lakoff von der University of California in Berkley.

Er hat Strategien entwickelt, wie dem strategischen Einsatz von bestimmten Worten, Metaphern, irreführenden Behauptungen und Lügen beizukommen ist.

Ein weiteres Beispiel für die Macht der Worte sind Hassreden. Sie verschieben nicht nur die Grenzen des Sagbaren, sondern bereiten den Boden für manifeste Gewalt auf. Wiederkehrende Hasssprache entwertet bzw. entmenschlicht bestimmte gesellschaftliche Gruppen und senkt die Hemmschwelle, Gewalt gegen sie zu üben. Faktenbasierte Kommunikation verschafft sich dann nur noch schwer Gehör. Tanja Malle präsentiert aktuelle (neuro)linguistische Erkenntnisse über die Macht der Worte und fragt nach, wie diese genutzt werden können.


09:30 Radiokolleg
I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (2).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

*J wie Joint Venture*
"Joint Venture" bezeichnet das "gemeinsame Wagnis", das zwei oder mehrere Unternehmen miteinander eingehen. Im Rahmen einer Kooperation gründen wirtschaftlich und rechtlich unabhängige Unternehmen ein gemeinsames Tochterunternehmen, in das sie (https://oe1.orf.at/artikel/653463 |Eigenkapital) und Know-how einbringen. Auch die Führungsaufgaben werden von den Partnerunternehmen gemeinsam wahrgenommen. Hauptmotiv solch eines Zusammenschlusses ist meist die Aufteilung der finanziellen Risiken. Die lasten dann gleichberechtigt auf mehreren Schultern.

Auch sieht die Gesetzgebung in manchen Ländern vor, dass der Markteintritt nur über ein Joint Venture möglich ist. Investoren müssen in diesem Fall ein regionales Partnerunternehmen ins Boot holen, um ein Unternehmen gründen zu können. Joint Ventures sollen auch zur besseren Ressourcennutzung beitragen und Synergie-Effekte verstärken.

Gestaltung: Juliane Nagiller


09:45 Radiokolleg
Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (2).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber

Inspiration und Konkurrenz, gemeinsames Schaffen oder rivalisierendes Oeuvre, Spannungen zwischen der Wahrnehmung als Individuum und in Verbindung mit der zweiten Person: das Verhältnis von Komponist/innen zu musikalisch künstlerisch schaffenden Partner/innen ist von vielen Besonderheiten geprägt.

Doch zunächst: was ist das überhaupt, ein Paar? Im Rahmen der verschiedenen Möglichkeiten, die eine Antwort auf diese Frage darstellen kann, stehen die Beziehungen als "Liebespaar" und "Geschwisterpaar" im Mittelpunkt, in der zumindest ein Part komponierend tätig ist. Denn alleine in diesen Kombinationen gibt es in der Musikgeschichte zahlreiche Beispiele, von Wolfgang Amadé Mozart, sowohl mit seiner Schwester Maria Anna als auch mit seiner Ehefrau Constanze Mozart, über Clara Wieck und Robert Schumann bis zu Felix Mendelssohn und Fanny Hensel, von Louise und Aristide Farrenc über Alma und Gustav Mahler zu Nadia und Lily Boulanger, von Faustina Bordoni und Johann Adolf Hasse über Guiseppe Verdi und Giuseppina Strepponi zu Benjamin Britten und Peter Pears.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben. Welchen Herausforderungen sind Menschen in "musikalischen Paarbeziehungen" ausgesetzt und wie sieht das gemeinsame Berufs- und Privatleben von ausgewählten Paaren im Bereich der Klassischen Musik aus. Gegenseitige künstlerische Befruchtungen, Neid auf das Schaffen des Anderen, Rollenverteilungen und Rollenbilder, aber auch Veränderungen der eigenen Künstlerpersönlichkeit durch die Paarbeziehung und unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung stellen die Eigenheiten in diesen Beziehungen dar.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Opernkomponist und -bearbeiter: Nikolai Rimski-Korsakow.
Gestaltung: Michael Blees

Neben Orchesterwerken hat er Kammermusik, Klavier- und Chorwerke sowie Lieder komponiert – und, in einem Zeitraum von fast 40 Jahren, 15 Opern. Aber der im März 1844, vor 175 Jahren geborene Nikolai Rimski-Korsakow hat nicht nur mit großem Melodien- und Erfindungsreichtum durchzogene eigene Werke geschaffen, er hat auch unvollendete Schöpfungen von Kollegen für Uraufführungen eingerichtet und in seinen üppig farbenreich instrumentierten Orchestrierungen manchen von deren Opern erst zur allgemeinen Bekanntheit verholfen. Mussorgskys "Boris Godunow" beispielsweise ist erst in der Rimski-Korsakow-Instrumentierung erfolgreich um die Welt gegangen – und die unvollendete "Chowanschtschina" vom gleichen Komponisten sowie der ebenfalls unfertig hinterlassene "Steinerne Gast" von Alexander Dargomyschski wurden von Rimski-Korsakow für die Bühne fertiggestellt und eingerichtet. In der Fülle seines Schaffens und in seiner Vielseitigkeit war Rimski-Korsakow der produktivste und einflussreichste Vertreter des sogenannten "Mächtigen Häufleins".


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die große Liebe". Von Jostein Gaarder (aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs). Es liest Chris Pichler.
Gestaltung: Roland Knie
Präsentation: Julia Zarbach

Es ist das Alter, in dem man ganz persönlich die ganze Welt und Umgebung für sich zu entdecken beginnt, Dinge weiß, von denen die Andern keine Ahnung haben und nur noch in die Schule geht, damit sich Eltern und Lehrer nicht gar so überflüssig vorkommen, wie sie sind.

Denn es hängt immer alles mit allem zusammen, nicht nur Eins mit dem Andern – denn wäre es so, dann könnten ja die große Liebe mehr als zwei Menschen begreifen … können sie aber nicht …


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gerhard Krammer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Ziyu He, Violine; Marie Sophie Hauzel, Klavier. Wolfgang Amadeus Mozart: Violinsonate A-Dur KV 526 * Pablo de Sarasate: Introduction et tarantelle für Violine und Klavier op. 43 * Clara Schumann: Drei Romanze op. 22 * Camille Saint-Saëns: Havanaise E-Dur op. 83 * P. de Sarasate: Caprice basque op. 24 (aufgenommen am 6. März im Schubert-Saal des Wiener Konzerthauses).
Präsentation: Eva Teimel


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Der disziplinierte Chaot.
Feature von Wolfgang Popp

Er sei diszipliniert beim Recherchieren, aber anarchisch beim Schreiben, sagt Sasa Stanisic über sich selbst. Und beweist das auch in seinen Büchern: Im Debüt "Wie der Soldat das Grammofon repariert", das es 2006 auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis schaffte, und auch in seinem zweiten Roman "Vor dem Fest", mit dem er 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse gewann.

Im Erstling erzählte der gebürtige Bosnier über den Krieg in seiner Heimat, im zweiten Buch über ein Dorf in der Uckermark, beide Mal bedient er sich aber einer Vielzahl an Erzählstimmen. Dafür hat er mit Soldaten gesprochen und Gerichtsakten durchgesehen, ist mit Jägern auf die Pirsch gegangen und hat sich in Gemeindearchiven vergraben. Auf dieser Grundlage entwirft er die Stimmen seiner Figuren, macht sie unheimlicher oder poetischer, und setzt so langsam seine Erzählwelten aus vielen, kleinen Fragmenten zusammen.

In einem kleinen Café nahe seiner Wohnung in Hamburg Altona gibt Stanisic außerdem bereitwillig Einblicke in seine Schreibwerkstatt, erklärt, warum Vergleiche ein klein wenig hinken sollen und warum es beim Dialogschreiben um die Kunst des knapp aneinander Vorbeiredens geht. Und er verrät, wie sich eine Knieverletzung auf sein Schreiben ausgewirkt hat.

Redaktion: Alfred Koch


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie politisch darf Wissenschaft sein?
Von Boris Schumatsky

Klimawissenschafter/innen haben ein Kassandra-Problem: In ihrem Forschungsfeld tauchen immer wieder neue Gefahren auf, Häufung von Extremwetterereignissen wie Stürme oder Hitzewellen oder sogenannte Kipp-Elemente, die schlagartig das Klima verändern können. Gleichzeitig müssen sie miterleben, wie manche Politiker ihre Ergebnisse nicht ernst genug nehmen und Klimawandelleugner sie auf schwarze Listen setzen.

Mitunter wird ihnen vorgeworfen, den menschengemachten Klimawandel ganz erfunden zu haben. Inzwischen auch aus den höchsten Etagen der Politik. Die Gesellschaft vor einem Risiko zu warnen, das sich mit Fakten belegen lässt, ohne in einen angeblichen Alarmismus zu verfallen: Wie löst man dieses Dilemma? Während es für viele Klimaforscher/innen nicht selbstverständlich ist, öffentlich über die Folgen des Klimawandels zu sprechen, halten es andere für ihre politisch-moralische Pflicht, davor zu warnen.


19:30 Das Ö1 Konzert
Tiroler Symphonieorchester, Dirigent: Dennis Russell Davies; Ilker Arcayürek, Tenor. Girolamo Frescobaldi / Bruno Maderna: Tre Pezzi * Thomas Larcher: "A Padmore Cycle" für Tenor und Orchester * Anton Bruckner: Symphonie Nr. 6 A-Dur (aufgenommen am 1. März im Tiroler Landestheater).
Präsentation: Patrizia Jilg

Lieder, Tänze und Hymnen.
Das Symphonieorchester in Innsbruck existierte bereits seit acht Jahren, als 1901 in Wien Anton Bruckners sechste Symphonie unter Gustav Mahlers Leitung erstmals vollständig aufgeführt wurde. Nicht zufällig hat einer der bedeutenden Bruckner-Dirigenten unserer Zeit, Dennis Russell Davies, speziell diese Symphonie ob ihrer feierlichen Hymnen und ihres leuchtenden Klangs für die auf die Bruno Madernas Orchestrierungen barocker Hymnen und Tänze Frescobaldis hinführen wird.

Dazwischen erklingt Thomas Larchers ursprünglich für Tenor und Klavier komponierter "Padmore Cycl" in der Orchesterfassung, in der "der Klang des Klaviers explodiert", so der Komponist. Das TSOI erhält einen großen Raum, Larchers Vertonungen von Hans Aschenwalds und Alois Hotschnigs Dichtungen aus der Bergwelt, der ländlichen Umgebung und der sich wandelnden Natur instrumental zu reflektieren und den Tenor Ilker Arcayürek zu begleiten.
(Tiroler Symphonieorchester)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Worte. Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (2).
Gestaltung: Tanja Malle

Das ABC der Finanzwelt. I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (2).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

Musikpaare in der Klassik. Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (2).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Ankündigung, Erwartung, Warten – eine neue multimediale Komposition von Jorge Sánchez-Chiong.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Das Ensemble Phace präsentierte im Rahmen seines Zyklus' im Wiener Konzerthaus ein neues Werk von Jorge Sánchez-Chiong. "Coming Soon!" heißt dieses multimediale Stück für Ensemble, Elektronik, Turntables und Video, das mit dem Phänomen der Antizipation und des Versprechens spielt, indem verschiedene mediale Ausformungen wie Teaser, Trailer, Werbung mit losen Informationen, bruchstückhaften Videosequenzen und Klangpartikeln in eine poetische, non-lineare Narration in Beziehung gesetzt werden. Ein Ö1 Mitschnitt des Konzerts vom Mittwoch, 13. März 2019.

*

Mittwoch, 27. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich
Heute um ca. 6.50 Uhr in "Frauenmacht – Frauen machen Politik"


06:56 Gedanken für den Tag
"Versprechen und Vergeben". Georg Simbruner, Neonatologe, Theologe und Krankenhausseelsorger, über die wichtigsten Elemente des Zusammenlebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Als Ehemann, Familienvater, Arzt und Krankenhausseelsorger habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bis zum Sterbebett an gebrochenen Versprechen und nicht vollzogenem Verzeihen leiden", erzählt der emeritierte Professor für Neonatologie Georg Simbruner in seinen "Gedanken für den Tag" mitten in der vorösterlichen Fastenzeit, die für viele Menschen ja auch eine Zeit der Reduktion und Besinnung darstellt.

Versprechen und Verzeihen zählten, so Simbruner, zu den wichtigsten Elementen des Zusammenlebens. Ohne Versprechen, also ohne Aussagen und Zusagen, auf die man sich verlassen kann, und ohne den Willen, einander zu vergeben, also dem Verzeihen, sei eine Gemeinschaft nicht möglich. Versprechen und Verzeihen gewährleisten den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Doch so leicht ein Versprechen oft über die Lippen kommt, so schwer fällt manchmal das Verzeihen, sagt der Neonatologe und emeritierte Universitätsprofessor, der heute ehrenamtlich als Krankenhausseelsorger tätig ist. "Vergeben bedeutet nicht vergessen, zugefügte Verletzungen oder enttäuschte Erwartungen begleiten uns oft lange, wenn nicht gar lebenslang. Vergeben aber verändert die Art und Weise, wie ich mich erinnere, es befreit mich vom Gift der Unversöhnlichkeit. Verzeihen verhindert, dass mich ein Geschehen aufzehrt und zugrunde richtet".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg
Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (3).
Gestaltung: Tanja Malle

Worte haben bemerkenswerte Wirkung. Hören Menschen, dass sich eine Person im fünften Stock befindet, wandert ihr Blick automatisch nach oben. Lesen sie den Satz "John tritt den Ball", aktiviert ihr Gehirn jenen Bereich, der für das Planen von Fußbewegungen zuständig ist. Wer das Bild eines Geparden zu sehen bekam, schätzte die Geschwindigkeit eines Läufers schneller ein, als der, dem das Bild einer Schildkröte gezeigt wurde.

Zu diesen Ergebnissen kommen Kognitionswissenschafter/innen. Das bedeutet: Das Gehirn simuliert den Inhalt von Sprache automatisch, um ihn zu begreifen. Und es überträgt Gehörtes oder Gelesenes auf andere Dinge und Menschen, die mit dem Erlebten nichts zu tun haben. Das alles passiert unbemerkt.

Politikerinnen und Politiker nutzen das. Sie verwenden Worte bewusst, um in unseren Köpfen so genannte Frames zu stärken. Gemeint sind damit Interpretationsrahmen, die das Gehörte oder Gesehene mit Bedeutung aufladen.

Ein Beispiel ist das Wort Steuerlast, das Steuern als Belastung darstellt. Tatsächlich aber werden über Steuern auch Krankenhäuser, Schulen und das Verkehrsnetz finanziert. Weitere Beispiele sind etwa die Begriffe Flüchtlingswelle und Flüchtlingsstrom – geflüchtete Menschen werden dabei als Wassermassen, als lebensbedrohliche Naturkatastrophe, dargestellt. Damit wird das Bild einer Bedrohung gezeichnet, der nur beizukommen ist, indem die Schotten dicht gemacht werden – oder, indem, wie von dem US-Präsidenten Donald Trump gefordert, eine undurchlässige Mauer errichtet wird.

Durch gezielte Provokationen und die Bereitschaft, Tabus zu brechen, bekommt Donald Trump enorme Medienpräsenz. Mitunter schien es, als würde er seine Reden und Statements unüberlegt und spontan aus dem Ärmel schütteln, doch dahinter steht Strategie. Auf sein Konto gingen in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit 7.654 Lügen bzw. irreführende Behauptungen. Medien geben diese oft eins zu eins wider – doch so werden diese Lügen und irreführende Behauptungen in unseren Köpfen verankert. Das bestätigen Erkenntnisse aus der Neurolinguistik und Psychologie. Deren bekanntester Vertreter ist wohl George Lakoff von der University of California in Berkley.

Er hat Strategien entwickelt, wie dem strategischen Einsatz von bestimmten Worten, Metaphern, irreführenden Behauptungen und Lügen beizukommen ist.

Ein weiteres Beispiel für die Macht der Worte sind Hassreden. Sie verschieben nicht nur die Grenzen des Sagbaren, sondern bereiten den Boden für manifeste Gewalt auf. Wiederkehrende Hasssprache entwertet bzw. entmenschlicht bestimmte gesellschaftliche Gruppen und senkt die Hemmschwelle, Gewalt gegen sie zu üben. Faktenbasierte Kommunikation verschafft sich dann nur noch schwer Gehör. Tanja Malle präsentiert aktuelle (neuro)linguistische Erkenntnisse über die Macht der Worte und fragt nach, wie diese genutzt werden können.


09:30 Radiokolleg
I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (3).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

*K wie Kartell*
Die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, ist das wahrscheinlich bekannteste Kartell der Welt. Der 1960 gegründeten internationalen Organisation mit Sitz in Wien gehören fünfzehn Länder an, die zusammen fast die Hälfte der weltweiten Erdölproduktion auf sich vereinen. Das OPEC-Kartell ist ein staatlich-gewollter Ausnahmefall. Kartelle schränken nämlich den Wettbewerb ein, gelten als schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung und sind daher eigentlich verboten. Das Ziel eines Kartells ist das Monopol, also die Beherrschung des Marktes. Dafür werden Absprachen getroffen, die den Preis, das Angebot oder die Nachfrage betreffen können.

Je weniger Anbieter es in einem Markt gibt, desto leichter entsteht ein Kartell. In der Europäischen Union wacht die Kommission über die Einhaltung des Kartellrechts. Schlagzeilen machten in den letzten Jahren zwei Rekordstrafen gegen Google in der Höhe von rund 4,3 und 2,4 Milliarden Euro. Die Wettbewerbshüter kritisierten die Ausnutzung der Marktmacht rund um das Betriebssystem Android und die Google Shopping Suche. Die Investoren verunsicherte das aber nicht. Die Google- (https://oe1.orf.at/artikel/651131|Aktie) reagierte kaum.

Gestaltung: Juliane Nagiller


09:45 Radiokolleg
Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (3).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber

Inspiration und Konkurrenz, gemeinsames Schaffen oder rivalisierendes Oeuvre, Spannungen zwischen der Wahrnehmung als Individuum und in Verbindung mit der zweiten Person: das Verhältnis von Komponist/innen zu musikalisch künstlerisch schaffenden Partner/innen ist von vielen Besonderheiten geprägt.

Doch zunächst: was ist das überhaupt, ein Paar? Im Rahmen der verschiedenen Möglichkeiten, die eine Antwort auf diese Frage darstellen kann, stehen die Beziehungen als "Liebespaar" und "Geschwisterpaar" im Mittelpunkt, in der zumindest ein Part komponierend tätig ist. Denn alleine in diesen Kombinationen gibt es in der Musikgeschichte zahlreiche Beispiele, von Wolfgang Amadé Mozart, sowohl mit seiner Schwester Maria Anna als auch mit seiner Ehefrau Constanze Mozart, über Clara Wieck und Robert Schumann bis zu Felix Mendelssohn und Fanny Hensel, von Louise und Aristide Farrenc über Alma und Gustav Mahler zu Nadia und Lily Boulanger, von Faustina Bordoni und Johann Adolf Hasse über Guiseppe Verdi und Giuseppina Strepponi zu Benjamin Britten und Peter Pears.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben. Welchen Herausforderungen sind Menschen in "musikalischen Paarbeziehungen" ausgesetzt und wie sieht das gemeinsame Berufs- und Privatleben von ausgewählten Paaren im Bereich der Klassischen Musik aus. Gegenseitige künstlerische Befruchtungen, Neid auf das Schaffen des Anderen, Rollenverteilungen und Rollenbilder, aber auch Veränderungen der eigenen Künstlerpersönlichkeit durch die Paarbeziehung und unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung stellen die Eigenheiten in diesen Beziehungen dar.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefanie Maderthaner.
Paul Juon: Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 1 a-Moll op. 17
(Altenberg Trio Wien)

Paul Juon fühlte sich immer als Schweizer - obgleich sein Großvater von Graubünden nach Moskau gezogen war und Juon dort auf die Welt kam, aufwuchs und am Moskauer Konservatorium seine Studien – bei den besten Lehrern der damaligen Zeit – absolvierte.

In Erinnerung geblieben ist sein Name dank der eleganten Bearbeitungen einiger der "Ungarischen Tänze" von Johannes Brahms. Ab den späten 1890er Jahren hat er in Berlin Komposition unterrichtet und hatte dort auch Kontakt zum Brahmsfreund Joseph Joachim. Über die Welt von Brahms und seinen Freunden weist aber das eigenständige Werk von Juon weit hinaus. Er scheint die Spätromantik in gewisser Weise hinter sich zu lassen.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Der seelische Ratgeber". Von Siegfried Lenz. Es liest Cornelius Obonya.
Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Julia Zarbach

Wenzel Wittko war der seelische Ratgeber der Zeitschrift, bewundert und verehrt von den Lesern, die ihm all ihre Sorgen schrieben und immer eine tröstliche Antwort erhielten. Glücklich, für jemanden so Einzigartigen arbeiten zu dürfen, nahm der neue Gehilfe bei dem gütigen Mann die Tätigkeit auf. Doch im Laufe seiner Botengänge sollte er einen anderen Wenzel Wittko kennenlernen …


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Rainer Elstner.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Camerata Bern, Dirigentin und Violine: Antje Weithaas. Frank Bridge: Two Old English Songs (arrangiert für Streichorchester) * Benjamin Britten: Variations on a Theme of Frank Bridge op. 10 * Zoltán Kodály: Marosszéker Tänze (arrangiert für Streicher von Sándor Veress) * Béla Bartók: Divertimento Sz 113 (aufgenommen am 3. Mai 2018 im Mozartsaal, Schloss Schwetzingen im Rahmen der "Schwetzinger Festspiele 2018").
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft
Unter anderem mit dem Beitrag: "Es könnte wieder Autobomben geben"
Reverend Patrick Curran, oberster Vertreter der anglikanischen Kirche in Österreich, über seine Kirche, den Brexit und warum er britische Politiker scharf kritisiert. –
Gestaltung: Roberto Talotta


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Was "Alte DNA" über die menschliche Urgeschichte verrät. Von Birgit Dalheimer

Es ist ein kleiner Teil des Schädelknochens, der das Innenohr enthält: Das Felsenbein. Die DNA in seinen Zellen erhält sich auch über die Jahrtausende um ein Vielfaches besser als in allen anderen Teilen des Skeletts. Ron Pinhasi hat vor vier Jahren eine Methode entwickelt, die DNA aus dem Felsenbein alter Knochenfunde zu untersuchen. Seither wird seine Methode von vielen Kollegen weltweit angewandt. Der Anthropologe leitet das an der Universität Wien neu eingerichtete Labor zur Untersuchung alter DNA. Der Ursprung der Inkas oder die Verbreitung der Landwirtschaft in Südostasien – zu diesen und anderen Themen wurden in den vergangenen Monaten neue Erkenntnisse publiziert, die u.a. auf Pinhasis Methode basieren. Wie arbeiten er und andere Kolleginnen?
(Wh. v. 29.8.18)


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner. "Der Frühling wird kommen"

Am 20. März hat der kalendarische Frühling 2019 begonnen. Unter dem Motto "Fugge il verno … Dem Winter zum Trotz" gaben die österreichische Cembalistin Magdalena Hasibeder und ihr Barockensemble "Il Quadrifoglio" gemeinsam mit der Sopranistin Alice Borciani am 12. März dieses Jahres im Rahmen der "Jeunesse" ein Konzert in der Hofburgkapelle in Wien. Mit Musik aus dem 17. Jahrhundert von Kapsberger, Frescobaldi, Luzzaschi, Marini, Monteverdi u.a. wurde der Frühling musikalisch begrüßt.


21:00 Salzburger Nachtstudio
12 Fragen an den Historiker Michael Wolffsohn
Gestaltung: Katrin Mackowski

Michael Wolffsohn, 1947 in Tel-Aviv geboren, lebt seit 1954 in Deutschland und ist einer der führenden Experten zur Analyse internationaler Politik. Immer wieder äußert er sich zu Aspekten des Antisemitismus auf staatlicher, wirtschaftlicher und religiöser Ebene.

Er selbst bezeichnet sich als Überlebender, als jüdisches "Glückskind" und beobachtet das gesellschaftliche Klima. Heute diagnostiziert Michael Wolffsohn einerseits einen diskriminierenden, andererseits einen liquidierenden Antisemitismus in Europa. Doch gerade mit dieser Unterscheidung zieht er polarisierende Debatten über rechtspopulistische Tendenzen sowie über die Rolle der Muslime auf sich. In seinen Büchern beschreibt der Historiker seine politische Befunde und Krisen dagegen strukturell. Es sind Fragen nach der personalen wie politischen Selbstbestimmung, die zu Lösungen führen sollen, auch im Nahostkonflikt.

Mit seinem ausführlichen Konzept zur Friedenssicherung, plädiert Michael Wolffsohn darin unermüdlich für ein radikales Umdenken; Demokratie, Weltfrieden und Wohlstand sind aus seiner Sicht nur durch föderative Systeme garantiert. Doch wie realistisch ist der Föderalismus im Alltag einer multikulturellen Gesellschaft und innerhalb von Staaten, in denen Minderheiten um ihre Rechte kämpfen? Der Historiker setzt auf die Reflexionsfähigkeit des Menschen und den zivilisatorischen Prozess einer Gesellschaft, selbst da, wo Demokratie und Friede unmöglich scheinen und sein eigenes Denken utopisch wirkt.

Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Worte. Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (3).
Gestaltung: Tanja Malle

Das ABC der Finanzwelt. I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (3).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

Musikpaare in der Klassik. Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (3).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.

*

Donnerstag, 28. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich
Heute um ca. 6.50 Uhr in "Frauenmacht – Frauen machen Politik"


06:56 Gedanken für den Tag
"Versprechen und Vergeben". Georg Simbruner, Neonatologe, Theologe und Krankenhausseelsorger, über die wichtigsten Elemente des Zusammenlebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Als Ehemann, Familienvater, Arzt und Krankenhausseelsorger habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bis zum Sterbebett an gebrochenen Versprechen und nicht vollzogenem Verzeihen leiden", erzählt der emeritierte Professor für Neonatologie Georg Simbruner in seinen "Gedanken für den Tag" mitten in der vorösterlichen Fastenzeit, die für viele Menschen ja auch eine Zeit der Reduktion und Besinnung darstellt.

Versprechen und Verzeihen zählten, so Simbruner, zu den wichtigsten Elementen des Zusammenlebens. Ohne Versprechen, also ohne Aussagen und Zusagen, auf die man sich verlassen kann, und ohne den Willen, einander zu vergeben, also dem Verzeihen, sei eine Gemeinschaft nicht möglich. Versprechen und Verzeihen gewährleisten den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Doch so leicht ein Versprechen oft über die Lippen kommt, so schwer fällt manchmal das Verzeihen, sagt der Neonatologe und emeritierte Universitätsprofessor, der heute ehrenamtlich als Krankenhausseelsorger tätig ist. "Vergeben bedeutet nicht vergessen, zugefügte Verletzungen oder enttäuschte Erwartungen begleiten uns oft lange, wenn nicht gar lebenslang. Vergeben aber verändert die Art und Weise, wie ich mich erinnere, es befreit mich vom Gift der Unversöhnlichkeit. Verzeihen verhindert, dass mich ein Geschehen aufzehrt und zugrunde richtet".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg
Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (4).
Gestaltung: Tanja Malle

Worte haben bemerkenswerte Wirkung. Hören Menschen, dass sich eine Person im fünften Stock befindet, wandert ihr Blick automatisch nach oben. Lesen sie den Satz "John tritt den Ball", aktiviert ihr Gehirn jenen Bereich, der für das Planen von Fußbewegungen zuständig ist. Wer das Bild eines Geparden zu sehen bekam, schätzte die Geschwindigkeit eines Läufers schneller ein, als der, dem das Bild einer Schildkröte gezeigt wurde.

Zu diesen Ergebnissen kommen Kognitionswissenschafter/innen. Das bedeutet: Das Gehirn simuliert den Inhalt von Sprache automatisch, um ihn zu begreifen. Und es überträgt Gehörtes oder Gelesenes auf andere Dinge und Menschen, die mit dem Erlebten nichts zu tun haben. Das alles passiert unbemerkt.

Politikerinnen und Politiker nutzen das. Sie verwenden Worte bewusst, um in unseren Köpfen so genannte Frames zu stärken. Gemeint sind damit Interpretationsrahmen, die das Gehörte oder Gesehene mit Bedeutung aufladen.

Ein Beispiel ist das Wort Steuerlast, das Steuern als Belastung darstellt. Tatsächlich aber werden über Steuern auch Krankenhäuser, Schulen und das Verkehrsnetz finanziert. Weitere Beispiele sind etwa die Begriffe Flüchtlingswelle und Flüchtlingsstrom – geflüchtete Menschen werden dabei als Wassermassen, als lebensbedrohliche Naturkatastrophe, dargestellt. Damit wird das Bild einer Bedrohung gezeichnet, der nur beizukommen ist, indem die Schotten dicht gemacht werden – oder, indem, wie von dem US-Präsidenten Donald Trump gefordert, eine undurchlässige Mauer errichtet wird.

Durch gezielte Provokationen und die Bereitschaft, Tabus zu brechen, bekommt Donald Trump enorme Medienpräsenz. Mitunter schien es, als würde er seine Reden und Statements unüberlegt und spontan aus dem Ärmel schütteln, doch dahinter steht Strategie. Auf sein Konto gingen in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit 7.654 Lügen bzw. irreführende Behauptungen. Medien geben diese oft eins zu eins wider – doch so werden diese Lügen und irreführende Behauptungen in unseren Köpfen verankert. Das bestätigen Erkenntnisse aus der Neurolinguistik und Psychologie. Deren bekanntester Vertreter ist wohl George Lakoff von der University of California in Berkley.

Er hat Strategien entwickelt, wie dem strategischen Einsatz von bestimmten Worten, Metaphern, irreführenden Behauptungen und Lügen beizukommen ist.

Ein weiteres Beispiel für die Macht der Worte sind Hassreden. Sie verschieben nicht nur die Grenzen des Sagbaren, sondern bereiten den Boden für manifeste Gewalt auf. Wiederkehrende Hasssprache entwertet bzw. entmenschlicht bestimmte gesellschaftliche Gruppen und senkt die Hemmschwelle, Gewalt gegen sie zu üben. Faktenbasierte Kommunikation verschafft sich dann nur noch schwer Gehör. Tanja Malle präsentiert aktuelle (neuro)linguistische Erkenntnisse über die Macht der Worte und fragt nach, wie diese genutzt werden können.


09:30 Radiokolleg
I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (4).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

*L wie Leerverkauf*
Bei den meisten Finanzgeschäften setzen die Investorinnen und Investoren darauf, dass der Wert eines Marktes größer wird und die Preise steigen. Das ist etwa bei (https://oe1.orf.at/artikel/651131|Aktien) der Fall: Entwickelt sich ein Unternehmen gut, steigt im Normalfall der Aktienpreis. Leerverkäufe bieten dagegen die Möglichkeit, auf fallende Preise zu spekulieren und damit andere Anlagen, wie (https://oe1.orf.at/artikel/410295|Derivate) oder ganze (https://oe1.orf.at/artikel/639073|Portfolios) abzusichern.

Denn die werfen normalerweise nur dann Gewinn ab, wenn es wirtschaftlich bergauf geht. Bei Leerverkäufen wetten Anlegerinnen und Anleger auf eine negative Kursentwicklung. Dabei verkauft man Aktien, die man noch gar nicht besitzt. Beim Leerverkauf leihen sich die Verkaufenden Aktien eines kleinen Unternehmens und verkaufen die Wertpapiere zum aktuellen Marktpreis. Nach einiger Zeit geben sie die Aktien, die sie zum jetzt üblichen Marktpreis erstanden haben, zurück. Ist der Kurs, wie erhofft, gefallen, machen die Leerverkäufer einen Profit. Ist der Kurs dagegen gestiegen, steht ein großer Verlust ins Haus. Die (https://oe1.orf.at/artikel/653564|Finanzmarktaufsicht) reguliert Leerverkäufe mitunter: Setzen zu viele Anleger auf dieses Finanzinstrument, könnte das eine Abwärtsspirale am Finanzmarkt in Gang setzen. Das war beispielsweise 2008 der Fall. Damals untersagten die USA und Groß Britannien etwa Leerverkäufe von Aktien wichtiger Unternehmen, um der Finanzkrise zu begegnen.

Gestaltung: Marlene Nowotny


09:45 Radiokolleg
Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (4).
Gestaltung: Nadja Kayali

Michaela Schierhuber Inspiration und Konkurrenz, gemeinsames Schaffen oder rivalisierendes Oeuvre, Spannungen zwischen der Wahrnehmung als Individuum und in Verbindung mit der zweiten Person: das Verhältnis von Komponist/innen zu musikalisch künstlerisch schaffenden Partner/innen ist von vielen Besonderheiten geprägt.

Doch zunächst: was ist das überhaupt, ein Paar? Im Rahmen der verschiedenen Möglichkeiten, die eine Antwort auf diese Frage darstellen kann, stehen die Beziehungen als "Liebespaar" und "Geschwisterpaar" im Mittelpunkt, in der zumindest ein Part komponierend tätig ist. Denn alleine in diesen Kombinationen gibt es in der Musikgeschichte zahlreiche Beispiele, von Wolfgang Amadé Mozart, sowohl mit seiner Schwester Maria Anna als auch mit seiner Ehefrau Constanze Mozart, über Clara Wieck und Robert Schumann bis zu Felix Mendelssohn und Fanny Hensel, von Louise und Aristide Farrenc über Alma und Gustav Mahler zu Nadia und Lily Boulanger, von Faustina Bordoni und Johann Adolf Hasse über Guiseppe Verdi und Giuseppina Strepponi zu Benjamin Britten und Peter Pears.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben. Welchen Herausforderungen sind Menschen in "musikalischen Paarbeziehungen" ausgesetzt und wie sieht das gemeinsame Berufs- und Privatleben von ausgewählten Paaren im Bereich der Klassischen Musik aus. Gegenseitige künstlerische Befruchtungen, Neid auf das Schaffen des Anderen, Rollenverteilungen und Rollenbilder, aber auch Veränderungen der eigenen Künstlerpersönlichkeit durch die Paarbeziehung und unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung stellen die Eigenheiten in diesen Beziehungen dar.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus. Wie "frei" ist Musik ohne Takt?

Im Vergleich der Interpretationen Motetten Dufays, zwei Rezitative aus Klaviersonaten Beethovens und Strawinskys Stücke für Klarinette solo. Musik ohne Takt ist zwar taktlos, aber nicht unhöflich, sie ist auch nicht ohne Ordnung, sie gehorcht vielmehr einer anderen Ordnung als der des Taktes. Motetten des 15. Jahrhunderts etwa (ganz zu schweigen von noch älterer Musik) folgen ohne Takt ausschließlich der Metrik des Wortes und der Verse, aus denen die rhythmische Ordnung der Musik abgeleitet wird.

Eine Taktordnung wird auch aufgehoben bei der beliebten "musikalischen Prosa" viel späterer Zeiten – einer Art der "ungebundenen", "freien" Rede in der Instrumentalmusik, wenn der gleichmäßige Takt aufgelöst wird, Symmetrie und rhythmische Ordnung über Bord geworfen werden und Geigen, Klaviere, Celli oder Klarinetten frei zu "reden" beginnen. Solche "Rezitative" finden sich bei Beethoven (in den Klaviersonaten oder auch seiner Neunten Symphonie) ebenso wie bei Berlioz oder Streichquartetten Mendelssohns. Während es sich hier aber meist um nur kurze Einwürfe handelt, erzeugt Musik die beständig den Takt wechselt, wie sie im 20. Jahrhundert zu finden ist, den gleichen Effekt einer "Freiheit" oder "Taktlosigkeit".


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Tamangur". Von Leta Semadeni.
Gestaltung: Friederike Raderer

Ein Dorf voller Schatten im Tal. Tief hat sich der Fluss in den Felsen eingegraben. Eine Kirche, ein Schulhaus, der Dorfplatz mit der Lügenbank. Hier lebt das Kind zusammen mit der Großmutter. Der dritte Stuhl an Tisch ist leer. Der Großvater, der ein Jäger war, ist jetzt in Tamangur.

Bevor der Großvater nach Tamangur ging, war er am morgen immer als Erster am Tisch und rührte mit dem Suppenlöffel in seinem Kaffee. Wenn das Kind sich setzte, hob er augenzwinkernd den Löffel mit dem geschmolzenen Käse in die Höhe, und das Kind fing vor Begeisterung an zu kichern. Käse im Kaffee, das hatte Großmutter verboten. Du bringst ihr lauter Unsinn bei, schimpfte sie. Jemand muss das tun, sagte der Großvater ruhig. Du bringst ihr ja den ganzen Rest bei.

Aus dem ersten Roman der Engadiner Lyrikerin. Rotpunkt Verlag


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Gesangsgeschichte? Zeitgeschichte? Viorica Ursuleac und Franz Völker mit den Augen der "Nachwelt" gesehen

Vom Bankbeamten zum Wagner-Tenor: Die Karriere des 1899 geborenen Franz Völker kam in den 1930er Jahren in Schwung, erreichte ihren Höhepunkt im Bayreuth der NS-Zeit und "schneidet" sich in Wien und Berlin mit der seines Förderers, des Dirigenten Clemens Krauss, der zumeist ex aequo an erster Stelle unter NS-Kollaborateuren im hohen Kunstbetrieb genannt wird. Mit Krauss verheiratet und aus diesem Blickwinkel daher "mitgefangen" war die 1894 geborene Sopranistin Viorica Ursuleac, aus deren vielfältigem Repertoire diverse Strauss-Opernuraufführungen herausragen.

Franz Völker, Viorica Ursuleac: zwei führende Stimmen in ihrer Zeit, deren klingendes Erbe zu problematisch ist, um sich mit ihm zu beschäftigen? Die Sopranistin kommt in historischen Interviews auch selbst zu Wort – und was sie nicht erzählt, kommt durch die zuletzt wieder sehr publik gewordene, auf den ersten Blick vollends unglaubliche Lebensgeschichte der beiden opernvernarrten britischen Schwestern Ida und Mary Cook ans Licht.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Erkundungen im Weltraum
Gestaltung: Isabelle Engels

Was war vor dem Urknall und hat der Weltraum irgendwann ein Ende? So viel schon zu unserem Sonnensystem geforscht wurde, so manches liegt noch immer im Dunkeln. Die Sonne entstand vor etwa 5 Milliarden Jahren und wird nach derzeitigem Wissensstand in etwa 5 Milliarden Jahren verschwinden. Dann nämlich, wenn ihr das Gas ausgeht. Das wäre natürlich gleichzeitig das Ende vom Leben auf der Erde. Ob es zu diesem Zeitpunkt noch Menschen geben wird, weiß allerdings niemand.

Ganz zu Beginn war unser Sonnensystem eine große Gas- und Staubwolke. Daraus entstand zuerst die Sonne. Aus dem übrigen Staub formierten sich immer größere Kugeln und bildeten die Planeten. Neben der Erde existieren noch sieben weitere Planeten. Sie haben unterschiedliche Farben – ob blutrot wie der Mars oder bläulich wie Neptun hängt von den hauptsächlichen chemischen Elementen in ihrer Lufthülle ab. Unsere Erde passt eine Million Mal in die Sonne hinein und ist ca. 150 Millionen Kilometer von ihr entfernt. Größe und Abstand der Sonne sind optimal, um Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen.

Welche Auswirkungen hätte es, wenn die Sonne kleiner wäre, ganz nah oder ganz weit weg von der Erde? Oder was wäre, wenn die Erde kleiner wäre? Und die Neigung der Erdachse – wozu ist die gut? Die Ö1 Kinderuni-Reporter/innen Lara, Laetitia, Emma, Timea und David stellen ihre Fragen an Stefan Wallner vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Medikamente das Mikrobiom beeinflussen.
Von Marlene Nowotny

Billionen winziger Organismen besiedeln unseren Darm. Fast zwei Kilogramm wiegen alle Bakterien, die unseren Verdauungstrakt bewohnen. Sie beeinflussen unseren Stoffwechsel, das Immunsystem, den Kreislauf und sogar das Gehirn. Hunderte verschiedene Bakterienarten besiedeln den Darm. Die Zusammensetzung des Mikrobioms unterscheidet sich allerdings von Mensch zu Mensch, von Land zu Land und kann durch alle möglichen Faktoren gestört werden, allen voran durch Medikamente, wie immer mehr Studien zeigen. Nicht nur Antibiotika, die "gute" wie "schlechte" Bakterien abtöten, verändern das Mikrobiom.

Ein Viertel aller Medikamente hemmt das Wachstum von Bakterien, die natürlich im menschlichen Darm vorkommen. Bei den Psychopharmaka schaden sogar drei Viertel der Präparate. Die Veränderung der Darmflora kann Teil einer medikamentösen Therapie sein. Doch wann ist das wirklich der Fall? Und wann verursachen Medikamente mikrobielle Nebenwirkungen, die Immunsystem und Psyche verändern könnten?


19:30 Das Ö1 Konzert
BBC National Orchestra of Wales, Dirigentin: Valentina Peleggi; Mariam Batsashvili, Klavier. Augusta Holmès: Roland Furieux * Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7 * Joan Tower: Fanfare for the Uncommon Woman Nr. 2 * Florence Price: Symphonie Nr. 3 (aufgenommen am 8. März in der BBC Hoddinott Hall, Cardiff).
Präsentation: Irene Suchy


21:00 Im Gespräch
"Im politischen Verhalten spielen Emotionen eine große Rolle" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Ruth Wodak, Sprachsoziologin und Diskursforscherin

Geboren wurde sie 1950 im Londoner Exil der aus Wien stammenden Eltern. Der Vater war Diplomat, was ihr eine dreisprachige Kindheit in Belgrad bescherte: Deutsch sprach sie mit den Eltern, Englisch in der internationalen Schule und Serbokroatisch auf der Straße. Kein Wunder, dass sie Sprachwissenschafterin wurde. Schon früh interessiert sie sich für die Analyse politischer Rhetorik, wozu ihr das Nachkriegs-Wien und die sogenannte Waldheim-Affäre ausreichend Material liefert.

Wodak, emeritierte Professorin der Universitäten Wien und Lancester/GB, gilt als Begründerin der so genannten "Critical Discourse Analysis". "Kritisch" bedeutet für die mehrfach ausgezeichnete Wissenschafterin, "das Bestreben, Machtverhältnisse nicht als gegeben hinzunehmen, sondern transformieren zu wollen".

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz analysiert sie die Sprache der politischen Gegenwart und macht deutlich, wie Sprache helfen könnte, diese politische Wirklichkeit zu transformieren.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Worte. Wie Sprache unser Denken und Handeln bestimmt (4).
Gestaltung: Tanja Malle

Das ABC der Finanzwelt. I wie Insiderhandel, J wie Joint Venture, K wie Kartell, L wie Leerverkäufe (4).
Gestaltung: Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

Musikpaare in der Klassik. Gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben (4).
Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Komponierte Räume von Slobodan Kajkut.
Gestaltung: Heinrich Deisl

Der Komponist und Musiker Slobodan Kajkut hat vor kurzem auf seinem Label God Records mit "III" sein achtes Album veröffentlicht. In seinem Schaffen verbinden sich zeitgenössische Musik – er studierte u.a. bei Georg Friedrich Haas – mit Noise-Rock und experimenteller Elektronik. Über die Jahre hat Kajkut seine Musik so weit reduziert, bis nur noch das Nötigste übrig blieb.

Slobodan Kajkut wurde 1983 in Banja Luka geboren, kam 1996 nach Graz, spielte Schlagzeug in Rock-Bands wie The Striggles und beendete 2008 sein Kompositionsstudium an der Kunstuniversität Graz. Um sein Debüt-Album "The Compromise Is Not Possible" zu veröffentlichen, gründete er im selben Jahr God Records. Er war dann u.a. an Produktionen mit Weasel Walter (The Flying Luttenbachers), Philip Jeck, Bernhard Lang und Bernhard Gander beteiligt. Neben regelmäßigen Auftritten in Graz führten ihn seine Konzerttätigkeiten quer durch Europa und besonders in die Länder Ex-Jugoslawiens.

Musikalisches Aufräumen
Zeitgenössische Musik dient Kajkut als Ausgangsbasis, sich mit Spielformen experimenteller Popmusik und mit deren Bruchlinien zur Avantgarde auseinanderzusetzen. So waren frühe Solo-Werke stark von Dub geprägt und für das Ensemble Platypus schrieb er ein von The Velvet Underground inspiriertes Stück, das 2015 bei Wien Modern aufgeführt wurde. 2017 fand die Premiere von "Palast" mit dem Kammerorchester der Kunstuniversität Banja Luka statt. Eine weitere aktuelle Produktion ist "20 Inventionen", eine Performance- und Installationsserie für 20 Plattenspieler, auf denen je eine Single mit einem Piano-Stück läuft.

Auf "III" lotet Kajkut extrem reduzierte Drones und Pulsationen aus, die sich wie mikroskopische Aufnahmen (post-)industrieller Klangräume anhören: quasi Exerzitien in lärmender Stille.

Auf God Records sind derzeit mehr als 50 Veröffentlichungen erschienen, die von Alvin Lucier und Morton Feldman bis Francisco López und Boris Hegenbart reichen. Im Fokus stehen österreichische Musikschaffende wie Peter Ablinger, Susanna Gartmayer, Robert Lepenik und Bernhard Lang. Am Abend nach dem Porträt über Slobodan Kajkut ist ein "Zeit-Ton" mit einem Überblick über God Records zu hören.

*

Freitag, 29. März 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich
Heute um ca. 6.50 Uhr in "Frauenmacht – Frauen machen Politik"


06:56 Gedanken für den Tag
"Versprechen und Vergeben". Georg Simbruner, Neonatologe, Theologe und Krankenhausseelsorger, über die wichtigsten Elemente des Zusammenlebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Als Ehemann, Familienvater, Arzt und Krankenhausseelsorger habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bis zum Sterbebett an gebrochenen Versprechen und nicht vollzogenem Verzeihen leiden", erzählt der emeritierte Professor für Neonatologie Georg Simbruner in seinen "Gedanken für den Tag" mitten in der vorösterlichen Fastenzeit, die für viele Menschen ja auch eine Zeit der Reduktion und Besinnung darstellt.

Versprechen und Verzeihen zählten, so Simbruner, zu den wichtigsten Elementen des Zusammenlebens. Ohne Versprechen, also ohne Aussagen und Zusagen, auf die man sich verlassen kann, und ohne den Willen, einander zu vergeben, also dem Verzeihen, sei eine Gemeinschaft nicht möglich. Versprechen und Verzeihen gewährleisten den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Doch so leicht ein Versprechen oft über die Lippen kommt, so schwer fällt manchmal das Verzeihen, sagt der Neonatologe und emeritierte Universitätsprofessor, der heute ehrenamtlich als Krankenhausseelsorger tätig ist. "Vergeben bedeutet nicht vergessen, zugefügte Verletzungen oder enttäuschte Erwartungen begleiten uns oft lange, wenn nicht gar lebenslang. Vergeben aber verändert die Art und Weise, wie ich mich erinnere, es befreit mich vom Gift der Unversöhnlichkeit. Verzeihen verhindert, dass mich ein Geschehen aufzehrt und zugrunde richtet".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Take Six – Die lange Nacht der Musikuniversitäten in Linz +++ "Douce Dame Jolie" – 10 Jahre I Flautisti +++ Die Ö1-Talentebörse.
Präsentation: Daniela Knaller


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Fischsitter" von Paul Ferstl. Es liest Martin Brachvogel.
Gestaltung: Ingrid Bertel

Seit 1945 hat der Künstler Akira Benshi nicht mehr gesprochen, seit seine Familie beim Abwurf der Atombombe auf Nagasaki getötet wurde. Benshis Ruhm ist durch das große Schweigen ziemlich befeuert worden. Kollegen wie Damien Hirst und Arnulf Rainer bewundern ihn, die Galerien und Museen reißen sich um seine Werke. Zu seinem 90. Geburtstag ist ein großes Fest geplant. Angespannt beobachtet der Jungunternehmer Alexander Keller, die Vorbereitungen im Hause Benshi, schließlich liebt er die Enkelin des Künstlers.

Paul Ferstl ist Autor, Wissenschafter, Herausgeber und Wissenschaftsverleger. Ferstl ist Mitherausgeber der Vorarlberger Literaturzeitschrift "miromente". Nach der Erzählung "Die gute Küche der Spartaner" legt er mit der Kunstmarktsatire "Fischsitter" nun sein Romandebut vor.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Ein Jazzrock-Dokument aus dem ORF-Archiv: Chick Corea.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Am 3. Februar 1975 gastiert Pianist Chick Corea mit seiner legendären Formation "Return To Forever" in der Donauparkhalle in Wien. Und zwar in der "elektrischen" Besetzung mit Gitarrist Al Di Meola, Bassist Stanley Clarke und Schlagzeuger Lenny White. Das Quartett spielt die Stücke des wenige Monate zuvor aufgenommenen Albums "Where Have I Known You Before" und präsentiert sich als spielfreudige und energetische Band, die auf diesem historischen Fundstück aus dem ORF-Archiv zu ausufernden solistischen Höhenflügen ansetzt.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß
1. Mistelbach
2. Graz
3. Salzburg

1."Märchen, Mythen und Symbole – der Mensch und seine Geschichten"
Das ist der Titel einer neuen Sonderausstellung im MAMUZ Museum in Mistelbach.

Schon seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen von fantastischen Welten und mutigen Helden. Fragen die sich damit aufdrängen sind unter anderem: Was machen diese Geschichten mit uns und warum faszinieren sie uns? Mit der Ausstellung "Märchen, Mythen und Symbole. Der Mensch und seine Geschichten" zeigt das MAMUZ Museum Mistelbach, dass viele der Symbole und Geschichten, die uns heute umgeben, schon Jahrtausende alt sind. Zum Thema findet, gleich übermorgen Sonntag auch ein Workshop mit dem Titel "Schneewittchen, Rotkäppchen, und Frau Holle – Die Märchen der Gebrüder Grimm!" statt. Nach dem Ausstellungsrundgang können die Kinder selbst eine Geschichte niederschreiben oder diese zeichnen. Der Beginn der Veranstaltung ist 14 Uhr. Näheres erfahren Sie unter: mamuz.at.

2. "Blubberblub" heißt eine neue Mitmachausstellung im Kindermuseum "Frida und Fred" in Graz. In der spannenden Schau können 3 bis 7 Jährige in wundersame Wasserwelten – im wahrsten Sinne des Wortes – eintauchen. Vergessen Sie deshalb nicht Wechselkleidung für ihre Kinder mitzunehmen! "Hin und weg" ist hingegen der Titel der zweiten Ausstellung im "Frida und Fred". Darin dreht sich alles um Dinge die fahren, fliegen, schwimmen und gehen.

"Ihr baut einen Elektro-Motor und schon zieht es euch magnetisch ins nächste Werkstatt-Labor. Dort zischt ihr mit einer gefinkelten Rakete hoch hinaus oder spürt festen Boden unter euren selbst gestalteten Schuhen. In einem Zukunftsbus flitzt ihr durch die Stadt und entwerft selbst euer Fortbewegungsmittel der Zukunft." Geeignet ist die Ausstellung "Hin und weg" für ab 8 Jährige.

3. In den Kammerspielen des Salzburger Landestheaters findet am 6. April ab 15 Uhr eine Erstaufführung statt. Der Titel des Stückes für ab 5 Jährige ist "Paulas Reisen", denn in ihren Träumen erlebt die kleine Paula Unglaubliches.

"Zuerst landet Paula im bunten Land der Kreise. Kugelkaiser und Prinz Kügelchen holen sofort die Kugelpolizei. Denn – oh Schreck – Paula passt nicht ganz in ihre runde Welt, denn alles Eckige ist hier verboten. Aber Paula will nicht angepasst werden, also verwandelt sie einen Kreis in ein Loch und "fällt und fällt und fällt – und landet in der nächsten Welt".


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Im politischen Verhalten spielen Emotionen eine große Rolle" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Ruth Wodak, Sprachsoziologin und Diskursforscherin

Geboren wurde sie 1950 im Londoner Exil der aus Wien stammenden Eltern. Der Vater war Diplomat, was ihr eine dreisprachige Kindheit in Belgrad bescherte: Deutsch sprach sie mit den Eltern, Englisch in der internationalen Schule und Serbokroatisch auf der Straße. Kein Wunder, dass sie Sprachwissenschafterin wurde. Schon früh interessiert sie sich für die Analyse politischer Rhetorik, wozu ihr das Nachkriegs-Wien und die sogenannte Waldheim-Affäre ausreichend Material liefert.

Wodak, emeritierte Professorin der Universitäten Wien und Lancester/GB, gilt als Begründerin der so genannten "Critical Discourse Analysis". "Kritisch" bedeutet für die mehrfach ausgezeichnete Wissenschafterin, "das Bestreben, Machtverhältnisse nicht als gegeben hinzunehmen, sondern transformieren zu wollen".

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz analysiert sie die Sprache der politischen Gegenwart und macht deutlich, wie Sprache helfen könnte, diese politische Wirklichkeit zu transformieren.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die Bourbonen. Mit Wolfgang Schmale, Institut für Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die Bourbonen sind das älteste existierende Adelsgeschlecht Europas. Erstmals erwähnt wurden sie als Seitenlinie der Karpetinger, die Frankreich von 987 bis 1328 ununterbrochen regierten.

Nach dem Erlöschen der Valoirs-Dynastie begann 1589 die eigenständige Königsherrschaft der Bourbonen über Frankreich. Der bekannteste der fünf Könige des Ancien Régime war der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich bestieg er schon als Vierjähriger den Thron. Durch Verwaltungs- und Armeereformen, die Bekämpfung der adeligen Opposition, die Förderung des merkantilistischen Wirtschaftssystems und die Fokussierung auf den Katholizismus etablierte er die absolutistische Monarchie. Unterbrochen wurde die Bourbonenherrschaft durch die Absetzung von Ludwig dem XVI., während der französischen Revolution.

Im Prozess vor dem Nationalkonvent nannte man ihn Louis Capet. Damit bezogen sich die Revolutionäre auf den 996 verstorbenen Gründungsvater der Karpetinger Dynastie, Hugo Capet.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft setzte man, im Zuge der europäischen Restaurationspolitik, erneut Bourbonen auf den französischen Thron. Endgültig beendet wurde deren Herrschaft in Frankreich durch den Sturz Karl X. Philipps während der Julirevolution 1830.

Als Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma regierten Nebenlinien des Adelsgeschlechts auch Teile des heutigen Italiens. Mit dem Haus Bourbon-Parma verwandt ist auch der derzeitige König von Luxemburg, Heinrich von Nassau. Um eine weitere Seitenlinie handelt es sich beim spanischen Königshaus Bourbon-Anjou.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Warum eine Harvard-Ökonomin vor "Überwachungskapitalismus" warnt
Gestaltung: Julia Gindl

"Vergessen Sie das Klischee: Wenn es nichts kostet, sind Sie das Produkt. Sie sind keineswegs das Produkt, Sie sind der Kadaver, der liegen bleibt. Das Produkt ergibt sich aus dem Überschuss, den man Ihrem Leben entreißt", schreibt die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff in ihrem Buch "Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus".

Zuboff beschreibt darin, wie der Markt uns Nutzerinnen und Nutzer auf unser Verhalten reduziert und unsere persönlichen Daten zur Handelsware für IT-Konzerne wie Google und Amazon geworden sind. Zuboff nennt es "Überwachungskapitalismus", einen aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus, der außerhalb des digitalen Milieus unvorstellbar sei. Wie es so weit kommen konnte, hat Shoshana Zuboff Julia Gindl erzählt.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl


19:30 Das Ö1 Konzert
Krassimira Stoyanova, Sopran; Jendrik Springer, Klavier. Ausgewählte Lieder von Richard Strauss und Sergej Rachmaninow (aufgenommen am 7. März im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins).
Präsentation: Chris Tina Tengel


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Abseits von Genregrenzen: Das Label God Records.
Gestaltung: Heinrich Deisl

God Records wurde 2008 vom Komponisten und Musiker Slobodan Kajkut in Graz gegründet. Neben seinen eigenen Alben veröffentlicht Kajkut auf seinem Label Aufnahmen aus den Bereichen Zeitgenössische Musik, Avantgarde und Klangkunst. Der Fokus der bislang mehr als 50 Releases liegt auf österreichischen Musikschaffenden. Der Zeit-Ton präsentiert eine Werkschau.

Slobodan Kajkut kam 1996 von Banja Luka nach Graz und studierte u.a. bei Georg Friedrich Haas und Clemens Gadenstätter. Um sein Debüt herauszubringen, gründete er danach God Records. Aktuell ist dort mit "III" Kajkuts achtes Album erschienen.

God-Records-Veröffentlichungen sind praktisch ausschließlich als Vinyl erhältlich. Auf dem Label sind Aufnahmen von Alvin Lucier, Phill Niblock, Philip Jeck oder Christian Wolff herausgekommen. Anlässlich der 50. Release gönnte man sich 2018 die 6-LP-Box "String Quartet II" von Morton Feldman. Dazu kommen Platten von Klangkünstlern wie Francisco López oder Boris Hegenbart sowie eine Zusammenstellung zum serbischen Elektroakustik-Komponisten Vladan Radovanovic.

Mit seinem Label geht es Slobodan Kajkut auch besonders darum, das Schaffen österreichischer sowie Grazer Künstler/innen abzubilden. Enge Kollaborationen hat Kajkut u.a. mit Peter Ablinger, Bernhard Gander, Winfried Ritsch, Klaus und Bernhard Lang, von dem vier Alben auf God Records erschienen sind. Weiters hier zu finden: Arbeiten von Susanna Gartmayer, dem Trio LSD, Opcion, Kaplan oder Robert Lepenik.

In diesem Porträt über God Records präsentiert der "Zeit-Ton" einen Label-Überblick. Gestern war in "Zeit-Ton" anlässlich der Veröffentlichung seines Albums "III" ein Porträt über Slobodan Kajkut zu hören.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Musikauswahl: Gerald Kolbe

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
13. Woche – 23.03. bis 29.03.2019
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 15. März 2019

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